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Lebensart > Britische Royals

Prinz William trägt eine Quarzuhr: Das steckt dahinter

| Florian Spichalsky | Lesezeit: 5 Min.

Ohne Protz: Auch im Gespräch mit Hollywoodstar Tom Cruise trägt Prinz William seine Lieblings-Omega mit Quarzwerk (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Daniel Leal).

Er könnte jede Luxusuhr der Welt tragen. Doch der Prince of Wales greift Tag für Tag zu einer Omega mit Batterie. Der Grund ist rührend - und die Uhr legt an Wert zu.

Patek Philippe, Audemars Piguet oder A. Lange & Söhne: Diese Marken verbinden Uhrenliebhaber normalerweise mit einem Königshaus. Schmuckstücke aus dem obersten Regal, Dresswatches, die geschmeidig unter der Manschette verschwinden. Doch Prinz William, der künftige König des Vereinigten Königreichs und ein Mann von Welt, trägt eine batteriebetriebene Quarzuhr. Genauer: William rockt eine Omega Seamaster 300 aus den 90ern – und zwar täglich. Ob er sie nachts abnimmt?

Omega Seamaster 300: Mehr Audi als Bentley

Omega, Teil der mächtigen Swatch-Gruppe, zählt zwar zum erlesenen Kreis der Schweizer Luxusuhrenhersteller, ist aber eher Audi als Bentley. Trotzdem gelten Omega-Uhren als echte Klassiker. Das Modell Speedmaster schaffte es sogar auf den Mond – ja, richtig: auf den Mond. Die Marke ist bekannt für hochwertige Automatikwerke, die allein durch die Bewegung des Handgelenks arbeiten. Die Zeiger gleiten über das Ziffernblatt, Sekundensprünge gibt es nicht. Für diese Mechanik brennen Uhrenfans wie Hi-Fi-Liebhaber für Vinyl.

In Williams Uhr dagegen schlägt ein seelenloses Quarzwerk, also ein einfach herzustellendes Werk mit Batterie. Dabei haben Quarzuhren durchaus Vorteile: Sie laufen genauer als mechanische Modelle und müssen seltener gewartet werden. In der Szene zählen solche Argumente aber wenig. Hier dreht sich alles um mechanische Kunst, um kleinste Rädchen, um hochwertige Materialien. Batterien sind hier beliebt wie kalter Kaffee. Mechanische Uhren sind in einer modernen Welt die Antithese der Digitalisierung, ein Rückzugsort für Nerds.

Der schlechte Ruf der Quarzuhr geht auch auf die Quarzkrise zurück, die von etwa 1970 bis Mitte der 1980er Jahre andauerte. Sie beschreibt den Umbruch der Uhrenindustrie. Das japanische Unternehmen Seiko war der erste Hersteller, der eine Quarzuhr auf den Markt brachte. In der Folge gingen viele Unternehmen pleite, die Zahl der Beschäftigten in der traditionellen Uhrenbranche sank massiv. Mechanische Uhren galten als Relikt der Vergangenheit, Quarzuhren waren plötzlich cool, weil modern. In den 80ern setzte eine krasse Gegenbewegung ein. Der Quarzhype fühlte sich an wie eine schlechte Partynacht inklusive Kater.

Dianas Geschenk: Warum William seine Omega nicht ablegt

Steht William auf schlechte Partys? Unwahrscheinlich. Hinter seiner Liebe für diese Uhr steckt eine noch viel größere Liebe: seine Mama. Die Omega Seamaster war ein Geschenk von Prinzessin Diana, deren Stil bis heute ikonisch ist.

Das Modell Seamaster 300 Midsize (Referenz 2561.80.00) wird nicht mehr hergestellt, die Seamaster-Kollektion gibt es aber weiterhin. Der Einstiegspreis liegt bei rund 6.500 Euro. Die Kollektion ist eine echte Cashcow für das Unternehmen. Ihren großen Durchbruch hatte die Seamaster 300 1995 mit James Bond. Damals besaß die Uhr von 007, gespielt von Pierce Brosnan, einen Fernzünder für Bomben und einen Laserstrahl, mit dessen Hilfe er aus einem gepanzerten Zug entkommen konnte. Bond halt. Im Film ist die 41 Millimeter große Variante zu sehen, William trägt das mittelgroße Modell mit zeitlosen 36 Millimetern. Die Uhr ist bis zu 300 Meter wasserdicht. In derartigen Tiefen wurde der britische Prinz allerdings noch nie gesehen.

Omega Seamaster als Geldanlage: Was ist Williams Uhr wert?

Ist die Seamaster (Referenz 2561.80.00) eine smarte Investition? Vermutlich. Auf Chrono24 gibt es gebrauchte Modelle der William-Uhr ab etwa 2.000 Euro, je nach Zustand und Zubehör. Laut den Daten der Plattform ist ihr Wert in den vergangenen fünf Jahren um insgesamt 38 Prozent gestiegen. Keine schlechte Rendite, und hübscher als Aktien allemal.

Historisch haben Omega-Modelle oft an Wert gewonnen, vor allem wenn sie an den Handgelenken prominenter Persönlichkeiten hingen oder eine gute Geschichte zu erzählen hatten. Und Prinz William wird irgendwann König. Anleger dürfen also fantasieren, wie sich der Preis entwickeln könnte, wenn er die Krone trägt. Dass er auch dann zu seiner Lieblingsuhr greifen würde, ist wahrscheinlich. Schließlich trug er sie schon bei der Krönung seines Vaters. Omega freut’s, die Uhrenszene ist gespalten. Prinz William, ein echter Punker.

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