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JEDI trifft auf SpaceX-Boom: Möge die Rendite mit dir sein

| Thomas Behnke | Lesezeit: 6 Min.

Ein Mann mit Kapuze hält ein horizontal ausgerichtetes leuchtendes Lichtschwert vor sich, blaues Licht erhellt sein Gesicht.
Ein Mann in dunkler Kapuze, gekleidet wie ein Jedi-Ritter aus den Star-Wars-Filmen, hält ein leuchtendes Lichtschwert vor sich. Der VanEck Space Innovators ETF trägt den Börsenkürzel JEDI und hat seit Anfang 2025 rund 190 Prozent zugelegt. (Foto: Shutterstock)

Nach dem SpaceX-Börsengang stellt sich die Frage: Lohnt sich die Aktie oder ist ein Weltraum-ETF wie der JEDI die klügere Wahl? Ein Vergleich mit Chancen und Risiken.

Es war einmal ein Orden von Jedikriegern, die das Universum bereisten, Konflikte schlichteten und die Galaxis zusammenhielten. Star Wars hat seit fast 50 Jahren eine der treuesten Fangemeinden der Welt. Heute ist JEDI auch ein Börsenkürzel, und der dahintersteckende VanEck Space Innovators ETF hat mit Lichtschwert und Robe zwar nichts am Hut, aber eine ähnliche Mission: Anlegern die Möglichkeit geben, mit ihren Investments ins All zu reisen. Seit Anfang 2025 hat er rund 190 Prozent zugelegt, zwischenzeitlich war das Plus sogar noch deutlich größer. Die Macht scheint mit ihm zu sein. Auch SpaceX hat eine fanatische Fangemeinde, wie der erfolgreiche Börsengang am vergangenen Freitag zeigt. Das Investmentthema Weltraum könnte damit endgültig seinen Science-Fiction-Charakter verloren haben, auch wenn viele Vorhaben noch Zukunftsmusik sind. Aber lohnt es sich jetzt, direkt in SpaceX einzusteigen, oder ist ein ETF die klügere Wahl?

SpaceX-Börsengang: Aufbruch in eine neue Galaxis

Es war ein Spektakel. Elon Musk hat es in gewohnter Manier geschafft, die Aufmerksamkeit auf sein Unternehmen zu ziehen: Mit einem Emissionsvolumen von über 75 Milliarden US-Dollar war der Börsengang von SpaceX am vergangenen Freitag der größte der Geschichte. Das Interesse war gewaltig: Privatanleger und Institutionelle stürmten die Aktie. SpaceX war am ersten Handelstag das mit Abstand am meisten gehandelte Papier an den US-Börsen. Die Marktkapitalisierung erreichte in der Spitze 2,3 Billionen US-Dollar.

Dass das Thema Weltraum bei Anlegern gerade so viel Aufmerksamkeit genießt, dürfte kein Zufall sein: Der monatelange Hype um den IPO hat den Sektor ins Rampenlicht gerückt und das Interesse an Weltraum-Investments weit über die üblichen Fangemeinden hinaus getragen. Eine Reihe von einschlägigen Space-Aktien wie EchoStar oder Rocket Lab zeigte deutliche Kursanstiege und trieben damit auch Weltraum-ETFs an, allen voran den VanEck Space Innovators ETF (ISIN: IE000YU9K6K2), aber auch US-amerikanische Pendants wie den Procure Space ETF (UFO), den Tema Space Innovators ETF (NASA) und den VanEck Space ETF (WARP). Die drei letztgenannten sind für deutsche Privatanleger aufgrund europäischer Regulierungsvorschriften allerdings oft nicht direkt handelbar.

Was steckt im JEDI-ETF?

Der JEDI legte im bisherigen Jahresverlauf zwischenzeitlich um mehr als 100 Prozent zu, hat seit dem Allzeithoch von Ende Mai jedoch deutlich korrigiert. Das verdeutlicht die hohe Volatilität, die in dem Sektor steckt. Das gilt selbst für die ETFs, die trotz ihrer Streuung stark schwanken können. Doch was steckt dort eigentlich drin? Der JEDI-ETF bildet den MarketVector Global Space Industry Screened Index ab, der ausschließlich Unternehmen aufnimmt, die mindestens 50 Prozent ihrer Umsätze aus weltraumbezogenen Aktivitäten erzielen. Das Spektrum reicht von Raketenbauern und Satellitenbetreibern über Anbieter von Erdbeobachtung und Navigation bis hin zu Kommunikationsinfrastruktur im Orbit. Insgesamt 25 Unternehmen sind derzeit im Index vertreten, größte Position ist Rocket Lab mit knapp 9 Prozent, gefolgt Viasat mit 7,2 Prozent und Planet Labs mit 6,3 Prozent. Regional dominieren US-amerikanische Unternehmen mit rund zwei Dritteln des Portfolios. Mit einem Fondsvolumen von 2,4 Milliarden US-Dollar gehört JEDI zu den größten Themen-ETFs im Weltraumsegment weltweit, was für einen Sektor, der lange als Nische galt, bemerkenswert ist.

Warum SpaceX noch nicht in den Space-ETFs landet

SpaceX selbst ist in JEDI noch nicht vertreten, und das dürfte vorerst so bleiben. Zwar ist der Börsenneuling seit dem 12. Juni öffentlich handelbar, doch die Aufnahme in einen regelbasierten Index folgt eigenen Gesetzen. Der MarketVector-Index, den JEDI abbildet, schreibt unter anderem einen Mindeststreubesitz und ausreichendes Handelsvolumen vor, Kriterien, die SpaceX mit seinem derzeit sehr geringen Streubesitz von rund 5 Prozent noch nicht ohne Weiteres erfüllt. Ähnliches gilt für die US-Pendants: Auch UFO, NASA und WARP folgen strikten Aufnahmeregeln, die eine sofortige Indexaufnahme nach einem Börsengang in der Regel ausschließen. Nicht alle ETF-Anbieter haben sich dabei gleich positioniert: BlackRock hat seinen im Juni neu aufgelegten iShares Space Technologies ETF gezielt so konstruiert, dass frisch notierte Unternehmen bereits 10 bis 30 Tage nach dem Börsenstart aufgenommen werden können. Wann SpaceX den Sprung in die einschlägigen Space-ETFs schafft, ist offen und die Fangemeinde muss warten. Klar ist aber schon jetzt: Der Weltraum hat sich von einem staatlichen Prestigeprojekt zu einem dynamischen Wachstumsmarkt entwickelt.

Weltraumwirtschaft: Ein Billionen-Markt im Aufbau

Laut dem aktuellen Space Economy Report von Novaspace war die globale Weltraumwirtschaft im Jahr 2025 rund 626 Milliarden US-Dollar wert, etwa doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Die Billionen-Dollar-Marke soll zwischen 2032 und 2034 fallen. Was abstrakt klingt, ist in der Realität längst greifbar: Satelliten synchronisieren Finanztransaktionen und Stromnetze, liefern Echtzeitdaten für Wetter und Navigation, versorgen abgelegene Regionen mit Internetanbindung und spielen eine wachsende Rolle in der militärischen Aufklärung. Starlink hat bewiesen, dass sich damit profitabel wirtschaften lässt. Und SpaceX denkt bereits den nächsten Schritt: Das Unternehmen plant orbitale KI-Rechenzentren im Orbit, also Rechenkapazität direkt im All, die neue Dimensionen in der Datenverarbeitung eröffnen könnten. Der Weltraum soll zum Rechenzentrum werden. Bislang sind solche oder ähnliche Projekte aber Zukunftsmusik. Ob aus den Visionen tragfähige Geschäftsmodelle werden, ist offen. Dennoch sind es genau solche wie Science-Fiction anmutenden Vorhaben, die die Fantasie der Anleger und damit die Bewertungen im Sektor antreiben. Aber genau dort, wo Vision auf Realität trifft, beginnen die Risiken.

Hohe Erwartungen, große Herausforderungen

Der Weltraumsektor wird auf Erwartungen gehandelt, nicht auf Gewinne. Viele Unternehmen im Segment befinden sich noch in frühen Entwicklungsphasen: Sie verbrennen Kapital, schreiben rote Zahlen und sind auf wiederholte Finanzierungsrunden angewiesen. Rocket Lab, derzeit die größte Position im JEDI-ETF, ist dafür ein gutes Beispiel: Das Unternehmen wächst stark, ist aber noch nicht profitabel.

Hinzu kommen operative Risiken, die in kaum einer anderen Branche so drastisch ausfallen können: Ein missglückter Raketenstart, eine Verzögerung bei einer Schlüsselmission oder ein technischer Rückschlag können die Unternehmen schnell von ihrem eingeschlagenen Kurs abbringen und die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle infrage stellen. Auch geopolitische Faktoren spielen eine wachsende Rolle, denn der Weltraum ist längst auch ein strategisches Territorium, in dem Staaten um Einfluss konkurrieren. Regulatorische Einschränkungen, Exportverbote oder veränderte Verteidigungsbudgets können die Nachfrage nach Satelliten und Trägersystemen schnell und unvorhersehbar verschieben. Ein diversifizierter ETF wie JEDI federt einzelne Rückschläge ab, hebt die Sektorrisiken aber nicht auf.

SpaceX oder ETF: Was ist die klügere Wahl?

Investments im Bereich Weltraum sind damit nichts für schwache Nerven. Wer statt auf einzelne Aktien breiter gestreut in dem Sektor investieren will, findet mit ETFs wie dem JEDI Produkte, die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bündeln. SpaceX ist aber vorerst nicht dabei: Der Börsenneuling erfüllt die strikten Aufnahmekriterien der einschlägigen Space-ETFs noch nicht. Wer direkt dort einsteigen will, muss die Aktie kaufen und setzt sich damit den Risiken aus, die ein gehypter Börsengang und dadurch aufgeblähte Bewertung mit sich bringen. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen US-Dollar rangiert SpaceX inzwischen auf Augenhöhe mit anderen etablierten Technologiegiganten wie Broadcom, Taiwan Semiconductor oder Amazon, schreibt im Gegensatz zu diesen aber noch tiefrote Zahlen. In der aktuellen Börsenbewertung steckt daher vor allem Fantasie.

SpaceX wird früher oder später auch in den Space-ETFs landen. Ein ETF könnte daher die vielleicht risikoärmere Einstiegsvariante sein. Allerdings machen die Korrekturen in den vergangenen Wochen deutlich, dass die Kurse nicht nur steigen können. Auch wenn das Investmentthema Weltraum längst keine weit entfernte Galaxis mehr ist, wird die Macht nicht immer mit den Investoren sein.

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