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Ray Dalio prophezeit Crash: „Amerika riskiert den Herzinfarkt“

| Redaktion Börse am Sonntag

(Bild: picture alliance)


Milliardär und Hedgefonds-Gründer Ray Dalio warnt vor einer drohenden Finanzkatastrophe in den USA. Schulden, politische Eingriffe und Vertrauensverlust könnten zum Kollaps führen – mit globalen Folgen.

Die Vereinigten Staaten steuern möglicherweise auf eine tiefgreifende Finanzkrise zu – davor warnt kein Geringerer als Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates. Der erfahrene Investor sieht in der aktuellen US-Finanzpolitik eine gefährliche Mischung aus Schuldenexplosion, politischen Eingriffen in die Geldpolitik und gesellschaftlicher Polarisierung – ein Cocktail, der zu einem „finanziellen Herzinfarkt“ führen könnte.

Dalios Warnung kommt nicht überraschend, doch ihre Schärfe ist neu. Die US-Regierung gibt deutlich mehr Geld aus, als sie einnimmt – laut Dalio rund zwei Billionen Dollar jährlich mehr. Diese strukturelle Lücke wird derzeit durch massive Anleiheemissionen gedeckt. Doch die Bereitschaft von Investoren, US-Staatsanleihen zu kaufen, nimmt ab. Viele ziehen sich zurück oder investieren zunehmend in Alternativen wie Gold – ein deutliches Misstrauenssignal.

Ein Finanzcrash mit Ansage?

Was Dalio als „Herzinfarkt“ bezeichnet, könnte sich als umfassender Finanzcrash entpuppen – ausgelöst durch ein Vertrauensverlust in den Dollar und die Zahlungsfähigkeit der USA. Die steigende Schuldenlast macht es der US-Zentralbank, der Federal Reserve (Fed), zunehmend schwer, unabhängig zu agieren. Gleichzeitig mehren sich politische Versuche, Einfluss auf die Fed zu nehmen – etwa durch die Besetzung von Schlüsselposten mit loyalen Persönlichkeiten. Ein solches Vorgehen könnte das Vertrauen der Märkte in die Stabilität der US-Währung nachhaltig beschädigen.

Dalio vergleicht die Lage mit der Zeit vor historischen Krisen – etwa den 1930er-Jahren –, in denen wirtschaftliche Ungleichheit, politische Instabilität und übermäßige Verschuldung zu globalen Turbulenzen führten. Die USA befänden sich in einer ähnlich prekären Situation, so der Investor: „Wenn man ein überarbeitetes System ständig weiter belastet, kommt es irgendwann zum Kollaps.“

Seine Prognose ist deutlich: In den kommenden drei Jahren – plus/minus ein bis zwei Jahre – könne es zu einem gravierenden wirtschaftlichen Einschnitt kommen. Der genaue Zeitpunkt sei schwer vorherzusagen, aber die strukturellen Schwächen seien bereits sichtbar. Für Anleger, Regierungen und Zentralbanken weltweit bedeutet das eine klare Aufforderung zum Handeln.

Fazit

Dalios Analyse ist kein Alarmismus, sondern das Resultat jahrzehntelanger Beobachtung der globalen Finanzsysteme. Wenn ein solch erfahrener Investor eine „Krise mit Ansage“ beschreibt, lohnt es sich hinzuhören – insbesondere angesichts der fragilen Lage der US-Staatsfinanzen. Ob es tatsächlich zum Crash kommt, bleibt offen. Doch die Warnsignale häufen sich – und mit ihnen der Handlungsdruck.

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