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Märkte > Richtungsentscheid

NVIDIA, S&P 500 und NASDAQ-100 im Chartcheck: uiuiuiui, das wird spannend

| Thomas Behnke

Analyst steht vor mehreren Monitoren mit Aktiencharts in einem Büro mit Blick auf eine nächtliche Skyline.
Börsenanalyst vor mehreren Monitoren mit Aktiencharts und Kursverläufen in einem nächtlichen Großraumbüro. Die Märkte stehen nach den NVIDIA-Zahlen vor einer entscheidenden charttechnischen Phase. (Foto: shutterstock)

NVIDIA kippt nach starken Zahlen, S&P 500 und NASDAQ-100 bilden lange rote Kerzen. Wichtige Unterstützungen wackeln. Der Chartcheck zeigt die entscheidenden Marken und realistische Szenarien für die weitere Entwicklung.

In dem Beitrag „NVIDIA vor den Quartalszahlen: Richtungsentscheid für die US-Märkte“ wurde orakelt, welche Auswirkungen die Quartalszahlen des US-Schwergewichts auf die Wall Street haben werden. Nun haben wir eine erste Indikation. Nach einer anfänglich positiven Reaktion drehten die NVIDIA-Aktie (ISIN: US67066G1040) und die US-Märkte ins Minus. Daraus ergibt sich eine charttechnische Konstellation, die man im Auge behalten sollte. Eine kleine Chartanalyse zeigt, welche Szenarien nun möglich sein könnten.

Hervorragende Quartalszahlen werden abverkauft

Der nüchterne Blick auf die vorgelegten Quartalszahlen von NVIDIA zeigt: der Chip-Hersteller ist weiterhin auf Kurs. Er hatte im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn erneut kräftig zugelegt. Und auch der Blick nach vorn war positiv und lässt weiteres Wachstum bei den Ergebnissen erwarten. Die teils als hervorragend bezeichneten Zahlen und Prognosen hatten daher am Donnerstag zunächst eine positive Kursreaktion bei der NVIDIA-Aktie ausgelöst und damit auch den US-Indizes zu Anstiegen verholfen. Im Handelsverlauf drehte sich jedoch die Richtung und am Ende standen doch recht deutliche Verluste. Bemerkenswert sind auch die großen roten Kerzen.

NVIDIA-Aktie unter Druck: Unterstützungen im Fokus

Nachdem die NVIDIA-Aktie zuletzt etwas deutlicher zurückkam und unter ihre kurz- und mittelfristigen Durchschnittslinien von 21 und 50 Tagen gefallen war, machte sie am Donnerstag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen zunächst einen Sprung zurück über beide Trendindikatoren. Es sah also zunächst positiv aus. Mit dem Abverkauf im Handelsverlauf wurden diese beiden Durchschnittslinien jedoch wieder unterschritten. Ein Zeichen von Stärke ist das nicht.

Noch gibt es allerdings im Bereich von 176,76 bis 180 US-Dollar eine potenzielle Unterstützungszone, die aus den Tiefpunkten der vergangenen Wochen resultiert. Die spannende Frage ist, ob sie erneut verteidigt werden kann. Ein anderes Szenario wäre ein nachhaltiger Bruch, der dann weitere Abgaben nach sich ziehen könnte. Nächste potenzielle Ziele wären dann die Kurszone von etwa 164 bis 169 US-Dollar, in der die Tiefpunkte von September dieses Jahres sowie derzeit auch die 150-Tage-Linie als langfristiger Trendindikator liegen. Hier würde sich entscheiden, ob das Korrekturpotenzial bereits ausgeschöpft ist oder ob es zu einem Trendwechsel kommt.

NASDAQ-100: Lange rote Kerze als Warnsignal

Beim NASDAQ-100 zeigt sich ein ähnliches charttechnisches Bild wie bei der NVIDIA-Aktie. Auch hier hat sich am Donnerstag eine lange rote Kerze gebildet. Anfang Oktober zeigte der Index schon einmal so eine Situation und konnte anschließend einen neuen Aufwärtsimpuls ausbilden. Allerdings hatte er sich damals über seiner 50-Tage-Linie gehalten. Diesmal lag der Kurs bereits darunter und mit den Abgaben im Handelsverlauf wurde diese Durchschnittslinie deutlich unterschritten. Gleichzeitig wurde die potenzielle Unterstützung im Bereich von etwa 24.207 Punkten verletzt, die das Tief der langen roten Kerze im Oktober darstellt.

Gelingt eine schnelle Zurückeroberung, könnte ein Aufwärtsimpuls erfolgen, der zunächst die 50-Tage-Linie als Ziel hätte. Sollte diese dann ebenfalls zurückerobert werden, wäre das ein bullisches Signal.

Kann die 24.207er-Marke dagegen nicht zeitnah wieder überschritten werden, könnte sich die Korrektur fortsetzen. Ein nächstes potenzielles Ziel wäre dann der Bereich von etwa 22.670 bis 22.980 Punkten. Das entspräche ausgehend vom aktuellen Kursniveau einem weiteren Rückgang von etwas mehr als 5 Prozent. In diesem Szenario würde auch die 150-Tage-Linie unterschritten, was die Frage nach einem möglichen Trendwechsel aufwerfen würde.

S&P 500: setzt sich nun die Korrektur fort?

Beim S&P 500 zeigt sich eine vergleichbare Konstellation. Auch hier wurde mit der langen roten Kerze vom Donnerstag der 50-Tage-Durchschnitt signifikant gebrochen. Gleichzeitig wurde die Zone im Bereich von etwa 6.600 bis 6.570 Punkten wieder erreicht und minimal unterschritten. Noch ist hier eine Stabilisierung und ein anschließender Aufwärtsimpuls möglich.

Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone könnte dagegen für eine fortgesetzte Korrektur sprechen, wobei dann zunächst der Bereich von etwa 6.201 bis 6.360 Punkten angesteuert werden könnte. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspräche dies einem weiteren Rückgang von bis zu rund 5 Prozent. Damit hätte der S&P 500 von seinem Allzeithoch am 20. Oktober etwa 10 Prozent korrigiert, was nicht dramatisch, sondern als normales Verschnaufen zu werten wäre. Allerdings würde in diesem Szenario auch die 150-Tage-Linie als langfristiger Trendindikator verletzt, was potenziell weitere Abgaben nach sich ziehen könnte.

Fazit für Anleger: Entscheidungstage für die US-Indizes

Die Reaktion des NVIDIA-Kurses auf die vorgelegten Quartalszahlen hat eine Ausgangslage bei den US-Indizes geschaffen, die in den kommenden Handelstagen im Auge behalten werden sollte. Es steht auf Messers Schneide, ob sich die US-Märkte noch einmal fangen und einen weiteren Aufwärtsimpuls zeigen, oder ob zunächst eine fortgesetzte Korrektur folgt.

Aus charttechnischer Sicht kommt es nun vor allem auf die genannten Unterstützungszonen und die Rückeroberung der 50-Tage-Durchschnittslinien an. Gelingt dieses Szenario nicht, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Ausdehnung der Korrektur bei den großen US-Indizes, wobei das weitere Abwärtspotenzial bis zu den nächsten potenziellen Unterstützungszonen von jeweils etwa 5 Prozent besteht.

Für Anleger bedeutet das: Neue Engagements sollten aktuell mit erhöhter Vorsicht eingegangen werden. Bestehende Positionen können auf ihre individuelle Risikotragfähigkeit überprüft und gegebenenfalls abgesichert werden. Wer langfristig orientiert ist, kann mögliche Rücksetzer auch als Gelegenheit sehen, muss aber mit erhöhter Volatilität kalkulieren. Die nächsten Handelstage dürften damit eine wichtige Weichenstellung für die weitere Entwicklung an den US-Börsen liefern.

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