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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 10/2026: Coinbase und AppLovin stark – Beiersdorf und Monster Beverage schwach

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
In der Börsenwoche 10/2026 gehörten Coinbase, AppLovin und GFT Technologies zu den Gewinnern. Beiersdorf, Monster Beverage und Norwegian Cruise Line standen auf der Verliererseite.

Tops & Flops KW 10/2026: Coinbase profitiert von Kryptofantasie, AppLovin von Werbeplattform-Wachstum und GFT von KI-Strategie. Beiersdorf, Monster Beverage und Norwegian Cruise Line geraten unter Druck.

Ausblicke, KI-Fantasie und Regulierung treiben Gewinner – vorsichtige Prognosen, Bewertung und Kostenrisiken belasten

Strategische Expansion, KI-Fantasie und politische Signale bewegen einzelne Aktien deutlich. Wachstumsstorys rund um Werbetechnologie, Digitalisierung und Kryptoregulierung sorgen für kräftige Erholungen. Gleichzeitig reagieren Anleger empfindlich auf vorsichtige Unternehmensausblicke, hohe Bewertungsniveaus und steigende Kostenrisiken. Auch geopolitische Spannungen und teurere Energie setzen einzelne Geschäftsmodelle unter Druck. Das zeigen die Tops und Flops der Börsenwoche 10/2026.

+++ Tops der Börsenwoche 10/2026 +++

Coinbase Global: Erholung nach massiver Korrektur im übergeordneten Abwärtstrend

Der Kurs der Kryptobörse Coinbase Global (ISIN: US19260Q1076) hatte seit dem Allzeithoch im Juli 2025 bei 444,65 US-Dollar bis zum Tief im Februar um fast 70 Prozent korrigiert. Seither ist eine Erholung zu erkennen, die in der vergangenen Woche dynamisch fortgesetzt wurde. Die Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im S&P 500. Ein Grund für die Stärke dürfte der Anstieg beim Bitcoin sein, weil steigende Kurse typischerweise Handelsvolumen und Transaktionsumsätze der Börse erhöhen. Für zusätzlichen Rückenwind dürfte politische Unterstützung gesorgt haben.

US-Präsident Donald Trump hatte die Banken wegen ihres Widerstands gegen neue Stablecoin-Regeln kritisiert. Außerdem traf er Coinbase-CEO Brian Armstrong. Wenn man die eigenen Engagements im Kryptobereich in Teilen der US-Regierung berücksichtigt, könnte dies als Zeichen für weitere positive regulatorische Weichenstellungen interpretiert werden.

Auch wenn der Kursanstieg zuletzt sehr dynamisch ausfiel, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend bislang intakt. Deshalb lässt sich noch nicht sagen, ob die Bullen nun wieder nachhaltig das Ruder übernehmen können.

Coinbase Global

AppLovin-Aktie steigt nach Wachstumsfantasie durch Expansion der Werbeplattform

Die Aktie von AppLovin (ISIN: US03831W1080) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im NASDAQ-100. Das Unternehmen hatte sich auf der Technology Media & Telecom Konferenz von Morgan Stanley präsentiert und die Expansion seiner Werbeplattform über Gaming hinaus angekündigt, beispielsweise in den E-Commerce-Markt. Das Management sprach von einem potenziellen Markt, der fünf- bis zehnmal größer sein könnte als Gaming-Ads. Das scheint die Anleger überzeugt zu haben. Aus charttechnischer Sicht hat sich damit ausgehend von der zuletzt erkennbaren Stabilisierung im Bereich von rund 360 bis 440 US-Dollar ein kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet. Damit ist die 200-Tagelinie wieder erreicht. Die Frage ist nun, ob der Kurs hier nach unten abprallt oder ob sie zurückerobert werden kann. Letzteres wäre ein Indiz dafür, dass die Korrektur seit Dezember 2025 tatsächlich beendet ist.

AppLovin betreibt eine Softwareplattform für mobile Apps mit Schwerpunkt auf Werbung, Nutzerakquise und Monetarisierung. Kernprodukt ist eine KI-gestützte Werbeplattform, die App-Entwicklern hilft, Nutzer zu gewinnen, Werbung zu optimieren und Umsätze zu steigern. Neben der Softwareplattform betreibt das Unternehmen auch eigene Mobile-Games, die als Daten- und Nachfragebasis für das Werbenetzwerk dienen. Wachstumstreiber sind die zunehmende Verlagerung von Werbebudgets in mobile Kanäle, die steigende Bedeutung datengetriebener Werbung sowie der Einsatz von KI zur Optimierung von Kampagnen und Monetarisierung.

AppLovin

GFT Technologies: Erholung nach Mehrjahrestief im übergeordneten Abwärtstrend

Auf dem deutschen Kurszettel stach in der vergangenen Woche die Aktie des IT-Dienstleisters GFT Technologies (ISIN: DE0005800601) heraus. Nachdem der SDAX-Wert in der Vorwoche noch ein neues Mehrjahrestief bei 13,86 Euro markiert hatte, folgte nun eine deutliche Erholung. Auch wenn diese sehr kräftig ausfiel, ist sie bislang lediglich als technische Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend zu bewerten.

Rückenwind dürften zuletzt die neuesten Meldungen aus dem Unternehmen geliefert haben. Es hatte die Prognosen für 2025 leicht übertroffen und sieht sich in diesem Zusammenhang mit der KI-zentrierten Fünf-Jahres-Strategie bestätigt, die trotz des herausfordernden Marktumfelds erfolgreich umgesetzt wurde. Die Aktionäre sollen daher eine unveränderte Dividende von 0,50 Euro je Aktie erhalten. Gleichzeitig zeigte sich der Vorstand zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr 2026 und stellte ein stärkeres Wachstum bei Umsatz und Gewinn in Aussicht als im vergangenen Jahr. Er sieht dabei eine weiterhin starke Nachfrage nach KI-basierter Modernisierung, Next-Generation-Core-Banking-Implementierungen, Cloud-Transformation und datengetriebenen Geschäftsmodellen als zentrale Wachstumstreiber. GFT Technologies entwickelt IT-Lösungen für die digitale Transformation stark regulierter Branchen, insbesondere für Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen. Der Fokus liegt auf Cloud-Migration, Plattformmodernisierung, Datenarchitekturen sowie der Entwicklung und dem Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.

Die Aktie von GFT Technologies könnte trotz des jüngsten Aufwärtsimpulses mit Blick auf die attraktiv erscheinende Bewertung, das KCV liegt bei gerade einmal rund 9, für eine tiefergehende Analyse in Betracht kommen. Dabei zu berücksichtigen ist, dass die voranschreitende KI-Durchdringung Teile der klassischen Softwareentwicklung automatisieren und damit den Bedarf an externen Entwicklerstunden reduzieren könnte, was für projektbasierte IT-Dienstleister potenziell Druck auf Umsätze und Margen erzeugt. Gleichzeitig entsteht neue Nachfrage nach Architektur, Datenplattformen und der Integration von KI in bestehende Systeme, sodass Dienstleister mit Transformations- und Cloud-Kompetenz eher profitieren können, als verdrängt zu werden.

GFT Technologies

+++ Flops der Börsenwoche 10/2026 +++

Beiersdorf-Aktie bricht nach vorsichtigem Ausblick deutlich ein

Mit einem Minus von mehr als 20 Prozent war die Beiersdorf-Aktie (ISIN: DE0005200000) in der vergangenen Woche der größte Verlierer im DAX. Damit wurde die Erholung seit dem Mehrjahreshoch von September 2025 mit einem Schlag wieder zunichtegemacht. Auslöser für den jüngsten Kurseinbruch war der am Montag vorgelegte Ausblick für das Geschäftsjahr 2026, der zusammen mit den Ergebnissen für 2025 veröffentlicht wurde. Der Körperpflegekonzern stellte lediglich stagnierende bis leicht steigende Umsätze sowie eine operative Marge leicht unter dem Vorjahresniveau in Aussicht und zeigte sich damit deutlich vorsichtiger als vom Markt erwartet. Beiersdorf kündigte zwar parallel ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 750 Mio. Euro für die kommenden zwei Jahre an. Das konnte die negative Reaktion auf den schwachen Ausblick jedoch nicht kompensieren.

Aus charttechnischer Sicht bestätigt der jüngste Kurseinbruch den übergeordneten Abwärtstrend seit dem Allzeithoch von Mai 2024 bei 147,80 Euro. Technische Gegenbewegungen könnten nun Spielraum bis zum Bereich von 88 Euro haben. Um das technische Bild kurzfristig zu verbessern, müsste diese Zone zurückerobert werden. Auf der Unterseite stellt der nun erreichte Bereich von etwa 77,60 bis 82 Euro eine potenzielle Unterstützungszone dar, weil dort mehrere markante Tiefpunkte aus den Jahren 2019, 2020, 2021 und 2022 liegen.

Beiersdorf

Monster Beverage unter Druck: Gewinnmitnahmen nach Allzeithoch

Der Sektor der defensiven Konsumgüter hatte sich seit Jahresbeginn sehr stark gezeigt. In der vergangenen Woche kam es nun zu einem deutlichen Rückgang. Das zeigt sich auch bei vielen Einzelwerten wie etwa der Aktie des Energydrinkherstellers Monster Beverage (ISIN: US61174X1090). Sie gehörte zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Neuigkeiten aus dem Unternehmen gab es keine. Es hatte in der Vorwoche seine Geschäftszahlen vorgelegt und dabei die Markterwartungen leicht verfehlt. Zugleich verwies das Management auf anhaltenden Kostendruck bei Rohstoffen und Marketing. Das könnte im Nachgang Gewinnmitnahmen ausgelöst haben, nachdem die Aktie am Freitag der Vorwoche noch ein neues Allzeithoch erreicht hatte.

Außerdem scheint die anhaltende Diskussion über eine schwächere US-Nachfrage im Getränke- und Konsumgütersegment den Sektor insgesamt belastet zu haben. In diesem Zusammenhang ist auch die hohe Bewertung bei Monster Beverage zu berücksichtigen. Der Aktie werden seit langem sehr hohe Bewertungskennziffern zugebilligt. Womöglich könnte das zuletzt erreichte überdurchschnittliche Niveau jedoch zu viel des Guten gewesen sein und mit den verschlechterten Rahmenbedingungen nicht mehr in Einklang stehen.

Monster Beverage

Norwegian Cruise Line unter Druck: steigende Ölpreise und vorsichtiger Gewinnausblick belasten

Die Kreuzfahrtunternehmen Norwegian Cruise Line Holdings (ISIN: BMG667211046) und Carnival (ISIN: PA1436583006) gehörten in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im S&P 500. Ein Belastungsfaktor waren der Irankrieg und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten für die Reisebranche, aber auch der damit verbundene kräftige Anstieg der Ölpreise, weil Treibstoff einen zentralen Kostenblock für die Branche darstellt und Margenrisiken erhöht.

Norwegian Cruise Line Holdings hatte zudem am Montag Geschäftszahlen vorgelegt, die den Abwärtsdruck verstärkt haben könnten. So war insbesondere der Ausblick beim Gewinn je Aktie für 2026 unter den Erwartungen geblieben. Das Management verwies unter anderem auf steigende Kosten.

Das Unternehmen betreibt Kreuzfahrtmarken im Premium- und Luxussegment und adressiert Freizeitreisende mit internationaler Kundschaft. Es bietet mehrtägige Kreuzfahrten mit globalen Routen, kombiniert mit Bordgastronomie, Unterhaltung, Wellness und Landausflügen.

Norwegian Cruise Line Holdings

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