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Krypto > Kryptowährungen im Sinkflug

XRP-Kurs bleibt schwach, doch erste Gegensignale nehmen zu

(Foto: picture alliance / May James)

XRP bleibt unter Druck, die Stimmung ist extrem negativ. Während der Kurs weiter schwächelt, senden Derivate- und On-Chain-Daten erste Gegensignale. Bahnt sich eine technische Gegenbewegung an?

Von Louis Blümlein

Der XRP-Kurs steht weiterhin klar unter Druck. In den vergangenen sieben Tagen ging es um mehr als zehn Prozent nach unten, aktuell bewegt sich XRP im Bereich von rund 1,35 bis 1,40 US-Dollar. Eine saubere Bodenbildung ist im kurzfristigen Kursverlauf bislang nicht zu erkennen. Viele Marktteilnehmer warten auf Stabilität, gleichzeitig kippt die Stimmung immer stärker ins Negative.

Marktstimmung am Limit: Pessimismus erreicht Extrembereich

Seit dem Hoch oberhalb von 3,50 US-Dollar kam es zu einem deutlichen Abverkauf, der den Kurs spürbar belastet hat. Innerhalb weniger Monate verlor XRP einen Großteil seines Wertes, begleitet von hoher Volatilität und wachsender Unsicherheit. Dabei steht der Coin nicht allein da. Auch Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt befinden sich seit Wochen in einer ausgeprägten Schwächephase, die das Marktumfeld zusätzlich belastet. Kapital fließt ab, die Risikobereitschaft sinkt und viele Anleger agieren defensiv.

Die Schwäche spiegelt sich deutlich im Stimmungsbild wider. Der Crypto Fear & Greed Index (Alternative.me) liegt aktuell im Bereich extremer Angst bei rund 10 Punkten und notierte zwischenzeitlich sogar nahe 5. Solche Extremwerte stehen für Phasen, in denen Anleger vor allem auf Absicherung und Schadensbegrenzung fokussiert sind. Kurzfristig ist das in der Regel kein Rückenwind. Gleichzeitig zeigt es jedoch, dass ein Großteil der negativen Erwartungen bereits eingepreist sein könnte.

XRP-Kurs: Diese Kurszonen rücken jetzt in den Fokus

Zusätzliche Hinweise liefert der Derivatemarkt. Das Open Interest bei XRP-Futures ist in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass Positionen geschlossen und Risiken reduziert werden, statt neue gehebelte Engagements aufzubauen. Parallel liegt die Funding Rate im negativen Bereich, was auf eine dominante Short-Ausrichtung hindeutet.

Nach starken Rücksetzern ist eine solche Konstellation nicht ungewöhnlich. Entscheidend wird sein, ob der Kurs Anzeichen von Stabilisierung zeigt. Sollte das gelingen, könnte die ausgeprägte Short-Positionierung das Potenzial für eine kurzfristige technische Gegenbewegung erhöhen, da steigende Kurse Short-Positionen unter Druck setzen können. Das würde jedoch zunächst nur eine Erholung innerhalb eines weiterhin angeschlagenen Gesamttrends bedeuten.

Aus der Liquiditätsverteilung lassen sich zwei Preisbereiche ableiten, die für die nächsten Bewegungen relevant sind. Auf der Oberseite fällt rund um 1,50 US-Dollar eine erhöhte Konzentration auf. Sollte XRP diesen Bereich zurückerobern, könnte er als kurzfristiger Trigger für zusätzliche Dynamik fungieren, da dort zahlreiche Positionen und technische Marken zusammenlaufen. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 1,30 US-Dollar im Blick. Solange keine klare Stabilisierung einsetzt, bleibt ein erneuter Test dieses Bereichs möglich.

On-Chain-Daten senden erste konstruktive Signale

Während Preis und Stimmung kurzfristig schwach bleiben, wirkt der Blick auf On-Chain-Daten konstruktiver. Laut Santiment sind zuletzt netto 42 Wallets mit mindestens einer Million XRP hinzugekommen. Das ist kein Beweis für eine Trendwende, deutet aber darauf hin, dass größere Akteure wieder aktiver werden und beginnen könnten, Positionen aufzubauen.

Parallel nimmt die Aktivität im XRP-Ledger zu. On-Chain-Daten zeigen, dass der 14-Tage-Durchschnitt der DEX-Transaktionen erstmals seit Anfang 2025 wieder über die Marke von rund einer Million gestiegen ist. Artemis meldet zudem wiederholt mehr als zwei Millionen tägliche On-Chain-Transaktionen, zeitweise sogar bis 2,5 Millionen. Das spricht für steigende Nutzung, Token-Swaps und DeFi-Interaktionen, auch wenn sich diese Entwicklung bislang noch nicht im Kurs widerspiegelt.

Ripple-CEO Brad Garlinghouse sieht die aktuelle Schwäche nicht als strukturelles Problem. In einem CNBC-Interview stellte er für 2026 neue Allzeithochs in Aussicht und betonte, dass positive Entwicklungen aus seiner Sicht noch nicht ausreichend eingepreist seien. Solche Aussagen sind naturgemäß optimistisch zu bewerten. Der Markt dürfte diese Erwartungen erst dann honorieren, wenn sich wieder spürbares Momentum im Preis und in der Kapitalzufuhr zeigt.

Fazit zum aktuellen XRP-Kurs

Kurzfristig bleibt XRP technisch angeschlagen, der Trend zeigt weiter nach unten und die Stimmung ist extrem negativ. Gleichzeitig zeichnen Order-Flow-Daten eine defensive Positionierung mit hoher Short-Dominanz, während On-Chain-Aktivität und größere Wallet-Bewegungen erste konstruktive Signale liefern.

Ob daraus eine nachhaltige Trendwende entsteht, ist offen. Für eine kurzfristige technische Gegenbewegung könnte insbesondere der Bereich um 1,50 US-Dollar relevant werden, während auf der Unterseite die Zone um 1,30 US-Dollar als potenzieller Testbereich im Fokus bleibt. Entscheidend wird sein, ob es dem Markt gelingt, Stabilität aufzubauen und wieder Kapital anzuziehen.

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