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ETFs & Fonds > Private Teamanteile

Sport-ETF PROS von Amplify: Schießt er über das Ziel hinaus?

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Ein Football-Spieler in rotem Trikot und Helm hechtet mit dem Ball in der Hand waagerecht über den Rasen.
Falcons-Wide-Receiver Olamide Zaccheaus im NFL-Spiel gegen die Carolina Panthers am 20. September 2026 in Atlanta. Beim NFL-Team will der Investor Arctos Partners wohl 10 Prozent der Anteile übernehmen. (Foto: picture alliance / AP Photo/Mike Stewart | Mike Stewart)

Amplify hat den Sport-ETF PROS bei der SEC angemeldet. Bis zu 15 Prozent dürfen in private Teamanteile fließen. Wie der Fonds aufgebaut ist, welche Risiken er birgt und ob deutsche Anleger ihn kaufen können.

Eine Dauerkarte ist für viele Sportfans das Mindeste. Andere Sportbegeisterte suchen in Wetten den Nervenkitzel. Und dann gibt es noch diejenigen, die auf Aktien von ihrem Lieblingsverein setzen, sofern dieser überhaupt börsennotiert ist, wie etwa Manchester United und Borussia Dortmund. Die meisten Profiteams sind es nicht, weshalb private Anleger bei ihnen nur zuschauen konnten, wenn das große Geld einstieg. Zuletzt wurde beispielsweise darüber spekuliert, dass der Investor Arctos Partners 10 Prozent des NFL-Teams Atlanta Falcons übernehmen wird und dafür eine Teambewertung von rund 10,6 Milliarden US-Dollar zugrunde legt. Ein neuer ETF von Amplify will nun auch Kleinanlegern ermöglichen, sich vom großen Sportkuchen eine Scheibe abzuschneiden, zumindest ein Stück weit.

Amplify reicht neuen Sportfonds bei der SEC ein

Es gibt an der Börse keine Sau, die nicht durch das sprichwörtliche Dorf getrieben wird. Gerade die ETF- und Fonds-Anbieter kreieren immer wieder neue Produkte zu Themen, die bislang kaum oder gar nicht bespielt werden. Der US-Emittent Amplify betritt nun ein solches Feld. Am 17. September 2026 hat er bei der US-Börsenaufsicht SEC den Prospektentwurf für den Amplify Pro Sports Private & Public Ownership ETF eingereicht. Der vorgesehene Ticker PROS bringt das Anlagethema marketingtechnisch nahezu perfekt auf den Punkt. Das muss man den Emittenten schon lassen: Sie wissen, wie man neue Investmentwelten erschafft. Der ETF soll in Unternehmen investieren, denen Teams, Ligen oder Arenen aus dem Sport gehören. Anders als beim Gabelli Opportunities in Live and Sports ETF (GOLS), der seit Januar 2026 auf dem Markt ist und nur auf börsennotierte Teambesitzer, Unterhaltungsbetreiber, Sportmedien, Sportmarken und Datenanbieter setzt, will der ETF von Amplify einen Schritt weitergehen. Er soll nicht nur in börsennotierte Unternehmen investieren. Bis zu 15 Prozent seines Vermögens kann der ETF in nicht börsennotierte Beteiligungen stecken.

Nische oder Erfolg: Kommen deutsche Anleger an den Fonds heran?

Eine Eintrittskarte in die Eignerloge ist das für private Investoren zwar nicht, und sie bleiben passive Geldgeber. Trotzdem könnte das Angebot gerade bei den ohnehin schon sportbegeisterten Menschen auf Interesse stoßen. Offen bleibt allerdings, ob der ETF ein großer Erfolg wird und tatsächlich größere Mengen Kapital anzieht, oder ob er ein kleines Nischenthema bleibt und im ETF-Markt gemessen am verwalteten Vermögen eher in den unteren Ligen spielen wird. So wie das Konkurrenzprodukt GOLS, das mit Stand vom 21. September 2026 rund 34 Millionen US-Dollar verwaltet und damit sehr klein ist. Was man jetzt aber schon sagen kann, ist, dass der PROS-ETF für deutsche Privatanleger außer Reichweite liegen dürfte. Der ETF-Anbieter Amplify hat bislang keine Produkte auf dem europäischen Markt zugelassen. Das muss Anleger hierzulande nicht grämen: Ein Themenfonds ist nicht automatisch ein gutes Investment, nur weil das Thema begeistert. Ein schönes Beispiel dafür, wie neue Themen entstehen, ist der Pro Sports Private & Public Ownership ETF aber in jedem Fall.

Wie ist der PROS-ETF aufgebaut?

Der Amplify Pro Sports Private & Public Ownership ETF (PROS) setzt auf zwei Bausteine. Der größere Teil entfällt auf Investments in börsennotierte Unternehmen. Konkret orientiert sich der PROS-ETF am VettaFi Sports Index, den die TMX-Tochter VettaFi entwickelt hat. Der ETF wird aber aktiv gemanagt, das Fondsmanagement entscheidet also über die Zusammensetzung. In den Index aufgenommen werden Besitzer und Betreiber von Profiteams, Ligen oder Arenen mit mindestens 100 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung und 5 Prozent Streubesitz. 80 Prozent des Index entfallen auf Unternehmen, die vor allem vom Profisport leben, 20 Prozent auf Konzerne mit Sportvermögen ab 300 Millionen US-Dollar. Kein Einzelwert darf mehr als 15 Prozent erreichen. Bei Motorsport, Pferderennen und Kampfsport sind es 5 Prozent.

Mögliche Kandidaten: Von Atlanta Braves bis Borussia Dortmund

Welche Unternehmen tatsächlich im Index stehen werden, ist noch nicht öffentlich bekannt. Das dürfte sich aber in den nächsten Wochen ändern. Wirksam werden soll der Prospekt rund um den 1. Dezember. Bis dahin wird es weitere Einzelheiten geben. Ob und wann der Fonds danach tatsächlich an den Start geht, ist offen. Nach einem Blick in das Portfolio des GOLS-ETFs und unter Berücksichtigung der Aufnahmekriterien kämen als mögliche Kandidaten Atlanta Braves Holdings sowie Madison Square Garden Sports mit den New York Knicks und den New York Rangers infrage. Aus Europa könnten Aktien von Fußballvereinen wie Manchester United, Juventus Turin und Trabzonspor Bestandteil des Index werden. Auch Borussia Dortmund, als bislang einziger börsennotierter Verein der Bundesliga, ist ein möglicher Kandidat.

Private Teamanteile: So investiert der Fonds bis zu 15 Prozent

Der kleinere Teil, bis zu 15 Prozent des Fondsvermögens, darf in private Sportbeteiligungen fließen. Auswählen soll diese Investments die Fondsgesellschaft Amplify nach den Vorgaben des Fonds. Laut Prospekt kommen mehrere Wege infrage: Eigenkapitalanteile, Schuldtitel, Anteile an privaten Fonds, Kommanditbeteiligungen, Co-Investments und Käufe am Zweitmarkt. Für den Einstieg erwartet der Fonds, entweder direkt in eine Sportbeteiligung oder über private Fonds eines externen Managers zu investieren, die ihrerseits in weitere private Fonds anlegen können. Wer dieser Manager ist, nennt der Entwurf nicht.

Als Anteilseigner eines solchen privaten Fonds ist der ETF ein passiver Geldgeber ohne Einfluss auf die Anlageentscheidungen. Kapitalzusagen, Sperrfristen, Rückgaberechte, Verwaltungsgebühren und Gewinnbeteiligungen der Manager richten sich nach den Unterlagen des jeweiligen privaten Fonds und nicht nach den Regeln des ETF. Die Obergrenze von 15 Prozent folgt laut Prospekt aus einer US-Aufsichtsregel für illiquide Anlagen: Ein ETF darf nicht mehr als 15 Prozent seines Vermögens in Anlagen stecken, die sich nicht binnen sieben Tagen ohne spürbaren Preisabschlag verkaufen lassen. Damit werden bereits ansatzweise die Risiken deutlich, die sich speziell aus der Ausrichtung des PROS-ETFs ergeben.

Welche Risiken hat der Sport-ETF?

Der Prospekt warnt, dass Anleger Geld verlieren können und der Fonds sein Ziel womöglich verfehlt. Der ETF ist nicht diversifiziert und auf eine Branche ausgerichtet, sodass wenige Einzelwerte den Fondswert stark bewegen können. Der private Teil birgt wiederum besondere Risiken: Die Anteile gelten als illiquide, ihre Bewertung erfolgt nur quartalsweise oder seltener und beruht teils auf Schätzungen. Anleger tragen die Gebühren mehrerer Ebenen, darunter Gewinnbeteiligungen der privaten Manager, und bei Rücknahmen muss der Fonds private Positionen womöglich unter dem zuletzt ermittelten Wert verkaufen.

Hinzu kommen die Risiken des Sportgeschäfts selbst: Streiks, veränderte Medienrechte und Stadionfinanzierung. Auch das Thema Sportwetten taucht im Prospekt auf. Denn regulatorische Eingriffe auf diesem Gebiet können die Einnahmen der Teambesitzer treffen. Weil der ETF voraussichtlich auch in ausländische Werte investieren wird, entstehen zudem Währungsrisiken.

Lohnt sich ein Themenfonds für die Renditejagd?

Ein Spiel endet mit dem Schlusspfiff. Dann steht das Ergebnis fest, und der Wettschein wird abgerechnet. Bei Anteilen wie denen am neuen PROS-ETF dauert es wesentlich länger, bis sich zeigt, ob die Rechnung aufgegangen ist. Solche Themenfonds sind daher nichts für Anleger, die den schnellen Nervenkitzel suchen. Auch dürfte fraglich sein, ob derartige Nischen ausreichend Ertragschancen bieten, um die damit verbundenen Risiken einzugehen. Ob der Fonds damit über das Ziel hinausschießt, lässt sich zwar erst abschließend sagen, wenn die Indexwerte und der externe Manager der privaten Fonds bekannt sind. Ob man als Anleger einen solchen Sport-ETF wirklich braucht, um damit auf Renditejagd zu gehen, darf man jedoch bezweifeln, selbst wenn man sportbegeistert ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anmeldung: Amplify hat am 17. September 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC den Prospektentwurf für den Amplify Pro Sports Private & Public Ownership ETF mit dem vorgesehenen Ticker PROS eingereicht, wirksam werden soll er rund um den 1. Dezember 2026, ein Handelsstart ist offen.
  • Aufbau: Der PROS-ETF von Amplify wird aktiv gemanagt und orientiert sich im börsennotierten Teil am VettaFi Sports Index, der Besitzer und Betreiber von Profiteams, Ligen oder Arenen mit mindestens 100 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung aufnimmt.
  • Private Beteiligungen: Der PROS-ETF von Amplify darf bis zu 15 Prozent seines Vermögens in private Sportbeteiligungen anlegen, entweder direkt oder über private Fonds eines externen Managers, den der Prospektentwurf nicht nennt.
  • Kandidaten: Welche Unternehmen im VettaFi Sports Index stehen werden, ist noch nicht öffentlich bekannt. Mögliche Kandidaten für den PROS-ETF von Amplify sind Atlanta Braves Holdings, Madison Square Garden Sports, Manchester United, Juventus Turin, Trabzonspor und Borussia Dortmund.
  • Risiken: Der PROS-ETF von Amplify ist nicht diversifiziert, seine privaten Anteile sind illiquide und werden nur quartalsweise oder seltener bewertet.
  • Deutschland: Der PROS-ETF von Amplify dürfte für deutsche Privatanleger außer Reichweite liegen, Amplify hat bislang keine Produkte auf dem europäischen Markt zugelassen.

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