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Bitcoin-Kurs: Diese Phase entscheidet über den nächsten Trend

Bitcoin.
Schafft der Bitcoin den Ausbruch nach oben? (Foto: tungtaechit / Shutterstock)

Bitcoin stabilisiert sich nach zuletzt hoher Unsicherheit. On-Chain-Daten zeigen Akkumulation, während der Markt zwischen Ausbruch und Rücksetzer schwankt.

Von Louis Blümlein 

Der Bitcoin-Kurs notiert knapp unter 75.000 US-Dollar und präsentiert sich damit deutlich robuster als noch zu Beginn der Woche. Zu diesem Zeitpunkt stand ein Rückfall unter 70.000 US-Dollar im Raum, ausgelöst durch die Unsicherheit rund um den aktuellen Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran. Inzwischen hat sich das Bild aufgehellt. Die zwischen den Kriegsparteien vereinbarte Waffenruhe hält vorerst, parallel laufen Gespräche weiter. Gelöst ist der Konflikt deshalb nicht. Reuters berichtet, dass den diplomatischen Bemühungen zum Trotz die Lage angespannt ist – auch mit Blick auf die Öffnung der Straße von Hormus. Deshalb steht der Ölpreis weiter hoch und der Markt bleibt anfällig für neue Schlagzeilen. 

Dass Bitcoin diese Phase dennoch ohne neuen Abverkauf übersteht, ist ein erster Erfolg. Der Markt reagiert nicht mehr so empfindlich auf schlechte Nachrichten wie noch vor wenigen Wochen. Das spricht dafür, dass ein Großteil des Verkaufsdrucks bereits verarbeitet wurde. Gleichzeitig kommt die Erholung bisher nicht aus dem Nichts. Der Derivatemarkt wird aktiver, das Volumen steigt, und die Funding Rate zieht an. Darin liegt aber auch die Schwachstelle. Sobald sich das Derivatevolumen zu weit vom Spotmarkt entfernt, wird eine Bewegung anfälliger, weil sie stärker auf Hebel als auf echte Nachfrage gebaut ist. Solche Konstellationen wirken dynamisch, kippen aber oft schnell, wenn der Nachrichtenfluss dreht. Diese Gefahr bleibt bestehen, solange die beteiligten Parteien im Iran-Krieg keinen vollumfänglichen Frieden schließen und jederzeit neue Unsicherheit den Markt erreichen kann.

Marktteilnehmer akkumulieren im Hintergrund

Der spannendere Teil liegt im Netzwerk selbst. Die Zahl aktiver Bitcoin-Adressen ist auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren gefallen. Auf den ersten Blick klingt das negativ. Historisch war genau dieses Muster häufig Teil größerer Akkumulationsphasen. Wenn die Aktivität auf der Blockchain so weit zurückgeht, verschwinden in der Regel die kurzfristigen Marktteilnehmer, die auf Schlagzeilen aufspringen und bei Gegenwind sofort verkaufen. Zurück bleibt Kapital mit längerem Horizont. Analysten verweisen darauf, dass gerade diese ruhigen Marktphasen häufig die Grundlage für spätere Neubewertungen bilden, weil das frei handelbare Angebot nach und nach absorbiert wird. Dazu passt der Blick auf den sogenannten Stress-Zyklus. Der Short-Term Sharpe Ratio ist in einen Bereich gefallen, der in früheren Marktphasen immer wieder mit langfristigen Einstiegszonen zusammenfiel. 2015, 2019, 2020 und 2023 ging diesen Werten jeweils eine größere Aufwärtsphase voraus. 

Parallel dazu zeigt der Buy/Sell Pressure Delta, dass der starke Verkaufsdruck bereits abgearbeitet wurde. Die Phase, in der Marktteilnehmer gezwungen waren zu verkaufen, liegt hinter dem Markt. Seitdem nimmt der Druck auf der Verkaufsseite spürbar ab. Gleichzeitig ist noch keine klare Kaufdynamik zu erkennen. Die Nachfrage baut sich zwar langsam auf, reicht aber noch nicht aus, um einen stabilen Aufwärtstrend zu tragen. Genau diese Lücke zwischen erschöpfter Verkaufsseite und noch nicht vollständig zurückgekehrter Nachfrage war historisch oft die Phase mit dem besten Chance-Risiko-Verhältnis. CryptoQuant-Analysten ordnen den Markt daher als Übergangsphase ein. Der Stress lässt nach, die eigentliche Trendwende ist aber noch nicht bestätigt.

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich weiterhin in einer definierten Spanne. Der Bereich um 70.000 US-Dollar bleibt dabei die wichtigste Unterstützung. Die Liquidation Heatmap zeigt, dass sich hier das größte Liquidierungscluster befindet. Das bedeutet, dass in diesem Bereich besonders viel Liquidität liegt, die vom Markt abgeholt werden kann.

Auf der Oberseite zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Bereich bis etwa 80.000 US-Dollar wirkt als Widerstand. Dort trifft der Kurs auf verstärktes Verkaufsinteresse, da viele Marktteilnehmer Gewinne realisieren oder sich neu positionieren. Das bremst die Aufwärtsbewegung und erschwert es, diesen Bereich nachhaltig zu durchbrechen.

Die Struktur dahinter ist klar. Der Verkaufsdruck hat nachgelassen, gleichzeitig fehlt noch die Dynamik auf der Käuferseite, um den Kurs stabil nach oben zu treiben. Solange sich daran nichts ändert, bleibt diese Spanne bestehen. Erst wenn die Nachfrage spürbar zunimmt, dürfte sich entscheiden, in welche Richtung sich der nächste Impuls entwickelt.

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