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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 15/2026: Infineon, Siemens Energy, SAP und Palantir im Fokus

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 15/2026: Die Börsenwoche zeigt Erholungssignale bei Infineon, Siemens Energy und AUTO1 Group. Zugleich geraten SAP, Palantir und Texas Pacific Land durch Trenddruck und Bewertungsfragen ins Hintertreffen.

Tops & Flops KW 15/2026: Infineon und Siemens Energy überzeugen mit Stärke, während SAP und Palantir unter Bewertungsdruck, KI-Sorgen und schwachen Trends leiden.

Einzeltitel zwischen Erholungssignalen, Bewertungsfragen und neuem Druck durch KI-Sorgen

Die Tops und Flops der Börsenwoche 15/2026 prägen vor allem charttechnische Wendepunkte, hohe Erwartungen und neue Zweifel am Geschäftsmodell. Auf der Gewinnerseite stützten Stabilisierung, Erholungssignale und Fantasie durch strukturell steigenden Strombedarf. Auf der Verliererseite belasteten Bewertungsanpassungen, vorsichtige Töne zum Margendruck und anhaltende Sorgen vor KI-bedingtem Wettbewerb.

+++ Tops der Börsenwoche 15/2026 +++

Infineon mit weiteren Erholungschancen nach Stabilisierung an der 200-Tage-Linie

Die vereinbarte Waffenruhe im Konflikt mit Iran hat in der vergangenen Woche an den weltweiten Aktienmärkten für deutliche Erholungen gesorgt. Zu den stärksten Sektoren zählten die Technologiewerte und innerhalb dieser Gruppe insbesondere die Halbleiteraktien. Davon profitierte auch der deutsche Branchenvertreter Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004), der zu den größten Wochengewinnern im deutschen Leitindex DAX gehörte. Neuigkeiten vom Unternehmen gab es angesichts der begonnenen Quiet Period bis zur Vorlage der nächsten Geschäftszahlen am 6. Mai nicht.

Nach dem jüngsten Befreiungsschlag wirkt die Aktie aus charttechnischer Sicht jedoch interessant. Sie hatte sich während der jüngsten Korrektur an ihrer 200-Tage-Linie stabilisiert und von dort aus eine Erholungsbewegung begonnen. Mit dem Sprung über die Marke von 40 Euro könnte sich nun weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag: „Infineon vor Kaufsignal bei 40 Euro mit Potenzial zur Erholung“.

Infineon Technologies

Siemens-Energy-Aktie nähert sich dem Allzeithoch, Bewertung bleibt hoch

Die Aktie des Energiekonzerns Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) hat mit dem starken Anstieg in der vergangenen Woche ihre Führungsposition im DAX behauptet. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 ist sie der Wert mit der stärksten Performance. Auch das Allzeithoch vom 25. Februar bei 171,65 Euro ist nun wieder in greifbare Nähe gerückt. Offen ist, wie stark sich diese Marke als Hindernis erweist. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends sprechen. Die Aktie ist damit angesichts ihrer Stärke weiterhin vor allem aus Trading-Gesichtspunkten interessant.

Fundamental zeigt sich dagegen eine Überbewertung. KGV und KCV liegen mit 58,3 und 23,6 deutlich über ihren historischen Durchschnittswerten von 42,8 und 9,6. Daraus ergibt sich für Value-Investoren trotz des derzeit günstigen Umfelds kein gutes Chance-Risiko-Profil. Siemens Energy profitiert mit seinen Lösungen vom weltweit steigenden Stromverbrauch aufgrund des strukturell wachsenden Bedarfs infolge der zunehmenden Elektrifizierung, der fortschreitenden Digitalisierung sowie der Ausweitung von KI-Anwendungen.

Siemens Energy

AUTO1 Group: Ist der Boden nun gefunden?

Der MDAX-Wert AUTO1 Group (ISIN: DE000A2LQ884) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Neuigkeiten vom Betreiber von Online-Plattformen für den Gebrauchtwagenhandel gab es dabei keine. Spannend ist jedoch die charttechnische Konstellation, und die Aktie könnte sich derzeit für charttechnische Handelsansätze anbieten.

Es sieht zumindest kurzfristig nach einem Trendwechsel aus. Nach der letzten markanten Abwärtswelle ausgehend vom Zwischenhoch im Januar dieses Jahres bei über 31 Euro war der Kurs um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Im März kam es dabei im Bereich von rund 14,50 bis 17,60 Euro zu einer Stabilisierung. Diese wurde mit dem starken Anstieg in der vergangenen Woche nun nach oben aufgelöst. Begleitet wurde diese Entwicklung von einem anziehenden Handelsvolumen. Damit sieht es nach einem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends aus, was weiteren Kursspielraum eröffnen könnte. Diese Erwartung könnte mit einem Sprung über das nächste potenzielle Hindernis bei 19,89 Euro weitere Nahrung erhalten.

AUTO1 Group

+++ Flops der Börsenwoche 15/2026 +++

SAP markiert neues Tief und bestätigt den Abwärtstrend

Trotz des verbesserten Gesamtmarktumfelds an den Aktienmärkten zeigten die Softwarewerte erneut Schwäche. Deutschlands größter Branchenvertreter SAP (ISIN: DE0007164600) bestätigte mit einem neuen Verlaufstief sogar den übergeordneten Abwärtstrend, der sich seit dem Allzeithoch im Februar 2025 bei 283,50 Euro gebildet hat. Damit baute die Aktie das Minus seither auf über 50 Prozent aus. Hintergrund sind die anhaltenden Befürchtungen, dass der Einsatz von KI den Wettbewerb in der Softwareentwicklung verschärfen und den Preisdruck erhöhen könnte. Der KI-Entwickler Anthropic hatte mit seinem neuen Modell Mythos die Ängste vor einer KI-Disruption im Sektor verschärft. Das löste weitere Bewertungsanpassungen aus.

Jüngst belastet haben dürfte außerdem die vierteljährliche Umfrage von Citi unter IT-Managern. Demnach könnte sich das Wachstum der IT-Budgets in den nächsten 12 Monaten verlangsamen, weil die makroökonomische Unsicherheit möglicherweise zu Verzögerungen bei Großprojekten führen wird.

Speziell bei SAP haben in der vergangenen Woche zudem die Aussagen von Konzernchef Christian Klein in der „Financial Times“ für anhaltendes Unbehagen bei den Aktionären gesorgt. Er hatte die Anleger auf „kurzfristige Schmerzen“ eingestellt. KI ersetze Unternehmenssoftware zwar nicht, zwinge die Unternehmen aber, deutlich mehr zu tun. Der Vorstand zog dabei einen Vergleich zwischen dem aktuellen Wandel durch KI und dem Wechsel in die Cloud vor sechs Jahren. Dadurch wurde das Geschäftsmodell signifikant verändert, und während dieses Prozesses musste man zunächst geringere Margen hinnehmen. Der Markt scheint nun eine ähnliche Entwicklung zu erwarten.

SAP

Palantir-Aktie steuert auf Korrekturtief zu

Auffällig in dem in der vergangenen Woche deutlich verbesserten Umfeld am US-Aktienmarkt ist die Schwäche von Palantir Technologies (ISIN: US69608A1088, Symbol: PLTR). Die Aktie gehörte zu den größten Verlierern im S&P 500 und im NASDAQ-100. Nachrichten vom Unternehmen selbst gab es keine.

Nachdem die Aktie des Softwareherstellers im Jahr 2025 weitgehend vom Ausverkauf im Softwaresektor verschont geblieben war, zeigt sich aber auch hier seit Anfang November 2025 ein Abwärtstrend. Vom Allzeithoch bei 207,52 US-Dollar bis zum bisherigen Tief im Februar ging es dabei um über 39 Prozent abwärts. Bis Ende März bildete sich dann eine dynamische Erholungsbewegung mit einem Plus von fast 30 Prozent, bevor anschließend eine neue Abwärtswelle einsetzte. Diese hat sich in der vergangenen Woche fortgesetzt, wobei der Rückgang von einem überdurchschnittlichen Handelsvolumen begleitet wurde. Die PLTR-Aktie hat damit erneut Kurs auf das bisherige Korrekturtief von Februar bei 126,23 US-Dollar genommen. Sollte diese potenzielle Unterstützung brechen, ist mit weiteren Abgaben zu rechnen.

Palantir Technologies

Texas Pacific Land mit fortgesetzter Korrektur

Die Aktie von Texas Pacific Land (ISIN: US88262P1021, Symbol: TPL) hat ihre Korrektur in der vergangenen Woche fortgesetzt. Auch diesmal gab es keine Neuigkeiten vom Unternehmen selbst. Auffällig ist jedoch die starke negative Kursreaktion nach der Meldung über den Tod von Murray Stahl, dem Firmenchef von Horizon Kinetics Holding, der auch im Aufsichtsrat von Texas Pacific saß.

Horizon hält rund 15 Prozent der im Umlauf befindlichen TPL-Aktien und ist damit der größte Anteilseigner des Energie-Immobilienunternehmens. „Horizon Kinetics war zusammen mit seinen Vorgängerunternehmen jahrzehntelang der größte Anteilseigner von TPL. Murray glaubte an das Unternehmen, als es noch ein wenig gehandelter, kaum bekannter Trust war, der lediglich einige Grundstücke im Westen von Texas besaß“, erklärte Ty Glover, der Vorstandschef von Texas Pacific. Heute sei TPL eines der größten börsennotierten Energieunternehmen der Welt.

Texas Pacific Land ist einer der größten Landbesitzer im US-Bundesstaat Texas, vor allem im Permian Basin, einem der produktivsten Öl- und Gasfelder der USA. Der Konzern produziert selbst kein Öl und Gas, sondern verdient sein Geld mit verschiedenen Nutzungsformen seines Landes.

Texas Pacific Land

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