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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 04/2026: Albemarle und Qiagen mit Rückenwind, SAP vor Zahlen schwach

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops" zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.

Tops & Flops der KW 04/2026 im Überblick. Albemarle, Qiagen und Moderna überzeugen mit starkem Momentum, während SAP weiter unter Druck steht. Auch Intel und GE Aerospace zählen zu den Wochenverlierern.

Tops und Flops der Woche: Marktimpulse zwischen Momentum und Gegenwind

Die vergangene Börsenwoche 04/2026 war von deutlichen Kontrasten geprägt. Auf der Gewinnerseite sorgten starke Trends, Übernahmefantasie sowie positive Studien- und Analystenimpulse für kräftige Kursbewegungen. Gleichzeitig standen mehrere Schwergewichte unter Druck, ausgelöst durch vorsichtige Ausblicke, Gewinnmitnahmen nach starken Zahlen oder die Fortsetzung etablierter Abwärtstrends. Fundamentale Entwicklungen, branchenspezifische Themen und charttechnische Faktoren griffen dabei eng ineinander. Welche Aktien in den vergangenen Tagen zu den auffälligsten Gewinnern zählten und welche Werte auf die Verliererseite rutschten, zeigt der Überblick über die Tops und Flops der Woche.

+++ Tops der Börsenwoche 04/2026 +++

Albemarle: mobile KI-Roboter könnten Lithium-Nachfrage steigen lassen

Die Aktie des US-Spezialchemiekonzerns Albemarle (ISIN: US0126531013) befindet sich seit dem markanten Mehrjahrestief von April 2025 bei 49,43 US-Dollar in einem sehr dynamischen Aufwärtstrend. Das Kursplus seitdem beläuft sich auf nahezu 300 Prozent. In der vergangenen Woche gehörte die Aktie erneut zu den größten Gewinnern im S&P 500. Unternehmensspezifische Neuigkeiten gab es zuletzt zwar nicht, dafür sorgten weitere positive Analystenkommentare sowie Heraufstufungen für Unterstützung.

Im Fokus stehen dabei insbesondere die Lithium-Aktivitäten des Konzerns. Albemarle zählt zu den weltweit führenden Produzenten des Metalls, das vor allem für Batterieanwendungen benötigt wird. Ein Bereich, der bereits vor einigen Jahren im Zuge der voranschreitenden Elektromobilität einen starken Hype bei Lithium-Aktien ausgelöst hatte. Auf diesen folgte später jedoch eine deutliche Ernüchterung infolge von Überkapazitäten.

Nun scheint Lithium in einen neuen Aufschwungszyklus eingetreten zu sein. Eine steigende Nachfrage nach Energiespeichern trifft aktuell auf einen über Jahre hinweg verlangsamten Kapazitätsausbau. Als möglicher zusätzlicher Katalysator für den wachsenden Bedarf gilt die sich abzeichnende zunehmende Einführung mobiler KI-Roboter. Dies könnte den Lithium-Bedarf weiter spürbar ansteigen lassen.

Albemarle

Qiagen: stärkster DAX-Wert dank Übernahmefantasie

In der Gewinnerliste des DAX der vergangenen Woche ragt die Aktie des niederländischen Laborausrüsters Qiagen (ISIN: NL0015002CX3) besonders hervor. Zu Wochenbeginn testete das Papier noch die potenzielle Unterstützungszone im Bereich von 38,94 Euro. Vor allem am Dienstag folgte dann ein deutlicher Kurssprung. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über eine mögliche Übernahme. Demnach prüft das Unternehmen strategische Optionen, zu denen auch ein Verkauf zählen könnte. Der Aufsichtsrat soll bereits ein vorläufiges Interesse potenzieller Käufer sondieren, darunter auch strategische Investoren aus den USA. Die Überlegungen befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium, zudem gibt es keine Gewissheit, dass es tatsächlich zu einer Transaktion kommen wird.

Qiagen wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach als mögliches Übernahmeziel gehandelt. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 9,5 Milliarden Euro erscheint auch die Größenordnung für einen potenziellen Kauf realistisch, sodass durchaus mehrere Interessenten infrage kommen könnten.

Qiagen

Moderna knüpft an positives Momentum an – höchster Stand seit November 2024

Mit einem Kursplus von über 20 Prozent zählte die Aktie von Moderna (ISIN: US60770K1079) zu den größten Wochengewinnern im S&P 500. Damit knüpfte das Papier an das positive Momentum seit dem Mehrjahreshoch von November 2025 bei 22,28 US-Dollar an. Seither ist der Kurs um deutlich über 100 Prozent gestiegen und erreichte zuletzt ein Niveau, das seit November 2024 nicht mehr gesehen wurde. Mit einem Zuwachs seit Jahresbeginn von über 75 Prozent ist Moderna aktuell zudem der zweitstärkste Wert im Leitindex hinter SanDisk. Hintergründe zum starken Kursanstieg von SanDisk finden sich im Beitrag „SanDisk-Aktie mit 1.400 Prozent Plus seit der Börsenrückkehr“.

Ein wichtiger positiver Katalysator für den Kursanstieg der Moderna-Aktie in der vergangenen Woche waren die veröffentlichten Daten zur langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit des Krebsimpfstoffs mRNA-4157 in Kombination mit der Anti-PD-1-Therapie Keytruda des Partners Merck (ISIN: US58933Y1055).

Moderna

+++ Flops der Börsenwoche 04/2026 +++

SAP: Abwärtstrend vor anstehenden Zahlen bestätigt

Deutschlands größter Softwarekonzern SAP (ISIN: DE0007164600) wird in der kommenden Woche am 29. Januar 2026 seine vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal sowie für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlichen. Ob sich daraus nun endlich positive Impulse für das DAX-Indexschwergewicht ergeben, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Monaten entwickelte sich die Aktie sehr schwach. Seit dem Allzeithoch im Februar 2025 bei 283,50 Euro hat sich ein Abwärtstrend etabliert, der in der vergangenen Woche durch neue Verlaufstiefs bestätigt wurde. Der Wert war zugleich der größte Wochenverlierer im DAX. Der Verlust seit dem Höchststand beläuft sich mittlerweile auf mehr als 30 Prozent. Damit stellt sich die Frage, ob die jüngsten Abgaben seit dem kleinen Zwischenhoch am 13. Januar dieses Jahres bereits als Vorbote möglicher Enttäuschungen bei den anstehenden Geschäftszahlen zu werten sind. Ebenso denkbar ist, dass mit den jüngsten Kursverlusten bereits ausreichend negative Erwartungen eingepreist wurden und die Stimmung inzwischen so schlecht ist, dass auch positive Überraschungen möglich wären.

Unabhängig davon lässt sich festhalten, dass der Kursrückgang der vergangenen Monate auch auf eine Normalisierung der zuvor stark überzogenen Bewertung zurückzuführen ist. Dieser Prozess könnte noch nicht abgeschlossen sein, da die SAP-Aktie weiterhin Bewertungskennziffern aufweist, die deutlich über den historischen Durchschnittswerten liegen.

SAP

Intel: Starker Wochenverlauf nach Zahlen wieder infrage gestellt

Bis zur Schlussglocke am Donnerstag zählte die Intel-Aktie (ISIN: US4581401001) noch zu den stärksten Werten im NASDAQ-100. Mit einem Hoch von 54,60 US-Dollar wurde dabei das höchste Kursniveau seit Januar 2022 erreicht. Am Donnerstag nach Börsenschluss legte der Halbleiterriese jedoch seine Geschäftszahlen für das Schlussquartal sowie für das Gesamtjahr 2025 vor. Rückblickend konnte das Unternehmen zwar besser als erwartete Ergebnisse für das vierte Quartal präsentieren. Bei den Prognosen für das laufende Quartal blieb Intel jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. Nachbörslich führte dies zu einer deutlich negativen Kursreaktion. Sollte sich deren Ausmaß im regulären Handel bestätigen, wären die zuvor erzielten Wochengewinne mit einem Schlag wieder zunichte gemacht.

Auch die Aussagen des Managements konnten daran wenig ändern. Zum einen hob es die Fortschritte in den KI-gesteuerten Produktkategorien hervor, zum anderen wurde ein klarerer Weg zur Skalierung des Foundry-Geschäfts aufgezeigt. Dem stehen jedoch akute Lieferengpässe sowie steigende Komponentenkosten gegenüber, wodurch das kurzfristige Wachstum begrenzt bleiben dürfte.

Intel

GE Aerospace: Korrektur trotz starker Zahlen im Schlussquartal

Die Berichtssaison in den USA hat an Fahrt aufgenommen. Zu den Unternehmen, die in der vergangenen Woche Geschäftszahlen vorgelegt haben, zählt auch GE Aerospace (ISIN: US3696043013). Während die präsentierten Ergebnisse eine starke operative Entwicklung im Schlussquartal widerspiegelten, wird für das neue Geschäftsjahr ein sich abschwächendes Wachstum erwartet. Dies führte offenbar zu verstärkten Gewinnmitnahmen, sodass die Aktie ihre laufende Korrektur fortsetzte. Der bisherige Höhepunkt der Kursentwicklung war das Allzeithoch vom 6. Januar dieses Jahres. Seither konsolidierte der Kurs zunächst moderat. Mit dem Rückgang in der vergangenen Woche befindet sich die Aktie nun klar im Korrekturmodus. Aus charttechnischer Sicht ist der übergeordnete Aufwärtstrend jedoch weiterhin intakt. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten des Zwischentiefs von Anfang Dezember 2025 bei 279,64 US-Dollar würde diesen Trend brechen.

GE Aerospace ist ein weltweit führender Anbieter von Antrieben, Dienstleistungen und Systemen für die Luft- und Raumfahrt. Das Unternehmen verfügt über eine installierte Basis von rund 50.000 Triebwerken für Verkehrsflugzeuge sowie etwa 30.000 Triebwerken für Militärflugzeuge. Hervorgegangen ist GE Aerospace aus dem früheren Industriekonzern General Electric. Nach der Abspaltung der Energiesparte GE Vernova (ISIN: US36828A1016) und der Healthcare-Sparte GE HealthCare (ISIN: US36266G1076) verblieb die Luftfahrtsparte als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen GE Aerospace. Die Aktie wird weiterhin unter dem Symbol GE gehandelt.

GE Aerospace

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