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Krypto > Läuft Krypto jetzt davon?

Bitcoin gegen den Tech-Crash

| Louis Blümlein

Bitcoin vor Kurs.
Bitcoin behauptet sich - trotz Turbulenzen bei Staatsanleihen und im KI-Sektor. (Foto: fotobubas / Shutterstock)

Tech-Aktien stehen aufgrund neuer KI-Sorgen unter Druck. Der Bitcoin hält sich da erstaunlich gut - und schlägt auf kurze Frist den Nasdaq.

Ausgerechnet aus der KI-Branche selbst kommen derzeit Warnungen, die an der Börse für Unruhe sorgen. Anthropic-Chef Dario Amodei fordert ein langsameres Entwicklungstempo und strengere Sicherheitsmaßnahmen, weil immer leistungsfähigere Modelle aus seiner Sicht größere Risiken mitbringen. Auch andere bekannte Namen wie Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk haben sich zuletzt deutlich stärker zu möglichen Gefahren rund um KI geäußert.

An der Börse reicht das, um die Stimmung zu drehen. Nasdaq-Futures verloren zeitweise rund 1,6 Porzent. Nvidia, Intel, Micron und andere große Profiteure des KI-Booms gerieten unter Druck. SoftBank-Aktien krachten zweistellig nach unten. 

Dahinter steckt vor allem die Sorge, dass der Ausbau von KI irgendwann nicht mehr weiterläuft wie bisher. Kommen strengere Regeln oder wird bei besonders leistungsfähigen Modellen stärker auf die Bremse getreten, könnte das irgendwann die gigantischen Investitionen in Chips, Rechenzentren und neue Modelle treffen.

Bei Unternehmen wie Nvidia oder Micron kratzt das an der Wachstumsstory. Ein großer Teil der Erwartungen hängt daran, dass die Investitionen weiter steigen, weil immer mehr Rechenleistung gebraucht wird. Sobald daran Zweifel aufkommen, werden hohe Bewertungen schnell hinterfragt. 

Bitcoin macht den Tech-Abverkauf bisher kaum mit

Bei Bitcoin sieht gestaltet sich die Lage ruhier. Der Kurs lief zeitweise bis auf rund 79.400 US-Dollar nach oben. Das ist auffällig, weil Bitcoin in klassischen Risk-off-Phasen normalerweise nicht unbedingt der Ort ist, an dem sich Anleger verstecken. 

Wenn die Nervosität breit durch den Markt geht, wird Krypto häufig genauso mitverkauft wie andere riskante Anlagen. Diesmal sitzt das Problem aber vor allem bei den KI-Aktien. Ob Microsoft, Nvidia oder andere Konzerne künftig etwas weniger Geld in Rechenzentren stecken, verändert die Bitcoin-Story erstmal nicht. Deshalb scheint der Markt die aktuelle Debatte bislang eher als Belastung für hoch bewertete Tech-Werte zu sehen und nicht als grundsätzliches Problem für Krypto.

Von einer echten Entkopplung zu sprechen, wäre trotzdem noch zu früh. Dafür ist die Bewegung bislang zu frisch und Bitcoin hängt weiterhin stark am Zinsniveau, Liquidität und der allgemeinen Risikobereitschaft am Markt. Hält sich der Kurs aber auch bei weiteren schwachen Tagen im Tech-Sektor stabil, würde diese relative Stärke deutlich mehr Gewicht bekommen.

Die größere Gefahr liegt außerhalb der KI-Debatte

Solange der Verkaufsdruck vor allem bei Chip- und anderen KI-Aktien bleibt, wird Bitcoin davon also nicht automatisch getroffen. Schwieriger wird es, wenn die Nervosität breiter in den Markt läuft und Anleger anfangen, Risiko quer durchs Depot abzubauen. 

Das Makro-Umfeld bleibt zudem angespannt. Der Ölpreis ist zuletzt deutlich gestiegen und heizt die Inflation an. Gleichzeitig bleiben die Renditen am Anleihemarkt hoch,womit Bonds im Verhältnis zu risikoreicheren Anlagen für Anleger attraktiver werden.

Mit der nächsten Fed-Entscheidung steht außerdem schon der nächste wichtige Termin an. Nach den zuletzt hartnäckigeren Inflationsdaten rechnet der Markt wieder stärker mit einer weiteren Zinserhöhung. Für Bitcoin würde das Gegenwind bedeuten, weil höhere Zinsen Liquidität aus riskanteren Anlagen ziehen können.

Bitcoin hält sich in diesem Umfeld trotzdem erstaunlich stabil. Das ist nach ein paar Tagen noch keine große Trendwende, zeigt aber, dass die aktuellen KI-Sorgen bisher nicht eins zu eins auf Krypto übergreifen.

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