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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 26/2026: Bayer, Micron, Rheinmetall und Strategy im Fokus

| Thomas Behnke | Lesezeit: 6 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 26/2026: Gerichtserfolg, starke Chipzahlen und Übernahmefantasie treiben Gewinneraktien, während Rheinmetall, Strategy und SpaceX unter Druck geraten.

Bayer profitiert vom US-Gerichtsurteil, Micron stützt die KI-Euphorie. Rheinmetall, Strategy und SpaceX geraten in der Börsenwoche 26/2026 deutlich unter Druck.

Gerichtsurteil, Barofferte, Fregatten-Aus und Bitcoin-Druck setzen starke Akzente

Tops und Flops der Börsenwoche 26/2026 entstehen aus klaren Einzeltreibern: Ein US-Urteil nimmt Rechtsrisiko heraus, eine Barofferte setzt Übernahmefantasie frei, starke Speicherchip-Zahlen stützen den Ausblick. Auf der Verliererseite drücken ein gestopptes Rüstungsprojekt, Bitcoin-Schwäche und Gewinnmitnahmen nach dem Mega-Börsendebüt.

+++ Tops der Börsenwoche 26/2026 +++

Bayer-Aktie zieht nach Gerichtserfolg kräftig an

Das auffälligste Kursplus am deutschen Aktienmarkt zeigte in der vergangenen Woche die Aktie von Bayer (ISIN: DE000BAY0017). Der DAX-Wert hatte in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht des Landes erzielt. Dem Urteil zufolge kann der deutsche Konzern nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden. Das Gericht berief sich darauf, dass in den USA einheitliche Kennzeichnungen von der Umweltbehörde EPA vorgeschrieben seien. Damit könne es keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben.

Bayer zeigte sich mit dem Urteil zufrieden und vertritt die Ansicht, dass dadurch aktuelle Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden dürften, soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen. Zugleich strebt der Konzern weiterhin die finale Genehmigung eines angekündigten großen Sammelvergleichs an.

Mit dem starken Kursanstieg in der vergangenen Woche hat die Bayer-Aktie den Abwärtstrend gebrochen, der sich seit dem Zwischenhoch im Februar dieses Jahres bei 49,78 US-Dollar gebildet hat. Diese Marke ist nun beinahe wieder erreicht. Angesichts der nun verringerten Unsicherheit im Zusammenhang mit den Roundup-Klagen besteht die Möglichkeit, dass ein Ausbruch darüber gelingt, was aus charttechnischer Sicht weiteren Spielraum eröffnen könnte.

Micron Technology stützt KI-Euphorie nach starken Zahlen

Ein großes Thema an den US-Börsen war in der vergangenen Woche die Entwicklung der Halbleiterwerte und die Frage, ob der KI-Hype zum Erliegen kommt. Denn nach einem starken Wochenauftakt und neuen Rekorden beim PHLX Semiconductor Sector Index (SOX) folgte an den beiden Folgetagen ein Rückgang von über 10 Prozent. Angesichts des starken Anstiegs in den vergangenen Monaten war das zwar kein dramatischer Rückschlag, zeigte aber zumindest die Bereitschaft, Gewinne mitzunehmen. Vielleicht auch, weil am Mittwoch nach Börsenschluss mit Micron Technology (ISIN: US5951121038, Symbol: MU) ein Highflyer der letzten Monate und Profiteur des KI-Booms Geschäftszahlen veröffentlichte. Die spannende Frage war, ob der Speicherspezialist überzeugen und damit auch die KI-Euphorie am Laufen halten kann. Die positive Kursreaktion am Donnerstag, die die MU-Aktie auf neue Rekorde steigen ließ, spricht erst einmal dafür, dass das Unternehmen geliefert hat. Es übertraf die durchschnittlichen Analystenerwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich. Auch der Ausblick überzeugte. Einige Analysten bestätigten daher ihre Kaufempfehlungen und erhöhten ihre Kursziele. Besonders euphorisch zeigten sich dabei die Analysten von Susquehanna mit 2.000 US-Dollar.

Ob die MU-Aktie nun sofort weiter durchstartet oder zunächst doch eine Pause macht, ist jedoch offen. Das dürfte auch davon abhängen, wie sich der Gesamtmarkt weiterentwickelt.

Bio-Techne-Aktie springt nach Übernahmeangebot von Merck an

Im S&P 500 verzeichnete in der vergangenen Woche die Aktie des Laborinstrumenteherstellers Bio-Techne (ISIN: US09073M1045) ein besonders bemerkenswertes Plus. Der deutsche Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA (ISIN: DE0006599905) hatte am Donnerstag bekannt gegeben, das US-amerikanische Life-Sciences-Unternehmen für 73 US-Dollar pro Aktie in bar zu übernehmen, was einem Unternehmenswert von rund 11,3 Mrd. US-Dollar entspricht. Die geplante Transaktion wurde zuvor von den Gremien beider Unternehmen genehmigt und wird voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Aufsichtsbehörden sowie die Aktionäre von Bio-Techne müssen noch zustimmen.

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck will durch die Übernahme sein Geschäft mit Laborausrüstung ausbauen. Merck erwartet jährliche Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro. Zudem soll die Übernahme nach dem Abschluss unmittelbar die operative Marge steigern. Bio-Techne ist ein Anbieter von Life-Science-Werkzeugen, Reagenzien und Diagnostiklösungen für Forschung, Biopharma, Zell- und Gentherapie sowie klinische Labore.

+++ Flops der Börsenwoche 26/2026 +++

Rheinmetall übernimmt rote Laterne im DAX

Die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) befindet sich seit dem Zwischenhoch im Januar in einer ausgeprägten Korrektur, die sich in der vergangenen Woche mit einem deutlichen Verlust dynamisch fortsetzte. Der Kurs brach im Vergleich zur Vorwoche um mehr als 20 Prozent ein, wodurch der DAX-Wert zum größten Verlierer im deutschen Leitindex wurde. Zudem hat er nun bei der bisherigen Jahresperformance 2026 mit einem Minus von über 39 Prozent die rote Laterne übernommen.

Mit den jüngsten Abgaben, insbesondere dem kräftigen Kursverlust am Mittwoch, reagierte die Aktie auf schlechte Nachrichten. Aufgrund erheblicher Verzögerungen sowie absehbarer Kostensteigerungen und Risiken hatte das Verteidigungsministerium das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 beendet. Damit entgeht Rheinmetall ein Großauftrag, denn der Düsseldorfer Rüstungskonzern stand kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme des F126-Fregattenprogramms von der niederländischen Schiffbaugruppe Damen, die ursprünglich als Lieferant vorgesehen war.

Strategy-Aktie unter Druck durch Bitcoin-Schwäche

Der Bitcoin (BTC) hat in der vergangenen Woche kräftiger nachgegeben und kämpft mit der Marke von 60.000 US-Dollar. Warum diese aktuell relevant ist und welche Hintergründe die aktuelle Schwäche der Kryptowährung hat, wurde im Beitrag „Bitcoin unter Druck: Rekordabflüsse, extreme Angst und trotzdem Kaufchance?“ gezeigt. Von der aktuellen Entwicklung des Bitcoin-Kurses und der schlechten Stimmung im Bitcoin-Space ist naturgemäß auch das Bitcoin-Vehikel Strategy (ISIN: US5949724083, Symbol: MSTR) betroffen. Es gehörte in der vergangenen Woche mit einem Verlust von über 20 Prozent zu den schwächsten Werten aus dem NASDAQ-100. Während der Bitcoin selbst noch mit der potenziellen Unterstützung im Bereich des Februartiefs von 60.000 US-Dollar kämpft und diese noch nicht nachhaltig verletzt hat, ist die MSTR-Aktie bereits deutlicher unter ihr Februartief von 104,17 US-Dollar gerutscht. Begleitet wurde dies von einem anziehenden Handelsvolumen.

Die jüngste Kursentwicklung der Strategy-Aktie, die die stärkste Underperformance gegenüber dem Bitcoin seit März 2024 verzeichnet, ist damit ein Indiz für zunehmende Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells des weltweit größten Bitcoin-Unternehmens. Dieser Punkt könnte auch das Sentiment bei der Kryptowährung selbst weiter belasten.

SpaceX-Aktie korrigiert nach starkem Börsendebüt

Der fulminante Börsengang von SpaceX (ISIN: US84615Q1031, Symbol: SPCX) ist nun zwei Wochen her, und nach dem positiven Start hat sich der Hype etwas beruhigt. Am 16. Juni markierte die Aktie mit 225,64 US-Dollar das bisherige Allzeithoch, anschließend setzte eine Korrektur ein, die sich in der vergangenen Woche fortgesetzt hat. Die SPCX-Aktie gehörte dabei zu den größten Verlierern unter den US-Schwergewichten. Mit zuletzt 153 US-Dollar liegt der Kurs zwar weiterhin über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar, hat gegenüber dem Rekordhoch aber bereits deutlich nachgegeben.

Unterdessen sorgt das Unternehmen von Elon Musk weiter für Schlagzeilen mit seinen Bestrebungen, das Geschäftsmodell voranzubringen und die Aktivitäten auszuweiten. Berichten zufolge plant es nun konkret, einen neuen Starlink-Mobilfunkdienst für US-Verbraucher auf den Markt zu bringen. Das wäre eine logische Konsequenz. Gwynne Shotwell, Präsidentin und COO von SpaceX, hatte Investoren während einer Roadshow zum Börsengang die Einführung eines Starlink-Endkundenprodukts in Aussicht gestellt. Demnach könnte SpaceX ein eigenes terrestrisches Mobilfunknetz in den USA aufbauen.

Außerdem kündigte SpaceX an, im nächsten Monat mit dem Bau einer acht Meilen langen Erdgasleitung zu beginnen, die den Starbase-Startkomplex in Südtexas versorgen soll. Das unterstreicht die Bestrebungen, die Startfrequenz der eigenen Raketen deutlich zu erhöhen.

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