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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 19/2026: Datadog, MTU Aero Engines und Insmed im Fokus

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Börsenwoche 19/2026: Starke Zahlen, KI-Fantasie und höhere Ausblicke trieben einzelne Aktien an. Andere Titel litten unter Margendruck, Kosten und vorsichtigen Prognosen.

Tops & Flops KW 19/2026: Datadog, MTU Aero Engines und HOCHTIEF legen zu, während Insmed, Zoetis und CDW nach Zahlen oder Prognosen unter Druck geraten.

Quartalszahlen, Ausblicke und KI-Fantasie prägen die Kursreaktionen einzelner Aktien

Tops und Flops der Börsenwoche 19/2026: Starke Geschäftsberichte, höhere Ausblicke und KI-Nachfrage trieben einzelne Aktien nach oben. Andere Titel gerieten trotz Wachstum unter Druck, weil Margen, Kosten oder vorsichtige Prognosen enttäuschten. Das führte zu Gewinnmitnahmen und fortgesetzten Abwärtstrends.

+++ Tops der Börsenwoche 19/2026 +++

Datadog-Aktie springt nach starken Quartalszahlen deutlich an

Am US-Aktienmarkt zeigte insbesondere der Technologiesektor in der vergangenen Woche Stärke. Es gab etliche Werte, die mit deutlichen Kurszuwächsen auf vorgelegte Quartalszahlen reagierten oder von einer anhaltenden KI-getriebenen Wachstumsfantasie profitierten. Am auffälligsten war jedoch das Plus von über 30 Prozent des NASDAQ-100-Wertes Datadog (ISIN: US23804L1035). Insbesondere am Donnerstag sprang der Kurs kräftig an und reagierte damit positiv auf den vorgelegten Geschäftsbericht. Der Spezialist für Datenanalyseplattformen zur Überwachung von Cloud-Anwendungen hatte seine Ergebnisse kräftig gesteigert und damit die Markterwartungen klar übertroffen. Gleichzeitig hob er den Jahresausblick deutlich an. Damit bestätigte er das derzeit positive Branchenumfeld mit einer starken Nachfrage nach Cloud-, Security- und KI-Infrastruktur.

Datadog profitiert strukturell von der fortschreitenden Cloud-Migration und steigenden Anforderungen an Echtzeit-Transparenz in verteilten Systemen. Zu den Wachstumstreibern des Cloud-Wächters zählen steigende Datenvolumina sowie die wachsende Bedeutung von Sicherheits- und Compliance-Lösungen in Cloud-Umgebungen. Durch den starken Kursanstieg in der vergangenen Woche hat die Aktie nun beinahe wieder das markante Allzeithoch von November 2025 bei 201,69 US-Dollar erreicht.

Datadog

MTU Aero Engines: DAX-Wert mit kräftiger Gegenbewegung im Abwärtstrend

In der vergangenen Woche hat der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines (ISIN: DE000A0D9PT0) seine Hauptversammlung abgehalten. Die Aktionäre beschlossen eine Anhebung der Dividende von 2,20 auf 3,60 Euro je Aktie. Ansonsten gab es in der vergangenen Woche nichts Neues aus dem Unternehmen. Dennoch gehörte der DAX-Wert vor dem Dividendenabschlag am Freitag zu den größten Wochengewinnern des Leitindex. Besonders am Mittwoch zog der Kurs kräftig an. Rückenwind kam von der Entspannung im Iran-Krieg, wovon die gesamte Luftfahrtbranche profitierte.

Trotz der positiven Entwicklung in der vergangenen Woche zeigt die MTU-Aktie damit zunächst nur eine technische Gegenbewegung in einem ansonsten weiterhin intakten Abwärtstrend. Um diesen Trend als gebrochen zu bewerten, müsste mit Blick auf die aktuelle Kurskonstellation das Zwischenhoch von Mitte April bei 353,10 Euro überwunden werden.

MTU Aero Engines

HOCHTIEF-Aktie erreicht erneut Kursrekord

Zu den größten Gewinnern der vergangenen Woche am deutschen Aktienmarkt gehörte HOCHTIEF (ISIN: DE0006070006). Der MDAX-Wert zählte dabei zu den wenigen Aktien, die neue Kursrekorde erreichten. Große Neuigkeiten vom Baukonzern, der in Nordamerika, Australien und Europa aktiv ist, gab es keine. Allerdings meldete die CIMIC-Tochter Leighton Asia einen Auftrag für Arbeiten an einem neuen Rechenzentrumsprojekt in Hongkong. HOCHTIEF/ACS-Chef Juan Santamaría betonte, der Auftrag stärke die globale Position des Konzerns bei digitaler Infrastruktur und profitiere von der wachsenden Nachfrage nach sicheren, leistungsfähigen Rechenzentren. Gerade diese KI- und Rechenzentrumsfantasie zählt seit Monaten zu den treibenden Kräften der Aktie. In der nächsten Woche, am 11. Mai 2026, wird HOCHTIEF Quartalszahlen vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob Ergebnisse und Ausblick den Markt weiterhin überzeugen können.

HOCHTIEF ist ein internationaler Infrastruktur- und Baudienstleistungskonzern mit Fokus auf Nordamerika, Australien und Europa. Das Unternehmen entwickelt, plant, finanziert, baut und betreibt komplexe Projekte in den Bereichen Hochbau, Verkehrsinfrastruktur, Energieinfrastruktur, soziale Infrastruktur, Rohstoffe, Bergbau-Dienstleistungen und digitale Infrastruktur. Zu den wichtigen Angeboten zählen Rechenzentren, Schienen- und Straßenprojekte, Brücken, Tunnel, Flughäfen, Energie- und Industrieanlagen sowie Public-Private-Partnership-Modelle. Wachstumstreiber sind der steigende Bedarf an KI- und Cloud-Rechenzentren, Energiewende-Investitionen, die Modernisierung kritischer Infrastruktur und große staatliche Infrastrukturprogramme.

HOCHTIEF

+++ Flops der Börsenwoche 19/2026 +++

Insmed-Aktie: Gute Quartalszahlen reichen dem Markt nicht

In der von zahlreichen Quartalszahlen geprägten Börsenwoche gab es nicht nur positive Kursreaktionen. Eindeutig negativ fiel die Resonanz beim NASDAQ-100-Wert Insmed (ISIN: US4576693075) aus. Das biopharmazeutische Unternehmen hatte dank erfolgreicher Markteinführungen zwar kräftig steigende Ergebnisse verzeichnet und die Markterwartungen übertroffen. Die guten Nachrichten waren aber offenbar nicht gut genug. Zudem verzeichnete der Konzern kräftig steigende Kosten für die Kommerzialisierung der neuen Produkte sowie höhere Entwicklungsaufwendungen. Außerdem beließ der Vorstand die Prognosen für das Gesamtjahr unverändert. Womöglich hatte sich der Markt hier mehr erhofft.

Charttechnisch betrachtet setzte die Aktie damit ihre Korrektur fort, die sich seit dem Allzeithoch Anfang Dezember 2025 bei 212,75 US-Dollar gebildet hat. Der Rückgang beträgt inzwischen mehr als 50 Prozent.

Der Schwerpunkt von Insmed liegt auf der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von schweren und seltenen Erkrankungen der Atemwege sowie immunologisch getriebenen Entzündungskrankheiten. Kommerziell zentral sind derzeit ARIKAYCE zur Behandlung bestimmter Lungeninfektionen und BRINSUPRI bei einer chronischen Erweiterung der Bronchien ohne Mukoviszidose.

Insmed

Zoetis setzt mehrjährige Talfahrt nach Prognosesenkung fort

Im S&P 500 zählte in der vergangenen Woche ebenfalls ein Pharmakonzern zu den größten Verlierern: Zoetis (ISIN: US98978V1035). Mit einem Wochenminus von über 20 Prozent setzte die Aktie damit ihre inzwischen mehrjährige Talfahrt fort. Seit dem Allzeithoch im Dezember 2021 von fast 250 US-Dollar hat der Kurs bereits mehr als 65 Prozent verloren.

Der Tiergesundheitskonzern, der sich auf Arzneimittel, Impfstoffe, Diagnostik, Genetik und digitale Lösungen für Nutz- und Haustiere fokussiert, hatte enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Insbesondere der gesenkte Jahresausblick dürfte den Markt erneut verstimmt haben. Zudem bewertet er das Umfeld derzeit als weniger günstig. Gründe sind die zunehmende Preissensibilität von Tierhaltern, weniger Klinikbesuche, ein stärkerer Wettbewerb sowie Generikadruck.

Angesichts des eindeutigen Abwärtstrends bei der Aktie bieten sich derzeit zwar nicht unbedingt Käufe an. Mit Blick auf die Bewertung könnte das Unternehmen aus fundamentaler Sicht aber zunehmend interessant werden. Durch den starken Kursrückgang haben sich die Bewertungskennziffern normalisiert und sind auf ein attraktives Niveau zurückgefallen.

Zoetis

CDW-Aktie fällt nach Quartalszahlen auf neues Verlaufstief

Für die Aktie des IT-Dienstleisters CDW (ISIN: US12514G1085) läuft es schon seit Längerem schlecht. Seit dem Allzeithoch im April 2024 bei 263,37 US-Dollar hat sich ein Abwärtstrend gebildet. Dieser wurde in der vergangenen Woche mit deutlichen Verlusten von fast 20 Prozent und einem neuen Verlaufstief bestätigt. Die schwache Entwicklung, durch die der Wert zu den größten Verlierern aus dem S&P 500 gehörte, folgte auf die Vorlage von Quartalszahlen. Das Unternehmen konnte zwar den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern, doch die Margen gingen zurück, insbesondere im Regierungssegment. Gleichzeitig hielt das Management trotz eines breit angelegten Segmentwachstums an seiner vorsichtigen Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest und begründete dies unter anderem mit Engpässen bei Speicherchips.

CDW ist ein IT-Lösungsanbieter und Reseller mit Schwerpunkt auf Unternehmen, öffentliche Auftraggeber sowie den Bildungs- und Gesundheitssektor. Das Geschäft umfasst den Vertrieb von Hardware, Software, Cloud-Lösungen, Cybersecurity, Rechenzentrums- und Netzwerktechnik sowie ergänzende Beratungs-, Implementierungs- und Managed-Services. Wachstumstreiber sind steigende IT-Komplexität, die Modernisierung von Infrastruktur, wiederkehrende Software- und Serviceumsätze sowie die Nachfrage nach herstellerübergreifender Beschaffung und Beratung. Risiken sind zyklische IT-Budgets, hoher Wettbewerbsdruck im Reseller- und Systemhausgeschäft sowie Abhängigkeit von Partnerökosystemen, Lieferketten und Herstellerkonditionen.

CDW

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