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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 09/2026: Nordex-Rally, Netflix-Strategiewechsel, Novo Nordisk mit Studienrückschlag

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 09/2026: Geschäftszahlen, Prognosen und regulatorische Prüfungen sorgen für deutliche Kursbewegungen bei Einzelwerten. Gewinner und Verlierer im Überblick.

Tops & Flops KW 09/2026: Netflix beendet den Übernahmepoker, Nordex hebt Margenziele an. Novo Nordisk enttäuscht mit Studiendaten, Gerresheimer gerät wegen BaFin-Prüfung unter Druck.

Geschäftszahlen, Prognosen und Bilanzprüfungen bewegen Einzelwerte

In den Tops und Flops der Börsenwoche 09/2026 standen Geschäftszahlen, Prognosen und unternehmensspezifische Entscheidungen im Mittelpunkt. Mehrere Werte legten nach starken Ergebnissen und angehobenen Zielen zu. Andere gerieten nach enttäuschenden Studiendaten, vorsichtigen Ausblicken oder regulatorischen Prüfungen unter Druck.

+++ Tops der Börsenwoche 09/2026 +++

Netflix steigt aus Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery aus

Die Netflix-Aktie (ISIN: US64110L1061) hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Seit dem Allzeithoch im Juni 2025 bei 134,12 US-Dollar fiel der Kurs bis zum Tief in dieser Woche bei 75,01 US-Dollar um rund 44 Prozent. Neben der notwendig gewordenen Normalisierung einer zwischenzeitlich zu hohen Bewertung belastete auch der Bieterwettstreit um den Unterhaltungskonzern Warner Bros. Discovery (ISIN: US9344231041) die Aktie. Seit Herbst 2025 lief ein intensives Ringen zwischen Netflix, Paramount Skydance (ISIN: US69932A2042) und Comcast (ISIN: US20030N1019) mit mehreren überarbeiteten Übernahmeangeboten. In der vergangenen Woche zog sich Netflix jedoch aus dem Übernahmepoker um Warner Bros. Discovery zurück. Stattdessen will das Unternehmen nun rund 20 Milliarden US-Dollar in eigenen Content investieren und kündigte zudem die Wiederaufnahme eines Aktienrückkaufprogramms an. Am Markt wurden diese Entscheidungen begrüßt, wie die positive Kursreaktion und das gestiegene Handelsvolumen nahelegen. Ob die Netflix-Aktie damit ihren Boden gefunden hat, bleibt offen. Bei der jüngsten Erholung handelt es sich zunächst lediglich um eine technische Gegenbewegung in einem weiterhin intakten übergeordneten Abwärtstrend.

Netflix

Nordex: Rekordauftragseingang und Margenziel-Anhebung treiben Aktie auf Hoch seit 2002

Der MDAX- und TecDAX-Wert Nordex (ISIN: DE000A0D6554) zeigte in der vergangenen Woche erneut Stärke und zählte zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Seit gut einem Jahr befindet sich die Aktie in einem sehr dynamischen Aufwärtstrend und erzielte dabei einen Kursgewinn von über 300 Prozent. In der vergangenen Woche folgte nach Vorlage der Geschäftszahlen ein Kursfeuerwerk. Das Unternehmen meldete einen Rekordauftragseingang und eine deutliche Verbesserung der Profitabilität. Nordex entwickelt, produziert und installiert Onshore-Windenergieanlagen und bietet ergänzende Service- und Wartungsleistungen über den gesamten Lebenszyklus an. Die gut gefüllten Auftragsbücher veranlassten den Vorstand zudem zu einem zuversichtlichen Ausblick. Das mittelfristige Ziel für die operative Marge wurde von bisher 8 Prozent auf 10 bis 12 Prozent deutlich angehoben. Das kam am Markt gut an, wie die Kursreaktion zeigt. Die Aktie kletterte auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2002. Das bisherige Allzeithoch bei 109,10 Euro bleibt jedoch noch deutlich entfernt und stammt aus dem Juli 2001.

Nordex

Axon Enterprise: Starke Zahlen treiben Aktie nach oben – Abwärtstrend charttechnisch weiter intakt

Das Technologieunternehmen Axon Enterprise (ISIN: US05464C1018) legte in der vergangenen Woche Geschäftszahlen vor und verzeichnete anschließend eine positive Kursreaktion. Die Aktie zählte damit zu den größten Wochengewinnern im S&P 500 und NASDAQ-100. Das Unternehmen entwickelt und kombiniert verschiedene Hardware-Geräte mit Cloud-Software-Lösungen für Strafverfolgungsbehörden und öffentliche Institutionen wie beispielsweise die Polizei. Die Produktpalette umfasst TASER-Energiegeräte, Körperkameras, Fahrzeugkameras, Cloud-basierte Lösungen zur Verwaltung digitaler Beweismittel, Produktivitätssoftware sowie Echtzeit-Einsatzfunktionen. Eine gestiegene Nachfrage im Bereich Software & Services, robuste Gewinne im Gesamtjahr 2025 und eine optimistische Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 scheinen den Markt zumindest kurzfristig wieder überzeugt zu haben. Trotz der jüngsten kräftigen Erholung zeigt der Blick auf den Chart jedoch weiterhin einen intakten übergeordneten Abwärtstrend. Dieser gilt derzeit erst dann als gebrochen, wenn das Zwischenhoch von Januar 2026 bei 633,27 US-Dollar überschritten wird.

Axon Enterprise

+++ Flops der Börsenwoche 09/2026 +++

Novo-Nordisk-Aktie: Mehr als 75 Prozent unter Hoch – Cagrisema-Rückschlag belastet weiter

Die Aktie des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk (ISIN: DK0062498333) war bis zum Allzeithoch im Juni 2024 aufgrund des Erfolgs seiner Schlankheits- und Diabetesmittel Ozempic und Wegovy ein Anlegerliebling. Seither steht die Aktie unter Druck und hat deutlich an Wert verloren. Mit dem kräftigen Kursrückgang in der vergangenen Woche summiert sich das Minus inzwischen auf mehr als 75 Prozent. Nachdem die Aktie Anfang Februar nach der Veröffentlichung enttäuschender Geschäftszahlen bereits einen weiteren Rückschlag erlitten hatte, folgten nun die nächsten negativen Nachrichten. In einer Phase-3-Studie verfehlte das Abnehmmittel Cagrisema den primären Endpunkt. Die Untersuchung sollte zeigen, dass das Mittel dem Produkt Zepbound des US-Konkurrenten Eli Lilly (ISIN: US5324571083) beim Faktor Gewichtsverlust nicht unterlegen ist. Das Unternehmen setzt nun auf Daten aus weiteren Studien zur Gabe von Cagrisema, etwa mit höheren Dosierungen, deren Ergebnisse jedoch erst 2027 erwartet werden. Für 2026 hofft das Unternehmen dennoch auf eine US-Zulassung von Cagrisema in anderen Anwendungen durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass Novo Nordisk seine zwischenzeitlich dominierende Stellung unter den Herstellern von Gewichtssenkern nicht behaupten konnte und seit einiger Zeit unter wachsendem Konkurrenzdruck, insbesondere durch Eli Lilly, steht. Auch wenn die Aktie gemessen an niedrigen Bewertungskennziffern wie KGV und KCV attraktiv erscheint, liefert der Chartverlauf derzeit keine Anhaltspunkte für ein Investment. Im Gegenteil: Das nun markierte neue Verlaufstief zeugt weiterhin von Skepsis und legt nahe, dass mögliche erneute Erholungsbewegungen nur temporärer Natur sein könnten. Es fehlt ein belastbarer Katalysator, der das Sentiment für die Novo-Nordisk-Aktie nachhaltig verbessert. Ein solcher ist bislang nicht in Sicht.

Novo Nordisk

MTU Aero Engines: Gewinnmitnahmen nach Allzeithoch trotz starker 2025-Zahlen und höherer Dividende

Bei der Entwicklung der DAX-Werte in der vergangenen Woche stach die schwache Performance der MTU-Aero-Engines-Aktie (ISIN: DE000A0D9PT0) hervor. Sie zählte zu den größten Verlierern, nachdem sie in der Vorwoche noch ein neues Allzeithoch erreicht hatte. Die negative Kursreaktion auf die veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 deutet auf Gewinnmitnahmen nach dem Motto „Sell the good news“ hin. Der Flugzeugtriebwerksbauer steigerte seine Ergebnisse und kündigte eine kräftige Dividendenerhöhung an. Die Ausschüttung soll von 2,20 auf 3,60 Euro je Aktie angehoben werden. Insgesamt also eigentlich gute Nachrichten für die Aktionäre. Allerdings dürfte der Ausblick auf die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr den Verkaufsdruck verstärkt haben. MTU Aero Engines stellte trotz erwarteter weiter steigender Umsätze auch mögliche sinkende Margen in Aussicht. Der deutsche Konzern entwickelt, fertigt, vertreibt und wartet zivile und militärische Luftfahrtantriebe aller Schub- und Leistungsklassen sowie stationäre Industriegasturbinen.

MTU Aero Engines

Gerresheimer-Aktie unter massivem Abgabedruck – BaFin weitet Bilanzprüfung deutlich aus

Auf dem deutschen Kurszettel verzeichnete in der vergangenen Woche erneut der SDAX-Wert Gerresheimer (ISIN: DE000A0LD6E6) kräftige Verluste und setzte damit die übergeordnete Talfahrt fort. Seit dem Allzeithoch im September 2023 bei 122,90 Euro hat die Aktie fast 90 Prozent an Wert eingebüßt. In der vergangenen Woche belasteten weitere negative Nachrichten das ohnehin angeschlagene Sentiment zusätzlich. Das Unternehmen entwickelt und produziert Spezialverpackungen für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche. Zum Portfolio zählen unter anderem Drug-Delivery-Systeme wie Pumpen, Spritzen, Pens und Inhalatoren sowie Primärverpackungen wie Fläschchen, Ampullen und Tablettenbehälter. Damit ist Gerresheimer in einem Bereich tätig, der grundsätzlich von strukturellen Treibern wie dem steigenden Bedarf an injizierbaren Biopharmazeutika, Impfstoffen und Selbstmedikationslösungen profitiert.

Allerdings leidet das Unternehmen seit geraumer Zeit unter hausgemachten Problemen wie ineffizienten Produktionsprozessen und ausbleibenden Fortschritten bei der Neustrukturierung. Zuletzt kamen weitere Hiobsbotschaften hinzu. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine bereits laufende Prüfung der Bilanzen ausgeweitet. Neben dem Geschäftsbericht 2023/24, der auf mögliche Ungereimtheiten geprüft wird, wurde nun auch für den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025 eine Untersuchung eingeleitet. Das stellt einen erheblichen Unsicherheitsfaktor dar. Wer die Aktie angesichts der derzeit extrem niedrig anmutenden Bewertung als mögliches Value-Investment in Betracht zieht, muss daher auch die Möglichkeit nicht korrekter Bilanzen berücksichtigen, was weitere Abgaben nach sich ziehen könnte.

Gerresheimer

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