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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 47: Alphabet, Rheinmetall und IonQ

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 47
Tops & Flops der Börsenwoche 47: im Fokus stehen unter anderem Alphabet, Regeneron Pharmaceuticals Rheinmetall und IonQ.

Börsenwoche 47/2025 mit klaren Gegensätzen: Alphabet auf neuen Allzeithochs, Regeneron und Nagarro stark, während Rheinmetall, Micron und IonQ kräftig korrigieren. Die Tops & Flops im Wochenüberblick.

Börsenwoche 47 im Rückblick: Neue Rekorde und scharfe Gegenbewegungen

Auch in der vergangenen Handelswoche zeigte sich der Aktienmarkt von seiner zweigeteilten Seite. Während einzelne Titel trotz eines insgesamt schwächeren Umfelds neue Allzeithochs markieren konnten, gerieten andere zuvor stark gelaufene Werte spürbar unter Druck. Neben fundamentalen Impulsen spielten dabei erneut charttechnische Faktoren und Gewinnmitnahmen eine zentrale Rolle im Handelsgeschehen.

Der Blick auf die Tops und Flops der Börsenwoche 47/2025 zeigt, welche Aktien durch relative Stärke und positive Unternehmensnachrichten überzeugten und welche Werte mit deutlichen Kursverlusten enttäuschten. 

+++ Tops der Börsenwoche 47/2025 +++

Alphabet: Neue Allzeithochs in einem schwachen Gesamtmarktumfeld

Auch wenn der US-Aktienmarkt in der vergangenen Woche insgesamt eher schwächelte, gab es Werte, die neue Kursrekorde verzeichneten, darunter die Google-Mutter Alphabet. Die Aktien GOOG (ISIN: US02079K1079) und GOOGL (ISIN: US02079K3059) stiegen noch am Donnerstag auf neue, bislang nicht erreichte Höhen, bevor es im weiteren Handelsverlauf auch hier zu einem Abverkauf kam. 

Im Vergleich zu vielen anderen großen Technologie-Aktien ist der übergeordnete Aufwärtstrend jedoch weiterhin intakt. Die Kurse der Alphabet-Papiere liegen weiterhin über ihren wichtigen gleitenden Durchschnittslinien wie der 21-, 50- und 150-Tage-Linie, die als Gradmesser für kurz-, mittel- und längerfristige Trends herangezogen werden. Auch bei der bisherigen Jahresperformance 2025 liegen GOOG und GOOGL mit Zuwächsen von über 50 Prozent derzeit auf dem ersten Platz unter den US-Schwergewichten. Aus charttechnischer Sicht stellt sich nun die Frage, ob die schwache Tageskerze vom Donnerstag, dem 20. November, ein Vorbote für eine größere Korrektur ist oder ob sich die Kurse in den kommenden Tagen wieder stabilisieren können. Eine mögliche Unterstützungszone bildet dabei die 21-Tage-Linie, die in den vergangenen Monaten mehrfach erfolgreich verteidigt werden konnte.

Alphabet (GOOG)

Regeneron Pharmaceuticals zeigt Stärke in einem schwachen Gesamtmarkt

Der US-Healthcare-Sektor hat sich seit August besser entwickelt als der US-Gesamtmarkt. Deutlich wird dies unter anderem am Health Care Select Sector SPDR ETF (ISIN: US81369Y2090, XLV), der besser abgeschnitten hat als der S&P 500. Auch in der vergangenen Woche präsentierte sich der Sektor vergleichsweise stabil. Bei den Einzelwerten stach dabei der US-Biotech-Konzern Regeneron Pharmaceuticals (ISIN: US75886F1075) hervor, der in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern aus dem S&P 500 und dem NASDAQ-100 gehörte. 

Zu Wochenbeginn hatte sich das Unternehmen, das auf die Behandlung von Krankheiten mit monoklonalen Antikörpern spezialisiert ist, vor Analysten präsentiert. Zudem meldete Regeneron Pharmaceuticals am Mittwoch neue Produktzulassungen. So erhielt Eylea HD (Aflibercept) Injektion 8 mg von der US-amerikanischen FDA die Zulassung für Patienten mit Makulaödem aufgrund einer Netzhautvenenverschlusserkrankung. Von der Europäischen Kommission bekam das Unternehmen die Zulassung für Libtayo (Cemiplimab) zur adjuvanten Behandlung von Erwachsenen mit kutanem Plattenepithelkarzinom (CSCC). Diese neue Zulassung erweitert die bestehende Indikation für Libtayo in der EU und umfasst nun auch Patienten mit fortgeschrittenem CSCC, bei denen ein erhebliches Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung besteht.

Regeneron Pharmaceuticals

Nagarro-Aktie legt nach: Kurs zurück über der 200-Tage-Linie

Die Aktie des IT-Dienstleisters Nagarro (ISIN: DE000A3H2200) ist Mitglied im SDAX und TecDAX und gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten am deutschen Aktienmarkt. Bereits am Freitag der Vorwoche hatte sie nach der Vorlage von Quartalszahlen eine sehr positive Kursreaktion gezeigt, nun Woche folgten Anschlusskäufe. Zu dieser Entwicklung könnten auch positive Analystenkommentare zu Wochenbeginn beigetragen haben.

Mit dem fortgesetzten Kursanstieg hat sich die Nagarro-Aktie deutlich von ihrem am 7. November 2025 markierten Allzeittief bei 43,12 Euro nach oben abgesetzt. Seither summiert sich das Plus auf bemerkenswerte mehr als 60 Prozent. Aus charttechnischer Sicht kann der übergeordnete Abwärtstrend als gebrochen angesehen werden. Ob sich daraus direkt ein nachhaltiger Aufwärtstrend entwickelt, bleibt abzuwarten, das Chartbild hat sich jedoch deutlich aufgehellt. Der Kurs ist nun über seine 200-Tage-Durchschnittslinie gestiegen, nachdem er am Freitag der Vorwoche bereits die 150-Tage-Linie überwunden hatte. Damit befindet sich die Aktie formal nicht mehr in einem Abwärtstrend. Allerdings könnte sie es vorerst weiterhin schwer haben, da der Anstieg beziehungsweise eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung von enttäuschten Investoren zum Glattstellen von Verlustpositionen genutzt werden könnte.

Nagarro

+++ Flops der Börsenwoche 47/2025 +++

Rüstungswerte unter Druck: Rheinmetall schwächster DAX Wert

Die Kurse deutscher Rüstungsaktien wie Rheinmetall (ISIN: DE0007030009), Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005) und der RENK Group (ISIN: DE000RENK730) führten in der vergangenen Woche die Verliererliste am deutschen Aktienmarkt an. Rheinmetall war der schwächste Wert aus dem DAX. Als Auslöser für den Verkaufsdruck gilt eine mögliche neue US-Initiative zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff führt offenbar getrennte Gespräche mit der russischen und der ukrainischen Seite, wie die US-amerikanische Nachrichtenwebsite „Axios“ berichtete. 

Aus charttechnischer Sicht steht die Rheinmetall-Aktie bereits seit ihrem Allzeithoch Anfang Oktober bei 2.008 Euro unter Abgabedruck und hat eine Korrektur ausgebildet. Mit dem jüngsten Kursrückgang hat sich der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt. Gleichzeitig ist der Kurs nun deutlich unter seine 150-Tage- und 200-Tage-Durchschnittslinien als Indikatoren für den langfristigen Trend gefallen. Derzeit sieht es nach einem nachhaltigen Bruch aus, sodass fortgesetzte Abgaben möglich sind. Eine kleine potenzielle Unterstützung stellt noch das Zwischentief von August dieses Jahres bei 1.481 Euro dar.

Rheinmetall

Micron Technology korrigiert deutlich, bleibt aber an der Spitze

Die Quartalszahlen von NVIDIA (ISIN: US67066G1040) waren in der vergangenen Woche das thematische Highlight im Halbleitersektor. Nach einer zunächst positiven Kursreaktion am Donnerstag gab die Aktie im weiteren Handelsverlauf jedoch nach und belastete damit offenbar auch den gesamten Sektor. Halbleiterwerte gehörten in der vergangenen Woche zu den schwächsten Aktien am US-Markt. Stellvertretend dafür steht der Speicherspezialist Micron Technology (ISIN: US5951121038, Symbol: MU), der mit einem Minus von mehr als 18 Prozent der größte Verlierer im NASDAQ-100 war.

Das Unternehmen hatte sich am Mittwoch auf einer Analystenkonferenz präsentiert, konnte davon jedoch nicht profitieren. Stattdessen scheint sich die Euphorie rund um den KI-Boom etwas abgeschwächt zu haben und belastete damit Aktien von Unternehmen, die als Profiteure dieser Entwicklung gelten. Auch Gewinnmitnahmen nach dem deutlichen Anstieg der vergangenen Monate dürften zur aktuellen Korrektur beigetragen haben, die inzwischen teils recht stattliche Ausmaße angenommen hat. So hat die MU-Aktie seit ihrem Allzeithoch zu Wochenbeginn bei 260,58 US-Dollar mittlerweile über 23 Prozent an Wert eingebüßt. Diese Entwicklung wird jedoch durch die starke Rallye der vergangenen Monate relativiert und kann als normale Reaktion gewertet werden. Micron Technology weist mit einem Plus von mehr als 139 Prozent seit Jahresbeginn weiterhin die stärkste Performance im NASDAQ-100 auf.

Micron Technology

IonQ setzt Talfahrt fort: Seit Allzeithoch im Oktober bereits um mehr als 50 Prozent eingebrochen

Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Quantencomputer gehörten 2025 zweifelsohne zu den Hype-Werten. Ein Beispiel ist IonQ (ISIN: US46222L1089). Das US-Unternehmen setzt auf eine ionenbasierte Quantenarchitektur, bei der elektrisch geladene Atome als Qubits dienen. Diese Technologie gilt als besonders präzise, ist jedoch aufwendig und teuer in der Skalierung. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Entwicklung noch ganz am Anfang steht. Bislang werden vergleichsweise geringe Einnahmen erzielt, auch wenn diese in den vergangenen Quartalen deutlich gestiegen sind und zuletzt mit 40 Millionen US-Dollar einen neuen Quartalsrekord erreichten. Demgegenüber stand jedoch ein Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 152 Millionen US-Dollar. Und das alles bei einer weiterhin stattlichen Marktkapitalisierung von derzeit 14,5 Milliarden US-Dollar. Diese ist in der vergangenen Woche durch relativ starke Kursverluste weiter gesunken und hat damit den Abwärtstrend seit dem Allzeithoch von Oktober dieses Jahres fortgesetzt und bestätigt. Seither ist der Kurs der IONQ-Aktie um mehr als 50 Prozent eingebrochen, was die hohe Volatilität in diesem Sektor unterstreicht.

IonQ

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