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Silber-Aktien 2025: Die Top 4 im Bewertungs-Check

| Thomas Behnke

Silberbarren und Münzen liegen auf Finanzcharts mit Silberkursen.
Silberbarren und Münzen auf Charts: Die Top 4 Silber-Aktien 2025 im Bewertungs-Check – Chancen und Risiken für Anleger. (Foto: shutterstock)

Silber-Aktien 2025: Peñoles, Fresnillo, Wheaton Precious Metals und Pan American Silver im Bewertungs-Check. Chancen, Risiken und Investment-Potenzial im Überblick.

Silber rückt wieder stärker in den Fokus der Anleger. Während Gold in den vergangenen Jahren als sicherer Hafen glänzte, hinkte das weiße Metall lange hinterher. Genau dieses Nachholpotenzial macht Silber aktuell spannend. Neben dem klassischen Investment in Barren und Münzen oder über börsengehandelte Silber-ETCs stehen vor allem Aktien großer Silberproduzenten im Blickpunkt. Diese Papiere reagieren meist gehebelt auf die Preisbewegung des Edelmetalls, da steigende Silberpreise bei gleichbleibenden Kosten die Umsätze und Gewinne der Konzerne überproportional nach oben treiben. Umgekehrt gilt der Hebel allerdings auch, was die Risiken durch die hohe Volatilität des Silbermarkts verdeutlicht. Im Folgenden stehen die vier größten börsennotierten Silber-Aktien mit einer Einschätzung ihrer aktuellen Bewertung im Mittelpunkt – verbunden mit der Frage, ob sich ein Einstieg lohnen könnte.

Industrias Peñoles – größter börsennotierter Silberproduzent nach Umsatz

Industrias Peñoles (ISIN: MXP554091415) zählt zu den führenden Bergbaukonzernen Mexikos und nimmt im globalen Silbergeschäft eine Ausnahmestellung ein. Das Unternehmen ist breit aufgestellt, fördert neben Silber auch Gold, Zink und Blei und betreibt mit der Met-Mex-Anlage in Torreón eine der größten Metallhütten der Welt. Die vertikal integrierte Struktur sorgt für Effizienz und Stabilität, während die starke Position im Silbermarkt Peñoles international einzigartig macht. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die rund 75-prozentige Beteiligung am britischen Silberproduzenten Fresnillo, die den Einfluss des Konzerns im globalen Markt zusätzlich stärkt.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Peñoles einen Umsatz von 6,65 Milliarden US-Dollar. Rund 32,8 Prozent oder 2,18 Milliarden US-Dollar davon entfielen direkt auf Silber. Mit diesem Wert liegt Peñoles an der Spitze aller börsennotierten Produzenten und gilt damit als weltweiter Marktführer beim Silberumsatz.

Die Aktie wird an der mexikanischen Börse (BMV) unter dem Ticker PE&OLES gehandelt und ist zusätzlich über internationale Plätze wie Frankfurt oder den US-amerikanischen OTC-Markt zugänglich. Damit ist sie auch für internationale Anleger problemlos handelbar.

Aktuell notiert die Peñoles-Aktie mit einem KGV von 20,3. Das erscheint absolut gesehen relativ hoch, liegt jedoch klar unter dem historischen Durchschnittswert von 37,7. Besonders interessant wird der Blick auf das KCV, das derzeit bei 6,4 liegt und damit unter dem langjährigen Mittelwert von 10,3. Diese Kennzahl signalisiert eine attraktive Bewertung und könnte ein Argument für eine nähere Analyse liefern. Auch das charttechnische Bild spricht derzeit für die Aktie: Seit Oktober 2023 befindet sie sich in einem stabilen Aufwärtstrend.

Fresnillo: Mexikos Silberkraftwerk im Vereinigten Königreich gelistet

Fresnillo (ISIN: GB00B2QPKJ12) ist ein britisches, an der London Stock Exchange gelistetes Bergbauunternehmen im FTSE 100, das seinen operativen Schwerpunkt in Mexiko hat. Das Unternehmen betreibt drei Silber- und Goldminen in dem Land: die Fresnillo Mine (Mina Proaño) in Zacatecas – Mexikos wichtigste Silbermine –, die Mine Cienega in Durango und die Mine Herradura in Sonora. Diese Standorte liefern den Löwenanteil der Edelmetallproduktion.

Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatz bei insgesamt 3,64 Milliarden US-Dollar, von denen 1,67 Milliarden US-Dollar auf das Silber-Segment entfielen. Damit zählt Fresnillo zu den größten börsennotierten Produzenten weltweit und bestätigt seine Position als einer der wichtigsten Akteure im internationalen Silbermarkt. Die operative Breite spiegelt sich auch im Ausbau wider: Fresnillo verfügt über eines der größten Explorations- und Lizenzgebiete für Edelmetalle in Mexiko und unterhält darüber hinaus mehr als 20 Projekte im frühen Entwicklungsstadium. Ein besonderer Trumpf ist die Beteiligung an der Juanicipio-Mine, in der Fresnillo 56 Prozent hält und gleichzeitig als Betreiber agiert. Sie gilt als eine der leistungsstärksten Silberminen Mexikos.

Ein Blick auf die Beteiligungsstrategie zeigt, dass Fresnillo lange Zeit rund 9 Prozent am kanadischen Junior-Miner MAG Silver hielt, um die Kooperation bei Juanicipio abzusichern. Mit der im Mai 2025 angekündigten und im Juli 2025 von den Aktionären von MAG Silver beschlossenen Übernahme durch Pan American Silver hätte sich der Anteil von Fresnillo in eine unbedeutende Minderheitsposition an Pan American verwandelt. Da dies nicht den strategischen Zielen entsprach, trennte sich Fresnillo von nahezu allen MAG-Anteilen. Die Beteiligung an Juanicipio bleibt davon unberührt und ist weiterhin ein zentraler Baustein im Portfolio.

Auch die Fresnillo-Aktie befindet sich seit dem Mehrjahreshoch im März 2024 in einem intakten übergeordneten Aufwärtstrend. Das macht sie aus charttechnischer Sicht interessant. Und auch hinsichtlich der Bewertung gibt es Hinweise auf ein vielversprechendes Investment. Während das KGV mit 20,7 derzeit zwar deutlich unter dem historischen Durchschnittswert von 36,4 liegt, ist die Kennzahl absolut gesehen dennoch nicht sonderlich attraktiv. Anders sieht es beim KCV aus: es liegt mit 10,1 nicht nur unter dem langjährigen Mittel von 16,5, sondern bietet auch absolut gesehen attraktives Renditepotenzial von rund 9,9 Prozent, wenn man den operativen Cashflow ins Verhältnis zum Börsenwert setzt. Obendrauf kommt eine Dividendenrendite von aktuell 2,1 Prozent. Damit ist Fresnillo ebenfalls ein Kandidat, als Investment infrage zu kommen und einer genauen Analyse von Chancen und Risiken zu unterziehen.

Wheaton Precious Metals: Kanadas Streaming-Spezialist mit hohen Margen

Das Geschäftsmodell von Wheaton Precious Metals (ISIN: CA9628791027) unterscheidet sich grundlegend von den klassischen Minenbetreibern. Die Kanadier gehören zu den führenden Royalty- und Streaming-Gesellschaften im Edelmetallsektor. Das bedeutet: Wheaton sucht selbst nicht nach Rohstoffen, entwickelt keine Bergbauprojekte und betreibt auch keine Minen. Damit entfallen die typischen Kosten und Risiken, die bei Explorations- und Förderaktivitäten anfallen. Gleichzeitig schlagen sich die Verkaufspreise für Edelmetalle direkt in den Kennzahlen nieder, ähnlich wie bei den klassischen Produzenten.

Während Royalty-Firmen in erster Linie Lizenzgebühren kassieren, liegt der Fokus bei Wheaton auf sogenannten Streaming-Vereinbarungen. Das Prinzip: Das Unternehmen leistet seinen Partnern – in der Regel operative Bergbaufirmen – eine Vorauszahlung in Form von frischem Kapital für Investitionen. Im Gegenzug erhält Wheaton für die gesamte Lebensdauer der Mine einen festgelegten Prozentsatz an der künftigen Produktion, der deutlich unter dem Marktpreis liegt. Dieses Modell sorgt für planbare Einnahmen und ein attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis.

Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Wheaton einen Jahresumsatz von 1,28 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 0,46 Milliarden US-Dollar auf das Silbersegment, während mit rund 62 Prozent der Großteil der Erlöse aus Gold stammte. Diese Verteilung zeigt, dass Wheaton zwar zu den bedeutenden Silberwerten zählt, die Ertragsbasis jedoch deutlich breiter aufgestellt ist und größtenteils von der Entwicklung des Gold-Segments abhängt. Dieser strategischen Entwicklung trug das Unternehmen auch mit einer Namensänderung Rechnung: Ursprünglich als Silver Wheaton bekannt, erfolgte im Jahr 2017 die Umbenennung in Wheaton Precious Metals, um den erweiterten Fokus über Silber hinaus klarzumachen.

Wheaton konzentriert sich dabei vor allem auf Projekte, bei denen Edelmetalle als Nebenprodukt anfallen, etwa beim Abbau von Industriemetallen wie Kupfer. Für Anleger bedeutet das Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio an Minenprojekten ohne die operativen Risiken der Förderung – und mit den höchsten Margen, die im Edelmetall-Business zu erzielen sind.

Aus charttechnischer Sicht lässt die WPM-Aktie derzeit keine Wünsche offen. Sie befindet sich in einem übergeordneten intakten Aufwärtstrend und hat Anfang August mit 103,81 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Seither befindet sich die Aktie in einer kleinen Korrektur. Ist das die Gelegenheit für einen Einstieg mit Fokus auf die Bewertung? Leider nein. Vielmehr zeigt die Aktie, dass sich die Qualität des Geschäftsmodells grundsätzlich in einer sehr hohen Bewertung niederschlägt. KGV und KCV weisen hohe langjährige Durchschnittswerte von 33,5 und 22,4 auf. Aktuell werden diese ohnehin ambitionierten Werte mit 45,3 (KGV) und 31,4 (KCV) sogar noch deutlich übertroffen. Das spricht aus Value-Sicht derzeit gegen ein Investment. Für charttechnisch motivierte Strategien, wie trendfolgende Handelsansätze, könnte die Aktie dennoch geeignet sein.

Pan American Silver: kanadischer Großproduzent mit Wachstum durch MAG-Silver-Übernahme

Pan American Silver (ISIN: CA6979001089) gehört zu den größten primären Silberproduzenten der Welt und hat seinen Sitz in Vancouver. Das Unternehmen betreibt aktuell zehn Minen in Nord- und Südamerika, darunter große Projekte in Mexiko, Peru, Argentinien und Bolivien. Neben Silber spielt auch Gold eine zunehmend wichtige Rolle im Portfolio, sodass Pan American heute zu den breit diversifizierten Edelmetallproduzenten zählt.

Spannend für Anleger ist die im Mai 2025 angekündigte und im Juli 2025 von den Aktionären von MAG Silver beschlossene Übernahme. Mit der Transaktion im Volumen von rund 2,1 Milliarden US-Dollar sichert sich Pan American nicht nur die kanadische Gesellschaft, sondern vor allem deren Anteil an der Juanicipio-Mine in Mexiko, die bislang gemeinsam mit Fresnillo betrieben wird. Damit erhält Pan American Zugang zu einer der ergiebigsten Silberminen der Welt und stärkt seine Position als einer der führenden Player im globalen Silbermarkt erheblich.

Im Geschäftsjahr 2024 hat das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 2,82 Milliarden US-Dollar erzielt. Davon entfiel der Großteil mit 2,15 Milliarden US-Dollar auf das Goldsegment. Das Silber-Segment hatte damit nur einen Anteil von etwa 23,8 Prozent oder 671 Millionen US-Dollar an den Erlösen. Diese Verteilung macht deutlich, dass Pan American trotz seiner Größe bislang stärker als andere Silberwerte von der Goldpreisentwicklung beeinflusst wird. Durch die MAG-Übernahme wird das Silber-Segment jedoch gestärkt.

Charttechnisch ist die Aktie nach einer langjährigen Talfahrt, die ihr Tief im Februar 2024 bei 12,16 US-Dollar hatte, wieder in einen Aufwärtstrend übergegangen, der seither zu einem Kursplus von rund 165 Prozent führte. Das verdeutlicht die Dynamik der Preisbewegungen, die Silber-Aktien aufweisen können. Trotz dieses Anstiegs und einer damit einhergehenden steigenden Bewertung könnte die Aktie nach wie vor als attraktives Investment infrage kommen. Das gilt insbesondere mit Blick auf das KCV von aktuell 11,5. Es liegt nach wie vor deutlich unter dem historischen Durchschnitt von 26,4 und ist auch absolut gesehen attraktiv. Denn davon lässt sich ein Renditepotenzial von rund 8,7 Prozent ableiten, wenn man den operativen Cashflow ins Verhältnis zum Börsenwert setzt. Hinzu kommen weitere 1,5 Prozent Dividendenrendite. Damit ist auch Pan American Silver ein Kandidat, der hinsichtlich seiner Eignung für ein Investment näher betrachtet werden sollte.

Top 4 Silber-Aktien: Chancen durch attraktive Bewertungen

Die vorgestellten Silberaktien sind vor allem bei einer Erwartungshaltung weiter steigender Silberpreise einen näheren Blick wert. Teilweise sehr attraktive Bewertungen bieten einen Anhaltspunkt, um tiefergehende Analysen anzustellen und mögliche Investmentchancen auszuloten. Anleger sollten dabei jedoch die branchentypischen Risiken nicht aus den Augen verlieren. Neben der hohen Volatilität des Silberpreises gilt dies ebenso für die oft noch stärkere Schwankungsanfälligkeit der Silberaktien selbst. Hinzu kommen Wechselkursrisiken, geopolitische Unsicherheiten sowie operative Herausforderungen im Minensektor. Wer sich dieser Faktoren bewusst ist, kann mit Silberaktien gezielt auf einen Hebel zum Metallpreis setzen und im besten Fall überproportional von einer positiven Entwicklung profitieren.

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