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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 38/2026: Angst vor KI beflügelt CrowdStrike-Kurs

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 38/2026: CrowdStrike erreicht dank der Angst vor KI-Sicherheitsrisiken neue Rekorde, Bilfinger und J.B. Hunt Transport Services senken nach Gewinnwarnungen ihre Jahresziele.

CrowdStrike surft auf der Angst vor KI-Risiken, Bilfinger und J.B. Hunt Transport senken ihre Prognosen: Tops und Flops KW 38/2026 mit Revvity, Redcare Pharmacy und Infineon.

CrowdStrike surft auf der Angst vor KI, Bilfinger und J.B. Hunt senken Ziele

Die Tops und Flops der Börsenwoche KW 38/2026 zeigen bei den Gewinnern eine klare Nähe zum Thema künstliche Intelligenz, bei den Verlierern dagegen vor allem gesenkte Prognosen. CrowdStrike und Revvity profitieren auf unterschiedliche Weise von der KI-Nachfrage, während Redcare Pharmacy rein charttechnisch zulegt. Bilfinger und J.B. Hunt Transport Services büßen nach Gewinnwarnungen deutlich an Wert ein. Der DAX-Wert Infineon kämpft unterdessen an einer wichtigen Unterstützungszone.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 38/2026 im Überblick

  • CrowdStrike (CRWD): Aktie erreicht neue Rekordstände, zählt zu den größten Gewinnern in S&P 500 und Nasdaq-100, CEO Kurtz sieht KI-Sicherheitsrisiken als bereits bestehende Realität.
  • Revvity (RVTY): Aktie zählt zu den größten S&P-500-Gewinnern, Management meldet stärksten Instrumenten-Auftragsbestand seit Jahren, KI als zusätzlicher Nachfragetreiber.
  • Redcare Pharmacy (RDC): Aktie erobert 200-Tage-Linie zurück und zählt zu den größten Gewinnern auf dem deutschen Kurszettel, unternehmensspezifische Auslöser fehlen.
  • Infineon (IFX): Aktie unter den größten DAX-Verlierern, erreicht Unterstützungszone zwischen 53,25 und 54,06 Euro, verkauft Speicherchip-Sparte für 1,12 Milliarden US-Dollar an Winbond.
  • Bilfinger (GBF): Aktie verliert mehr als 20 Prozent nach gesenkten Jahreszielen und bestätigt Abwärtstrend seit Allzeithoch im Februar.
  • J.B. Hunt Transport Services (JBHT): Aktie fällt nach Gewinnwarnung unter die 200-Tage-Linie, steigende Kraftstoff- und Fahrerkosten belasten die Rentabilität.

+++ Tops der Börsenwoche 38/2026 +++

Bei CrowdStrike und Revvity liefert das Thema künstliche Intelligenz jeweils einen eigenen Treiber für die Kursgewinne, während Redcare Pharmacy rein charttechnisch die 200-Tage-Linie zurückerobert.

CrowdStrike: KI-Risiken treiben Aktie auf neue Rekorde

Die wachsenden Risiken durch künstliche Intelligenz sind schon seit einiger Zeit die treibenden Kräfte bei den Kursen von Cybersicherheitsunternehmen. Auch in der vergangenen Woche standen diese hoch im Kurs und gehörten zu den größten Gewinnern am US-Aktienmarkt. Heraus sticht dabei die Performance von CrowdStrike Holdings (ISIN: US22788C1053, Symbol: CRWD). Sie zählte zu den größten Gewinnern im S&P 500 und NASDAQ-100 und erreichte neue Rekorde.

Die cloudbasierte Falcon-Plattform des Cybersecurity-Anbieters soll Unternehmen vor Angriffen auf Endgeräte, Identitäten, Cloud-Umgebungen, Daten und Anwendungen schützen. Die Lösungen werden überwiegend im SaaS-Modell angeboten und durch KI-gestützte Analyse, Automatisierung und eigene Bedrohungsdaten ergänzt. Das Unternehmen bringt sich damit als Profiteur der Risiken in Stellung, die aus der zunehmenden KI-Verbreitung resultieren.

CrowdStrike-CEO George Kurtz sieht die mit KI verbundenen Sicherheitsrisiken nicht als Zukunftsszenario, sondern als bereits bestehende Realität. „Der Geist ist aus der Flasche“, sagte er. KI verschaffe auch weniger versierten Angreifern Fähigkeiten auf professionellem Niveau und beschleunige Cyberattacken erheblich. Eine Verlangsamung der weiteren KI-Entwicklung greife daher zu kurz. Entscheidend seien strengere Sicherheitsmechanismen, eine klare Kontrolle autonomer KI-Agenten und eine engere Zusammenarbeit zwischen KI-Entwicklern und Cybersicherheitsunternehmen.

Revvity: KI und starke Nachfrage sorgen für Kaufanreize

Das Life-Sciences- und Diagnostikunternehmen Revvity (ISIN: US7140461093, Symbol: RVTY), früher bekannt als PerkinElmer, gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern aus dem S&P 500. Konkrete Nachrichten vom Unternehmen gab es keine. Es hatte sich zuletzt jedoch auf mehreren Investorenkonferenzen präsentiert. Offenbar hatte Revvity damit neue Kaufanreize ausgelöst, wie die Dynamik an den vergangenen Handelstagen sowie das hohe Umsatzvolumen nahelegen.

Das Management hatte beispielsweise davon gesprochen, den stärksten Instrumenten-Auftragsbestand der letzten Jahre zu verzeichnen. Hintergrund ist eine stark gestiegene Nachfrage nach High-Content-Screening. Zudem sieht das Unternehmen KI als wichtigen Treiber zusätzlicher Forschungsnachfrage.

Mit seinen Lösungen spricht das Unternehmen Nutzer aus den Bereichen Forschung, Arzneimittelentwicklung und klinische Diagnostik an. Das Portfolio umfasst Reagenzien, Assays, Analyseinstrumente, Bildgebungssysteme, Software sowie genetische und immunologische Diagnostik.

Redcare Pharmacy: Aktie erobert 200-Tage-Linie zurück

Anfang September hatte die Aktie der Online-Apotheke Redcare Pharmacy (ISIN: NL0012044747, Symbol: RDC) ihre 200-Tage-Linie verletzt. In der vergangenen Woche konnte sie diesen Indikator für den langfristigen Trend wieder zurückerobern. Auffällig ist dabei die Dynamik des Anstiegs, und der SDAX-Wert gehörte zu den größten Gewinnern auf dem deutschen Kurszettel. Neuigkeiten aus dem Unternehmen selbst, die als Auslöser gelten könnten, gab es keine.

Allerdings könnte eine andere Nachricht den Kurs gestützt haben. So war die Zahl stationärer Apotheken in Deutschland im ersten Halbjahr weiter gesunken. Der Rückgang fiel zwar nur minimal aus, ist aber grundsätzlich ein strukturell positives Signal für den Versandhandel.

Redcare Pharmacy betreibt Online-Apotheken in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz und zählt sich zu den führenden Anbietern auf diesem Gebiet in Europa. Das Sortiment umfasst rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Beauty- und Körperpflegeprodukte. In Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden werden auch verschreibungspflichtige Medikamente angeboten. Ergänzt wird das Handelsmodell durch pharmazeutische Services und digitale Gesundheitsangebote.

+++ Flops der Börsenwoche 38/2026 +++

Bilfinger und J.B. Hunt Transport Services büßten nach gesenkten Prognosen deutlich an Wert ein, während Infineon nach einem Kursrückgang eine wichtige charttechnische Unterstützungszone erreicht.

Infineon: Hält die Unterstützungszone?

Die Aktie des Halbleiterkonzerns Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004, Symbol: IFX) liegt im Performance-Ranking des bisherigen Jahresverlaufs 2026 zwar weiterhin an der Spitze aller DAX-Werte, hatte zwischenzeitlich aber deutlich stärker im Plus notiert. In der vergangenen Woche gehörte sie zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Aus charttechnischer Sicht hat sie damit die Unterstützungszone im Bereich von 53,25 bis 54,06 Euro erreicht, in der sich mehrere Verlaufstiefs seit Ende Juli befinden. Knapp darüber verläuft auch die 200-Tage-Linie. Weil es in den letzten Wochen trotz mehrerer Anläufe nicht gelungen war, diesen Bereich nachhaltig zu verletzen, scheint diese potenzielle Unterstützungszone eine gewisse Relevanz zu haben. Hier besteht damit die Möglichkeit einer Stabilisierung und einer Gegenbewegung. Sollte die Zone allerdings gebrochen werden, könnte das ein Signal dafür sein, dass sich die Korrektur seit dem Mehrjahreshoch von Anfang Juni bei 88,46 Euro fortsetzt.

Der Halbleiterkonzern hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, einen Teil seines spezialisierten Speicherchip-Geschäfts an den taiwanischen Konzern Winbond Electronics für 1,12 Milliarden US-Dollar verkauft zu haben. Es geht dabei vor allem um sogenannte NOR-Flash-Speicher sowie F-RAM-Produkte für Kunden in den Bereichen Automotive, Industrie und Infrastruktur. Mit dem Verkauf will sich Infineon stärker auf seine Wachstumstreiber konzentrieren. Im Fokus sind dabei vor allem andere spezialisierte Speicherlösungen für Anwendungen in den Bereichen Automotive, Industrie, Infrastruktur, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung.

Bilfinger: Aktie nach gesenkten Jahreszielen unter Druck

Besonders auffällig auf dem deutschen Kurszettel waren in der vergangenen Woche die Verluste des MDAX-Wertes Bilfinger (ISIN: DE0005909006, Symbol: GBF). Sie betrugen mehr als 20 Prozent. Mit diesem Kurssturz bestätigte die Aktie ihren Abwärtstrend, den sie seit dem Allzeithoch Anfang Februar dieses Jahres bei 129,30 Euro gebildet hat. Davon ausgehend hat sie inzwischen um mehr als 50 Prozent verloren.

Auslöser für die besonders schwache Entwicklung in der vergangenen Woche waren die gesenkten Jahresziele aufgrund der Entwicklung im bisherigen Verlauf des zweiten Halbjahres, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Die vom Unternehmen erwartete Erholung bleibe damit aus. Der Industriedienstleister rechnet nun mit etwas weniger Umsatz und einer deutlich niedrigeren Betriebsmarge. Wie das Management mitteilte, verschieben die Kunden ihre Entscheidungen immer wieder, ohne dass es zu nennenswerten Stornierungen komme. Begründet werde dies mit hohen Energiekosten und einem schwer planbaren wirtschaftlichen Umfeld. Im nächsten Jahr erhofft sich Bilfinger jedoch wieder eine Normalisierung.

J.B. Hunt Transport Services fällt nach Gewinnwarnung unter 200-Tage-Linie

Aktien aus dem Transportsektor zeigen schon seit einiger Zeit eine relative Schwäche zum Gesamtmarkt. Hintergrund sind die hohen Preise für Treibstoffe wie Benzin, Diesel und Kerosin, die oft einen großen Ausgabenblock darstellen. Ein Beispiel ist der US-Logistikkonzern J.B. Hunt Transport Services (ISIN: US4456581077, Symbol: JBHT), der zu den größten Transportunternehmen der USA gehört. Er unterhält eine umfangreiche Flotte von Sattelzügen und Containern und bietet kombinierte Transportlösungen auf Straße und Schiene. Die JBHT-Aktie gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern aus dem S&P 500. Auslöser war die Warnung des Unternehmens, dass steigende Kraftstoffpreise, aber auch die anziehenden Kosten für die Fahrer kurzfristig die Rentabilität belasten würden. Deshalb wird mit einem Gewinnrückgang im laufenden Quartal gerechnet.

Die Aktie reagierte äußerst negativ auf diese Nachricht und fiel damit unter das Zwischentief von Anfang September dieses Jahres bei 254,11 US-Dollar. Sie bestätigte damit den Abwärtstrend, der sich seit dem Allzeithoch im Juli dieses Jahres bei fast 300 US-Dollar gebildet hat. Das Minus seither beträgt über 20 Prozent. Aus charttechnischer Sicht ist der JBHT-Kurs nun bis zu seiner 200-Tage-Linie zurückgefallen und hat diese unterschritten. Sollte sich dieser Bruch als nachhaltig erweisen, ist mit weiteren Abgaben zu rechnen.

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