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Märkte > Donald Trump

Zocker im Weißen Haus

| Oliver Götz

(Foto: Picture Alliance / Associated Press / Evan Vucci)

Der US-Präsident bewegt die Märkte, wie es ihm gefällt. Ist das noch Politik, oder schon Insiderhandel?

Ein Video aus dem Oval Office geht viral. Donald Trump prahlt damit, wie viel Geld einige seiner einflussreichen Unterstützer inmitten der jüngsten Börsenturbulenzen verdient hätten. „Der hier hat 2,5 Milliarden gemacht, und er hier 900 Millionen“, so der US-Präsident und nennt mit Blick auf die größere Summe den Finanzmakler Charles Schwab beim Namen. Die Stimmung unter den Anwesenden: heiter bis ausgelassen. Es wird viel und lautstark gelacht.

Casino-Stimmung im Weißen Haus, während Millionen Amerikaner durch Trumps erratische Zollpolitik zuletzt mutmaßlich eine Menge Geld an den Märkten verloren haben und angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken um ihre Altersvorsorge bangen.

Was klingt wie ein böser Aprilscherz, ist nichts als die absurde Realität. Erst zwingt Trump mit seinen Zoll-Ankündigungen die Börsen in die Knie, dann knickt er doch ein, verkündet eine 90-tägige Zollpause und die Kurse rasen binnen Minuten wieder nach oben.

So etwas passiert an der Börse. Allein, die Szene aus dem Oval Office legt den Verdacht nahe, dass der US-Präsident und seine Mitstreiter auf Kosten von Privatanlegern zocken. „Wer in der Regierung wusste vorab von Trumps jüngstem Kurswechsel bei den Zöllen?“, fragt der demokratische Senator Adam Schiff in einem Video. „Hat irgendjemand Aktien gekauft oder verkauft und auf Kosten der Öffentlichkeit profitiert?“

Kurzum, es steht die Frage im Raum: wurde hier aus dem Weißen Haus heraus ein gigantischer und verbotener Insiderhandel getätigt? Trump schließlich muss gewusst haben, wie die Märkte reagieren, wenn er die Zölle aussetzt. Er schrieb wenige Stunden vor dieser Entscheidung sogar öffentlich auf seiner eigenen Social Media-Plattform Truth Social: „Jetzt ist eine großartige Zeit, zu kaufen.“

Als er dann wenig später die vorübergehende Zoll-Pause publik machte, rasten die US-Indizes nach oben. Der S&P 500 legte in kürzester Zeit um rund zehn Prozent zu, der Nasdaq100 um über zwölf Prozent. Ein großer Teil der Kursverluste aus den Tagen zuvor war wett gemacht. „Man sagt, es war der größte Tag in der Finanzgeschichte“, verkaufte Trump diesen Börsentag als seinen Erfolg. Wer über die anstehende Zollpause Bescheid wusste, konnte an diesem Tag ein Vermögen machen. Und es gibt neben Trumps Postings und dem Oval Office-Video auch Aussagen führender Regierungsmitglieder, die Spekulationen über Insider-Trades Raum geben. US-Handelsminister Howard Lutnick beispielsweise hatte in den Tagen vor Trumps Zurückrudern empfohlen Tesla Aktie zu kaufen, da diese „nie wieder günstiger“ werden würden. Während der Erholung am Mittwoch legten die Aktien des Autobauers dann um 23 Prozent zu.

Was ist noch Politik, was bewusste Beeinflussung der Märkte, was illegaler Insiderhandel? Die Grenzen verschwimmen gerade. Trump macht die Börsen zum Casino.

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