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Märkte > Private Markets

Geld verdienen wie die Profis

| Oliver Götz

Banker im Gespräch.
Superreiche stecken schon lange viel Geld in die nicht-öffentlichen Märkte. Inzwischen geht das auch für Privatanleger weitgehend hürdenlos. (Foto: PeopleImages / Shutterstock)

Lange institutionellen Investoren vorbehalten, öffnen sich die Private Markets in rasantem Tempo für Kleinanleger. Die Risiken sind hoch. Die durchschnittlichen Renditen aber auch.

Ein Euro reicht – und schon stecken Kleinanleger mittendrin in einer Welt, die lange Großinvestoren und sehr reichen Privatleuten vorbehalten war. Für diese Mindestsumme bietet der Online-Broker Trade Republic seit Herbst vergangenen Jahres Zugang zu den Privat-Equity-Fonds von Apollo und EQT an. Möglich macht das eine Regellockerung der EU aus 2024, nach der sogenannte European Long-Term Investment Funds, kurz ELTIFs, für Privatanleger geöffnet wurden. ELTIFs umfassen Investments über die ganze Bandbreite der Private Markets, blieben jedoch durch Mindestanlagesummen von 10.000 Euro und vorgeschriebenen Mindestvermögen der Investoren von 100.000 Euro dem Ottonormal-Anleger lange Zeit verborgen. Diese Hürden wurden abgeschafft. Hhinzu kommen technologische Innovationen, die es Brokern wie Trade Republic ermöglichen, Geld von zahlreichen Anlegern zu bündeln und dann als Paket in die Fonds zu investieren, um wiederum die Mindestanlagesummen der Anbieter, die die häufig noch vorgeben, zu umgehen.

Bain sieht Marktvolumen von 65 Billionen US-Dollar bis 2032

Schon wachsen neue ELTIFs wie Pilze aus der Erde, 2024 kamen laut der Ratingagentur Scope 55 der Private Markets-Fonds neu hinzu, in den ersten drei Quartalen 2025 waren es mit 82 noch einmal deutlich mehr. Global boomen die Private Markets schon länger, zwischen 2015 und 2022 hat sich das verwaltete Vermögen in der Anlageklasse verdreifacht, bis Anfang der 2030er Jahre könnte es sich noch einmal verfünffachen und so auf bis zu 65 Billionen US-Dollar anwachsen, schätzen die Unternehmensberater von Bain & Company. „Vermögensverwalter und Asset Manager setzen zunehmend auf Private Markets, weil die Geschäftsmodelle, die das Asset Management über Jahre geprägt haben, weitgehend ausgereizt sind“, sagt Markus Habbel, Global Head Wealth & Asset-Management bei Bain. „Private Vermögenswerte stellen einen deutlich größeren Markt dar als börsennotierte Anlagen und bieten potenziell höhere Renditen, Diversifikation sowie – etwa im Immobilienbereich – einen Schutz vor Inflation.“

Auch Sebastian Erning, Head of Contract & Strategic Partnerships bei Exporo, sieht eine Bedeutungszunahme von Investitionen in die Private Markets. „Gerade in einer Zeit, in der die Aktienmärkte oft uneinheitlich laufen und die Trends unbeständig werden, suchen Anleger alternative Kapitalanlagen. Privatmarktanlagen bieten durch die breite Palette an Möglichkeiten eine ideale Alternative oder Diversifikation.“

Private Equity: Profitieren von Wachstum vor dem IPO

Für Privatanleger ist das Private-Markets Universum aus denselben Gründen wie sie auch für die Profis gelten interessant. Investiert wird außerhalb des klassischen Kapitalmarkts in den Bereichen Private Equity Real Estate, Private Debt, Private Infrastructure (darunter fallen beispielsweise Investments in Solarparks) und – natürlich – Private Equity. Vor allem letzteres, also die Geldanlage in nicht-börsennotierte Unternehmen, gibt Anlegern die Möglichkeit von Wachstum zu profitieren, das abseits der Börse oder vor dem Gang aufs Parkett stattfindet. Beispiele, wie SpaceX oder OpenAI zeigen, dass inzwischen schon hunderte Milliarden an Bewertung angehäuft werden können, bevor es zum IPO kommt.

Über Private Equity lässt sich an solchen Erfolgsgeschichten teilhaben – immer öfter auch von Privatanlegern. Historisch konnten so oft höhere Renditen erzielt werden als an den öffentlichen Märkten (siehe Grafik) – allerdings zum Preis geringerer Handelbarkeit und längerer Kapitalbindung. Im Privat Equity-Bereich stellen Anleger ihr Geld ähnlich wie bei Anlehen über vorbestimmt Zeiträume zu Verfügung. Hinzu kommen höhere Ausfallrisiken, da der Markt weniger stark reguliert ist und auf Fonds wie ELTIFs fallen im Vergleich zu Aktien-ETFs deutlich höhere Gebühren an. Als Beimischung kann Private Equity daher zur Diversifikation beitragen, von größeren Gewichtungen sollten Kleinanleger aufgrund der Risiken eher Abstand halten.

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