Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Unternehmens-News > Siemens-Softwarestrategie

Siemens erwirbt US-Softwarefirma Dotmatics für 5,1 Milliarden Dollar

Siemens-Schriftzug
(Foto: shutterstock)

Der Technologiekonzern baut sein KI-gestütztes Softwareportfolio für die Life-Sciences-Branche aus und finanziert den Zukauf durch Verkauf von Konzernbeteiligungen.

Der Münchner Technologiekonzern Siemens setzt seine Expansionsstrategie im Softwarebereich fort. Für 5,1 Milliarden US-Dollar übernimmt das Unternehmen den amerikanischen Softwareentwickler Dotmatics, der auf Forschungs- und Entwicklungssoftware für die Pharmabranche spezialisiert ist. Die Akquisition, die voraussichtlich im Winter 2025/26 abgeschlossen sein wird, stellt einen weiteren Meilenstein in Siemens' Transformation zum führenden Anbieter von Industriesoftware dar.

Dotmatics-Übernahme: Stärkung des Life-Sciences-Portfolios

Dotmatics, mit Sitz in Boston, bietet eine marktführende Plattform für wissenschaftliche Anwendungen und multimodales Datenmanagement im Bereich Life Sciences. Das Unternehmen setzt dabei verstärkt auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Forschungs- und Entwicklungssoftware. Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch betont die strategische Bedeutung der Übernahme: "Mit der Akquisition von Dotmatics stärken wir strategisch unsere Position im Bereich Life Sciences und schaffen ein weltweit führendes KI-gestütztes Software-Portfolio im Bereich Produktlebenszyklus."

Die Übernahme ist Teil des Wachstumsprogramms "One Tech Company", mit dem Siemens seine führende Position bei Industriesoftware weiter ausbauen will. Dotmatics wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 300 Millionen US-Dollar erwirtschaften und gilt als hochprofitabel. Mit rund 800 Mitarbeitern und 14.000 Kunden erwartet das Unternehmen eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von mehr als 40 Prozent.

Finanzierung durch Beteiligungsabbau

Zur Finanzierung der Dotmatics-Übernahme greift Siemens erneut auf den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen zurück. Finanzvorstand Ralf Thomas kündigt an, dass dies "in erster Linie" durch die Veräußerung von Aktien der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers geschehen soll. Bereits für die im Herbst 2024 angekündigte Übernahme des US-Unternehmens Altair für zehn Milliarden Dollar plant Siemens, seinen Anteil an Healthineers von 75 auf 70 Prozent zu reduzieren.

Darüber hinaus hält Siemens noch elf Prozent an Siemens Energy, nachdem bereits sechs Prozent für 2,5 Milliarden Euro zur Finanzierung der Altair-Übernahme verkauft wurden. Diese Beteiligung könnte ebenfalls zur Finanzierung des Dotmatics-Deals herangezogen werden. Die Strategie des Beteiligungsabbaus ermöglicht es Siemens, große Akquisitionen zu tätigen, ohne die eigene Bilanz zu belasten.

Erschließung neuer Marktpotenziale in der Pharmabranche

Mit der Übernahme von Dotmatics erhöht sich nach Angaben von Siemens der adressierbare Gesamtmarkt für Industriesoftware um elf Milliarden Dollar auf insgesamt 79 Milliarden Dollar. Der Konzern erhofft sich von der Akquisition mehr Geschäft mit der Pharmaindustrie, einem Sektor, in dem die Automatisierungs-Sparte Digital Industries bisher kaum vertreten war.

Siemens rechnet mittelfristig mit Umsatzsynergien von rund 100 Millionen Dollar pro Jahr, die langfristig auf über 500 Millionen Dollar ansteigen sollen. "Die Akquisition von Dotmatics schafft starke Umsatzsynergien, ist hochprofitabel und wird sich positiv auf den Cash-flow auswirken", erläutert Finanzvorstand Thomas die Erwartungen des Konzerns.

Strategische Positionierung im wachsenden KI-Markt

Die Dotmatics-Übernahme unterstreicht Siemens' Ambitionen, eine führende Rolle im Bereich KI-gestützter Industriesoftware einzunehmen. Roland Busch betont die zunehmende Bedeutung von KI in den Life Sciences: "Künstliche Intelligenz hat sich in zahlreichen Branchen zu einer transformativen Kraft entwickelt, und ihre Anwendung in den Life Sciences gewinnt zunehmend an Bedeutung."

Durch die Integration von Dotmatics' KI-Expertise in das bestehende Softwareportfolio von Siemens entsteht ein umfassendes Angebot für die Pharma- und Biotechnologiebranche. Dies ermöglicht es Siemens, Kunden bei der Beschleunigung von Innovationsprozessen und der Optimierung von Forschungs- und Entwicklungsabläufen zu unterstützen.

bevorzugte Quelle 

Börse am Sonntag als bevorzugte Quelle festlegen

Sie möchten Finanz- und Wirtschaftsnachrichten von Börse am Sonntag häufiger bei Google sehen?

Bei Google bevorzugen

Ähnliche Artikel