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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 17/2026: Bloom Energy, Arm Holdings und Cognizant im Fokus

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 17/2026: Bloom Energy, Arm Holdings und K+S zählen zu den auffälligen Gewinnern. MTU, Cognizant und lululemon stehen wegen Ergebnisrisiken, KI-Druck und Strategiefragen unter Beobachtung.

Tops & Flops KW 17/2026: Bloom Energy und Arm Holdings profitieren von Dynamik und KI-Fantasie, während MTU, Cognizant und lululemon unter Ergebnis- und Strategierisiken leiden.

KI-Nachfrage, Ergebnisqualität und operative Risiken prägen die auffälligsten Kursbewegungen der Woche

Die Tops und Flops der Börsenwoche 17/2026 stehen im Zeichen von Erwartungen an Profitabilität, KI-getriebener Nachfrage und belastbaren Ausblicken. Bei den Gewinnern stützen neue Höchststände, charttechnische Stärke und angehobene Jahresziele. Auf der Verliererseite drücken Ergebnisrisiken, Zweifel an klassischen IT-Dienstleistungen und offene Führungsfragen auf die Kurse.

+++ Tops der Börsenwoche 17/2026 +++

Bloom-Energy-Aktie setzt Aufwärtstrend mit neuen Höchstständen fort

Die Aktie von Bloom Energy (ISIN: US0937121079, Symbol: BE), die an der Börse seit einiger Zeit für Furore sorgt, hat ihren Aufwärtstrend in der vergangenen Woche mit neuen Höchstständen fortgesetzt. Der Wert aus dem Russell 2000, also dem Kursbarometer für kleinere Unternehmen, zeigt damit weiterhin ein starkes Aufwärtsmomentum. Klein ist die Aktie auch nicht mehr. Die Marktkapitalisierung beträgt inzwischen über 64 Milliarden US-Dollar, sodass Bloom Energy inzwischen das Indexschwergewicht ist. Vor einem Jahr waren es knapp 5 Milliarden US-Dollar. Der Börsenwert hat sich damit vervielfacht. Die BE-Aktie ist damit auch ein potenzieller Kandidat für eine Aufnahme in den S&P 500. Sie erfüllt fast alle formalen Anforderungen dafür. Zentrales Problem bleibt jedoch die Profitabilität.

Neu in den US-Leitindex aufgenommen werden nur Unternehmen, deren Gewinnsumme über die vier jüngsten Quartale positiv ist. Und das gilt nach GAAP, also inklusive sämtlicher Sondereffekte. Diese Bilanz ist bislang ernüchternd: Abgesehen von wenigen Ausnahmen wurden bislang rote Zahlen geschrieben. Hat sich das vielleicht im ersten Quartal 2026 geändert? Am nächsten Dienstag, den 28. April, wird Bloom Energy seine Geschäftszahlen für diese Berichtsperiode vorlegen.

Weshalb die Börse seit einiger Zeit auf das Unternehmen setzt und ob die BE-Aktie aktuell ein Kauf ist, zeigt der Beitrag „Bloom Energy: Löst seine Brennstoffzelle das Stromproblem der KI?“.

Bloom Energy

Arm Holdings: Allzeithoch ohne neue Nachrichten rückt die Charttechnik in den Fokus

Die Aktie des Chipdesigners (ISIN: US0420682058) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im NASDAQ-100 und markierte ein neues Allzeithoch. Neue Nachrichten gab es nicht. Die Veröffentlichung von Geschäftszahlen steht erst für den 6. Mai im Terminkalender. Zur positiven Entwicklung beigetragen haben dürfte daher die grundsätzliche Stärke im Technologiesektor.

Arm entwickelt und lizenziert Halbleiter-IP, vor allem CPU-Architekturen, GPU-, System- und Physical-IP sowie zugehörige Software, Tools und Services. Das Geschäftsmodell basiert auf Lizenzverträgen und laufenden Royalties je verkauftem Chip. Die Plattform ist in Smartphones, Rechenzentren, Automotive, IoT und Embedded-Systemen verankert.

Aus charttechnischer Sicht ist interessant, dass die Aktie nun über den Bereich von etwa 180 bis 190 US-Dollar geklettert ist, in dem seit Mitte 2024 mehrere markante Hochpunkte liegen. Das könnte für eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung sprechen, auch wenn der Anstieg seit Anfang Februar mit über 90 Prozent bereits beachtlich ist. Technische Indikatoren wie RSI und Stochastik deuten zudem auf eine Überhitzung hin. Kurzfristige Rückschläge wären daher nicht verwunderlich. Sie zu timen, ist aufgrund der aktuell hohen Dynamik jedoch schwierig. Und es kann noch deutlich weiter aufwärtsgehen, bevor eine Verschnaufpause einsetzt.

Arm Holdings

K+S zählt nach starken Quartalszahlen zu den Gewinnern

Zu den größten Gewinnern aus der DAX-Indizes-Familie gehörte in der vergangenen Woche die Aktie von K+S (ISIN: DE000KSAG888). Nachdem sie in der Vorwoche fast bis zur 100-Tage-Durchschnittslinie zurückgefallen war und damit die Korrektur seit dem Zwischenhoch von Mitte März fortsetzte, folgte nun eine kräftigere Gegenbewegung.

Am Mittwoch hatte der Salz- und Düngemittelhersteller vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITDA) und der Cashflow lagen über den Markterwartungen. Außerdem hatte der Vorstand das EBITDA-Ziel für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Gründe sind ein starkes Geschäft mit Streusalz, höhere Kali-Absatzmengen und Durchschnittspreise im Agrargeschäft, ein stärkerer US-Dollar sowie Kostendisziplin. K+S verwies zwar auch auf Gegenwind durch höhere Material-, Energie- und Frachtkosten infolge des Nahostkonflikts, bei den Anlegern überwogen aber zunächst die positiven Entwicklungen. Ob das ausreicht, die Korrekturbewegung der letzten Wochen nachhaltig zu beenden, bleibt jedoch offen. Aus charttechnischer Sicht ist der jüngste Aufwärtsimpuls bislang nur als technische Gegenbewegung zu bewerten. Daraus könnte erst mehr werden, wenn es gelingt, das Zwischenhoch von Anfang April bei 17,23 Euro zu überwinden.

K+S

+++ Flops der Börsenwoche 17/2026 +++

MTU Aero Engines vor Quartalszahlen: Aktie schwach, Fokus auf Ergebnisse

In der kommenden Woche, am 30. April, wird der DAX-Wert MTU Aero Engines (ISIN: DE000A0D9PT0) Quartalszahlen vorlegen. An den vergangenen Handelstagen gehörte die Aktie zu den schwächsten Mitgliedern des Leitindex. Ist die schwache Kursentwicklung vielleicht ein Vorgeschmack auf die anstehenden Ergebnisse? Der deutsche Konzern entwickelt, fertigt, vertreibt und wartet zivile und militärische Luftfahrtantriebe aller Schub- und Leistungsklassen sowie stationäre Industriegasturbinen.

MTU leidet weiter unter den Folgen eines Problems bei GTF-Triebwerken von Pratt & Whitney, einem wichtigen MTU-Partner. GTF steht für Geared Turbofan, also ein modernes, effizienteres Flugzeugtriebwerk mit Getriebe. Hintergrund ist ein Materialfehler in bestimmten Bauteilen, weshalb viele Triebwerke vorsorglich zusätzlich geprüft und teils repariert werden müssen. Das kostet Geld und belastet den Cashflow. Wichtig bei den Quartalszahlen ist deshalb, ob MTU diese Arbeiten gut abwickeln kann und ob genügend Kapazität vorhanden ist, damit Umsatz und Marge nicht unter Druck geraten.

Aus charttechnischer Sicht ist festzuhalten, dass die Erholung seit Ende März mit den Verlusten der vergangenen Woche wieder nahezu komplett zunichtegemacht wurde. Damit steht nun ein Test der Marke im Bereich von 293,20 Euro im Raum, die aus dem bisherigen Korrekturtief seit dem Allzeithoch von Februar dieses Jahres resultiert.

MTU Aero Engines

Cognizant-Aktie unter Druck: KI-Sorgen belasten IT-Dienstleister

Zu den größten Verlierern aus dem S&P 500 in der vergangenen Woche gehörte die Aktie von Cognizant Technology Solutions (ISIN: US1924461023, Symbol: CTSH). Es gab zwar eine Meldung über neue Patente sowie Nachrichten über eine Zusammenarbeit mit OpenAI. So integriert Cognizant das Programmierungs-Tool Codex direkt in die technischen Arbeitsabläufe seiner Software Engineering Group, mit dem Ziel, es zu einer standardisierten Funktion bei der Entwicklung und Bereitstellung von Software zu machen. An der Börse setzte sich trotzdem der Kursverfall fort. Die Gründe dafür dürften jene sein, die auch anderen Unternehmen aus der Technologiebranche zu schaffen machen: die Befürchtung, dass der Einsatz von KI die bisherigen Geschäftsmodelle disruptiert oder zumindest den Wettbewerbsdruck erhöht.

Cognizant ist ein IT-Dienstleister mit rund 300.000 Mitarbeitern, überwiegend in Indien. Das Unternehmen unterstützt Großkonzerne aus Finanz, Gesundheit und Fertigung bei der digitalen Transformation: von Softwareentwicklung und IT-Outsourcing über Unternehmensberatung bis hin zu KI- und Cloud-Lösungen. Das Geschäftsmodell basiert auf langfristigen Verträgen mit planbaren Einnahmen. Allerdings werden derartige Unternehmungen seit einiger Zeit kritischer gesehen. Kernproblem ist die Deflation traditioneller IT-Dienstleistungen durch generative KI. Die Frage, die viele Anleger umtreibt, ist, ob neue KI-getriebene Umsatzquellen schnell genug wachsen, um den Druck auf das traditionelle Geschäft zu kompensieren. Am nächsten Mittwoch, den 29. April, könnte es weitere Hinweise geben. Dann legt das Unternehmen seine Quartalszahlen vor.

Cognizant Technology Solutions

lululemon-Kurs fällt auf Mehrjahrestiefs: Trendwechsel bleibt offen

Die Aktie des Sportartikelherstellers lululemon athletica (ISIN: US5500211090, Symbol: LULU) schafft es weiterhin nicht, zur alten Form zurückzukehren. In der vergangenen Woche setzte sie ihren übergeordneten Abwärtstrend mit deutlichen Verlusten und neuen Mehrjahrestiefs fort und gehörte dabei zu den schwächsten Werten aus dem NASDAQ-100. Auch die Personalie konnte die Anleger nicht beeindrucken. Die langjährige Nike-Führungskraft Heidi O'Neill wurde zur neuen Vorstandschefin ernannt.

Mit ihr soll das Geschäft des Athleisure-Pioniers, der für seine hochwertige Yoga-Bekleidung bekannt ist, wiederbelebt werden. Zunehmende Konkurrenz durch neuere Mitbewerber, aber auch Innovationsprobleme und eine nicht optimale Produktstrategie machen dem Unternehmen seit einiger Zeit zu schaffen.

Aufgrund einer Wettbewerbsklausel wird die neue Chefin aber erst im September in das Unternehmen eintreten. Die Anleger werden sich also noch etwas gedulden müssen, um konkrete Pläne von ihr zu erhalten, mit denen lululemon wieder auf Kurs gebracht werden soll. Vorher sieht es daher nicht nach einem Trendwechsel aus, weder im operativen Geschäft noch bei der LULU-Aktie. Das sollte auch mit Blick auf die aktuell günstig scheinende Bewertung berücksichtigt werden.

lululemon athletica

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