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Krypto > Krypto-Markt unter Druck

Ethereum unter 2.000 Dollar: Wichtige Kurszonen rücken in den Fokus

| Louis Blümlein

(Bild: Shutterstock)

Seit Wochen bewegt sich Ethereum seitwärts. On-Chain- und Derivatedaten deuten nun auf eine mögliche Zunahme der Volatilität hin.

Ethereum kommt seit Wochen kaum vom Fleck. Der Kurs notiert weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 US-Dollar, während Unsicherheit den Markt prägt. Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass sich der Markt in einer sensiblen Phase befindet – eine klare Richtungsentscheidung lässt sich daraus jedoch bislang nicht ableiten.

Ethereum-Kurs unter Druck – On-Chain-Daten liefern gemischte Signale

Der Ethereum-Kurs bleibt unterhalb der 2.000-Dollar-Marke gefangen und tut sich schwer, eine nachhaltige Erholung einzuleiten. Die anhaltende Schwäche spiegelt die Zurückhaltung vieler Marktteilnehmer wider.

Ein zentraler On-Chain-Indikator ist derzeit das sogenannte Spent Output Profit Ratio (SOPR). Mit einem aktuellen Wert von 0,92 liegt es auf dem niedrigsten Stand seit April 2025. Werte unter 1 bedeuten, dass Anleger ihre ETH im Durchschnitt mit Verlust verkaufen.

Historisch gingen sehr niedrige SOPR-Werte häufig mit Phasen einher, in denen ein großer Teil kurzfristiger Verkaufsbereitschaft bereits umgesetzt war. Allerdings kann ein SOPR unter 1 auch über längere Zeit bestehen bleiben, insbesondere wenn sich der Markt in einem übergeordneten Abwärtstrend befindet. Der Indikator signalisiert somit eine Phase erhöhter Verlustrealisierung, erlaubt jedoch keine verlässliche Aussage über den unmittelbaren Zeitpunkt einer Trendwende.

Rückgang neuer Adressen deutet auf verhaltenes Interesse hin

Parallel dazu ist die Zahl neuer Ethereum-Adressen zuletzt deutlich gesunken. Innerhalb von 48 Stunden fiel sie um rund 34 Prozent – von etwa 336.000 auf 221.000 Adressen – und markiert damit ein Acht-Wochen-Tief.

Neue Adressen gelten häufig als Indikator für wachsendes Netzwerkinteresse. Allerdings sind sie nicht automatisch mit neuem Kapital gleichzusetzen, da einzelne Marktteilnehmer mehrere Wallets erstellen oder bestehende Strukturen reorganisieren können. Dennoch deutet der deutliche Rückgang darauf hin, dass aktuell nur begrenzt frische Nachfrage in den Markt fließt.

Damit ergibt sich ein gemischtes Bild: Während ein Teil des Verkaufsdrucks bereits abgearbeitet sein könnte, fehlt es bislang an klaren Impulsen auf der Nachfrageseite.

Derivatemarkt signalisiert vorsichtige Positionierung

Auch der Blick auf den Terminmarkt liefert Hinweise. Das Open Interest bei Ethereum-Futures ist auf rund 11,2 Milliarden US-Dollar gesunken. Ein rückläufiges Open Interest spricht dafür, dass Marktteilnehmer Positionen abbauen und Risiko reduzieren – ein typisches Verhalten in Phasen erhöhter Unsicherheit.

Die Liquidationsdaten zeigen zugleich relevante Zonen auf beiden Seiten des aktuellen Kursniveaus. Unterhalb des Marktes reicht eine Zone potenzieller Long-Liquidationen bis in den Bereich um 1.800 US-Dollar. Sollte der Kurs weiter unter Druck geraten, könnte diese Region kurzfristig verstärkte Volatilität auslösen.

Auf der Oberseite hat sich bis etwa 2.100 US-Dollar eine markante Ansammlung potenzieller Short-Liquidationen gebildet. Sollte Ethereum positive Impulse erhalten und in diesen Bereich vorstoßen, könnten Zwangsliquidationen zusätzliche Dynamik erzeugen. Solche Liquiditätszonen wirken jedoch nicht zwangsläufig als Kursmagnet, sondern erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Ausschläge.

Nachfragecluster im Bereich um 1.500 Dollar

Limit-Order-Daten zeigen zudem einen auffälligen Nachfragebereich um 1.500 US-Dollar. Dort liegt aktuell der größte sichtbare Kauforderschwerpunkt im Orderbuch. Sollte sich der Abwärtsdruck verstärken, könnte diese Zone als potenzielle Unterstützungsregion fungieren.

Ob diese Nachfrage im Ernstfall tatsächlich Bestand hat, hängt jedoch maßgeblich vom übergeordneten Marktumfeld und der Risikobereitschaft der Anleger ab.

Makrodaten als möglicher Impulsgeber

Kurzfristig rücken zudem makroökonomische Faktoren in den Fokus. Anstehende US-Wirtschaftsdaten – darunter das Bruttoinlandsprodukt sowie die PCE-Kernrate – könnten Einfluss auf die Erwartungen zur Geldpolitik nehmen. Entsprechend sensibel reagiert der Kryptomarkt derzeit auf neue Inflations- oder Wachstumsdaten.

Fazit

Ethereum befindet sich aktuell in einer Übergangsphase zwischen nachlassendem Verkaufsdruck und fehlender frischer Nachfrage. Mehrere Indikatoren deuten auf eine erhöhte Sensibilität gegenüber neuen Impulsen hin, erlauben jedoch keine eindeutige Prognose über Richtung oder Zeitpunkt einer größeren Bewegung.

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