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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 39/2026: BMW fällt auf tiefsten Stand seit 2020

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 39/2026: Meta Platforms, Astera Labs und MTU Aero Engines setzen sich von ihren Juli-Tiefs ab, BMW fällt auf den tiefsten Stand seit August 2020.

BMW fällt auf den tiefsten Stand seit August 2020, Meta Platforms setzt die Erholung fort: Tops und Flops KW 39/2026 mit Astera Labs, MTU Aero Engines, First Solar und Gen Digital.

Juli-Tiefs als Sprungbrett für Meta, aber als Falltür für BMW

In den Tops und Flops der Börsenwoche KW 39/2026 ist bei vier der sechs Aktien das Kurstief aus dem Juli der charttechnische Bezugspunkt. Meta Platforms, Astera Labs und MTU Aero Engines haben sich davon nach oben abgesetzt, BMW ist darunter auf ein Mehrjahrestief gerutscht. Bei First Solar und Gen Digital spielt das Juli-Tief keine Rolle, hier belasten steigende US-Zinsen und Berichte über eine mögliche Milliardenübernahme.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 39/2026 im Überblick

  • Meta Platforms (META): Aktie steigt um fast 17 Prozent und hat seit dem Korrekturtief Ende Juli fast 50 Prozent zugelegt, die starke Resonanz auf den KI-Agenten Muse gilt als möglicher Treiber.
  • Astera Labs (ALAB): Aktie legt ohne Unternehmensnachrichten fast 20 Prozent zu und erreicht das Zwischenhoch von Anfang August bei 367,85 US-Dollar.
  • MTU Aero Engines (MTX): Aktie ist größter DAX-Gewinner der Woche, nach der Rückeroberung der 200-Tage-Linie rückt der Widerstand im Bereich von 382,50 bis 385,50 Euro in den Fokus.
  • BMW (BMW): Aktie fällt unter das Juli-Tief bei 56,40 Euro auf den tiefsten Stand seit August 2020 und liegt im bisherigen Jahresverlauf fast 40 Prozent im Minus.
  • First Solar (FSLR): Aktie hat seit dem Allzeithoch von Anfang Juni mehr als 46 Prozent verloren, steigende US-Zinsen belasten den gesamten Solarsektor.
  • Gen Digital (GEN): Aktie verliert mehr als 20 Prozent nach Berichten über ein mögliches Kaufangebot für GoDaddy.

+++ Tops der Börsenwoche 39/2026 +++

Bei Meta Platforms und Astera Labs sorgt neue KI-Fantasie für kräftige Kursgewinne, während MTU Aero Engines als größter DAX-Gewinner der Woche seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Meta Platforms setzt dynamische Erholung fort

Besonders auffällig unter den US-Schwergewichten war in der vergangenen Woche der Kursanstieg bei Meta Platforms (ISIN: US30303M1027, Symbol: META) von fast 17 Prozent. Die META-Aktie setzte damit ihre dynamische Erholungsbewegung fort, die sich seit dem markanten Korrekturtief Ende Juli gebildet hat. Seither hat das Papier des Social-Media-Konzerns fast 50 Prozent zugelegt.

Jüngst könnte die starke Resonanz auf Metas KI-Agenten Muse zu dem anhaltenden Kaufinteresse beigetragen haben. Die hohe Zahl täglicher Downloads und die schnell wachsende Nutzung werden offenbar als Hinweis darauf gewertet, dass Meta seine KI-Investitionen stärker in konkrete Produkte und perspektivisch in zusätzliche Erlöse überführen kann.

Muse hatte sich nach dem Start am 8. September innerhalb weniger Tage zu einer der erfolgreichsten neuen KI-Apps entwickelt. Der KI-Agent kann eigenständig mehrstufige Aufgaben wie E-Mails, Reisebuchungen oder Transaktionen ausführen und ist mit Metas Plattformen verknüpft.

Astera Labs mit neuem KI-Aufwärtsschub

Auch beim Halbleiterunternehmen Astera Labs (ISIN: US04626A1034, Symbol: ALAB) scheint in der vergangenen Woche die KI-Fantasie wieder neu angefacht worden zu sein. Neuigkeiten vom Unternehmen gab es nicht. Trotzdem kletterte der NASDAQ-100-Wert kräftig. Er legte fast 20 Prozent zu und gehört damit zu den größten Gewinnern aus dem Technologieindex.

Aus charttechnischer Sicht interessant ist, dass die jüngste Erholung kurz vor dem Erreichen des Zwischentiefs von Ende Juli bei 244,61 US-Dollar startete. Das kann als bullishes Zeichen interpretiert werden, weil sich das Tief als Unterstützung herausstellte. Mit der dynamischen Erholung hat die ALAB-Aktie nun ihr Zwischenhoch von Anfang August bei 367,85 US-Dollar erreicht. Sollte dieses potenzielle Hindernis überwunden werden, könnte das für eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtsimpulses sprechen.

Astera Labs entwickelt Konnektivitätslösungen für Cloud- und KI-Infrastrukturen und gilt damit als Profiteur des KI-Booms. Das Unternehmen konzentriert sich auf hochspezialisierte Verbindungslösungen, die Datenströme innerhalb von Rechenzentren beschleunigen. Sie verbessern beispielsweise die Verbindung zwischen Prozessoren, optimieren die Anbindung zwischen Servern und Switches oder erweitern den Arbeitsspeicher von KI-Beschleunigern. Daneben gibt es Lösungen, mit denen Tausende Grafikprozessoren zu einem gemeinsamen Rechencluster verschmolzen werden können. Ergänzt wird die Hardware durch die firmeneigene Software COSMOS, mit der Kunden diese Verbindungen überwachen, steuern und optimieren können. Astera Labs adressiert damit ein Nadelöhr der KI-Revolution. Je größer und leistungsfähiger die KI-Rechenzentren der Hyperscaler werden, desto mehr wird die Datenverbindung zwischen den Komponenten selbst zum Engpass und desto gefragter werden die Lösungen, die genau dieses Problem beheben.

MTU Aero Engines erobert Juli-Tief zurück

Schon in der Vorwoche fester, setzte die Aktie des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines (ISIN: DE000A0D9PT0, Symbol: MTX) ihren Aufwärtstrend in der vergangenen Woche fort. Sie war der größte Gewinner im DAX. Aus charttechnischer Sicht interessant ist, dass das Zwischentief von Juli dieses Jahres bei 332,10 Euro nach dem kurzzeitigen Unterschreiten Mitte September schnell wieder zurückerobert werden konnte. Außerdem ist der Kurs nun wieder deutlicher über seine 200-Tage-Linie geklettert. Damit rückt der potenzielle Widerstand im Bereich von etwa 382,50 bis 385,50 Euro in den Fokus. Gelingt es der MTX-Aktie, ihn zu überwinden, stellt der Bereich von etwa 395,80 bis 404,80 Euro das nächste Hindernis dar.

+++ Flops der Börsenwoche 39/2026 +++

BMW setzt als schwächster DAX-Wert des bisherigen Jahres seine Talfahrt fort. First Solar leidet unter dem steigenden Zinsniveau in den USA, Gen Digital unter Berichten über eine mögliche Übernahme von GoDaddy.

BMW führt DAX-Verliererliste an

Die Aktien der drei großen deutschen Autobauer Volkswagen (ISIN: DE0007664039, Symbol: VOW3), Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000, Symbol: MBG) und BMW (ISIN: DE0005190003, Symbol: BMW) gehören im bisherigen Jahresverlauf 2026 zu den schwächsten Werten im DAX. BMW führt dabei die Verliererliste mit einem Verlust von inzwischen fast 40 Prozent an, nachdem das Papier in der vergangenen Woche weitere Verluste verzeichnete. Der Kurs fiel unter das Zwischentief von Juli dieses Jahres bei 56,40 Euro und erreichte damit ein so niedriges Niveau wie seit August 2020 nicht mehr. Aus charttechnischer Sicht wurde damit der übergeordnete Abwärtstrend bestätigt. Das könnte für eine fortgesetzte Talfahrt sprechen.

Unterdessen setzte BMW den Erwerb eigener Aktien fort. So wurden im Zeitraum vom 14. bis einschließlich 20. September 2026 laut Mitteilung mehr als 710.000 Stammaktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2025/2027 für rund 44 Millionen Euro erworben. Das Programm hat ein maximales Volumen von 2 Milliarden Euro. Bislang wurden bereits rund 23,6 Millionen Aktien für insgesamt etwa 1,73 Milliarden Euro zurückgekauft, womit knapp 87 Prozent des vorgesehenen Umfangs ausgeschöpft sind.

First Solar unter massivem Abgabedruck

Die Aktie von First Solar (ISIN: US3364331070, Symbol: FSLR) steht schon seit Längerem unter massivem Abgabedruck. Dieser setzte sich in der vergangenen Woche fort. Seit dem Zwischenhoch Anfang August ist der Kurs um mehr als 36 Prozent eingebrochen. Seit dem Allzeithoch von Anfang Juni dieses Jahres bei 320,95 US-Dollar ging es um mehr als 46 Prozent abwärts.

Als Auslöser für die jüngste Schwäche, die auch den gesamten Solarsektor unter Druck brachte, gilt das steigende Zinsniveau in den USA. Beispielsweise war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen deutlich über die Marke von 5 Prozent geklettert. Damit verschlechtert sich das Finanzierungsumfeld, was vor allem Unternehmen trifft, die kapitalintensive Investitionen tätigen. Dazu gehört auch die Solarbranche. Dort erfordern Projekte oft erhebliche Vorabinvestitionen, bevor sie Einnahmen generieren, weshalb die Finanzierungsbedingungen von besonderer Bedeutung sind.

Vertreter der Trump-Regierung deuteten zudem an, ein Angebot zur Unterstützung ins Stocken geratener Wind- und Solarprojekte zurückziehen zu können. Das Angebot ist Teil der Verhandlungen mit den Demokraten über ein Gesetz zur Beschleunigung von Energiegenehmigungen. Es gelte allerdings nur, sofern bald eine Einigung erzielt wird. Konkret geht es darum, Genehmigungen für bislang blockierte Projekte wieder freizugeben und im Gegenzug eine umfassendere Reform der Genehmigungsverfahren auf den Weg zu bringen. Die Demokraten verlangen dabei Zusicherungen, dass Wind- und Solarprojekte künftig nicht erneut von der Regierung ausgebremst werden.

Gen Digital rutscht nach Berichten über GoDaddy-Übernahme ab

Auf der Verliererseite am US-Aktienmarkt fällt in der vergangenen Woche besonders die Schwäche von Gen Digital (ISIN: US6687711084, Symbol: GEN) auf. Mit einem Verlust von mehr als 20 Prozent gehört die Aktie zu den größten Verlierern im S&P 500 und NASDAQ-100.

Gen Digital ist ein globaler Anbieter von Cybersecurity- und digitalen Verbraucherschutzlösungen. Zum Portfolio gehören die Marken Norton, Avast, LifeLock, Avira, AVG, ReputationDefender, MoneyLion und weitere Dienste für Gerätesicherheit, Datenschutz, Identitätsschutz und Finanzmanagement.

Presseberichten zufolge will das Unternehmen den Webhosting-Anbieter GoDaddy (ISIN: US3802371076, Symbol: GDDY) übernehmen. Ein entsprechendes Kaufangebot soll bereits gemacht worden sein. Angaben zu den möglichen Bedingungen gibt es bislang nicht. Die Gespräche befinden sich demnach noch in einem frühen Stadium und könnten auch noch scheitern. Die beiden Unternehmen haben sich öffentlich bislang nicht zu den Berichten geäußert.

Für Gen Digital wäre ein Kauf allerdings ein ziemlicher Brocken, was möglicherweise auch den deutlichen Kursrückgang erklärt. Die Marktkapitalisierung von GoDaddy liegt bei rund 12,2 Milliarden US-Dollar. Rechnet man die Nettofinanzschulden hinzu, ergibt sich ein Unternehmensgesamtwert (Enterprise Value) von etwa 15,8 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert lässt sich vereinfacht als wirtschaftlicher Gesamtpreis verstehen, den ein Käufer für das operative Unternehmen einschließlich seiner Nettofinanzschulden aufbringen müsste. Der tatsächliche Übernahmepreis könnte allerdings noch höher liegen, da bei Akquisitionen üblicherweise eine Prämie auf den aktuellen Börsenkurs gezahlt wird.

Gen Digital kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 13,8 Milliarden US-Dollar. Ebenfalls auffällig ist die bereits hohe Nettoverschuldung von etwa 7,8 Milliarden US-Dollar.

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