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Bitcoin-Kurs im Stresstest: Wo Käufer wieder aktiv werden

Bitcoin.
Der Bitcoin steht unter Druck. Schafft die Kryptowährung die Trendwende? (Foto: tungtaechit / Shutterstock)

Der Bitcoin-Kurs steht stark unter Druck. Die Stimmung am Markt ist so pessimistisch wie seit Monaten nicht mehr. Gleichzeitig rücken On-Chain-Daten in den Fokus.

Von Louis Blümlein

Der Bitcoin-Kurs ist in der laufenden Abwärtsbewegung deutlich unter Druck geraten und hat zeitweise die Zone um 60.000 US-Dollar angelaufen. Zwar kam es dort zu einer kurzfristigen Stabilisierung, eine klare Gegenbewegung blieb bislang jedoch aus. Das Kursbild ist geprägt von Zurückhaltung, während größere Marktteilnehmer offenbar weiter Risiko abbauen. Besonders auffällig ist dabei, dass frühere Unterstützungen oberhalb von 75.000 US-Dollar klar aufgegeben wurden.

Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die Entwicklung bei den Bitcoin-ETFs. Seit mehreren Tagen dominieren deutliche Nettoabflüsse. Zwar gab es vereinzelt kurze Phasen mit positiven Zuflüssen, insgesamt überwogen jedoch klar die Abgaben. An einzelnen Tagen summierten sich die Abflüsse auf mehr als 800 Millionen US-Dollar. Diese Dynamik deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren derzeit eher Kapital abziehen als neue Positionen aufbauen. Entsprechend fehlt dem Markt ein stabilisierender Nachfragefaktor.

On-Chain-Daten zeigen mögliche Unterstützungszone

Ein Blick auf die On-Chain-Daten liefert trotz der angespannten Marktlage ein differenzierteres Bild. Besonders relevant ist dabei das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert bei kurzfristigen Haltern, der sogenannte Short-Term Holder MVRV. Dieser Indikator misst, ob kurzfristig aktive Marktteilnehmer im Durchschnitt im Gewinn oder im Verlust sind. Aktuell liegt dieser Wert deutlich unter seinem neutralen Bereich, was darauf hindeutet, dass viele kurzfristige Investoren bereits mit Buchverlusten konfrontiert sind.

Aus dieser Entwicklung lässt sich eine Bewertungszone ableiten, die sich grob zwischen 65.000 und 60.000 US-Dollar erstreckt. In diesem Bereich nimmt der Verkaufsdruck häufig ab, da ein Großteil der kurzfristigen Marktteilnehmer bereits unter Wasser liegt und die Bereitschaft sinkt, weitere Verluste zu realisieren. Gleichzeitig beginnt in solchen Phasen oft selektiv neues Kaufinteresse, insbesondere von Marktteilnehmern mit längerem Anlagehorizont.

Wichtig ist dabei jedoch, diese Zone nicht als starre Preisgrenze zu verstehen. Bitcoin hat sich in vergleichbaren Marktphasen wiederholt innerhalb dieses Bereichs bewegt und zeitweise auch darunter notiert, bevor sich eine nachhaltigere Stabilisierung einstellte. Dennoch gilt insbesondere der Bereich um 60.000 US-Dollar als relevante Unterstützungszone, da hier erfahrungsgemäß verstärkt Nachfrage auftritt. Kurzfristige Unterschreitungen sind möglich, ändern jedoch nichts an der grundsätzlichen Bedeutung dieses Preisbereichs als potenzieller Boden im aktuellen Marktumfeld.

Pessimismus und Short-Positionen nehmen zu

Zusätzliche Bestätigung liefern Daten aus dem Limit-Orderbuch. Dort zeigt sich aktuell wieder verstärktes Kaufinteresse, insbesondere im Bereich um 60.000 US-Dollar, aber auch tiefer bei 55.000 US-Dollar. Diese Kaufzonen deuten darauf hin, dass Marktteilnehmer diese Preisbereiche zunehmend als attraktiv einschätzen. Das spricht für eine potenzielle Unterstützungsregion.

Insgesamt überwiegt derzeit klar der Pessimismus. Der Anteil an Short-Positionen im Markt ist zuletzt weiter gestiegen. Solche Phasen gehen historisch häufig mit erhöhter Volatilität einher. Gleichzeitig gilt: Wenn sich viele Marktteilnehmer einseitig positionieren, steigt auch die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Gegenbewegungen. Ein sogenannter Short Squeeze nach oben ist daher grundsätzlich möglich, sobald erste positive Impulse auftreten oder Verkaufsdruck nachlässt.

Fazit zum aktuellen Bitcoin-Kurs

Der Bitcoin-Kurs bleibt kurzfristig klar unter Druck. Massive ETF-Abflüsse und ein negatives Sentiment dominieren das Marktbild. Gleichzeitig deuten On-Chain- und Orderbuch-Daten darauf hin, dass sich Bitcoin einer breiten Unterstützungszone zwischen 65.000 und 60.000 US-Dollar nähert. Ob diese Zone hält, dürfte entscheidend für den weiteren Verlauf sein. Kurzfristige Volatilität bleibt hoch, während sich der Markt zunehmend einem möglichen Wendepunkt nähert.

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