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Tops und Flops der Börsenwoche 32: Allianz, Palantir und Bayer im Fokus

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 32
Tops & Flops der Börsenwoche 32 im Fokus: u. a. Allianz, Palantir Technologies und Bayer.

Allianz überzeugt mit starken Zahlen, Palantir markiert ein Allzeithoch, Bayer enttäuscht nach den Zahlen und Beiersdorf rutscht weiter ab. Die Tops und Flops der Börsenwoche 32 im Überblick.

Börsenwoche 32 im Rückblick: Quartalszahlen und Marktdynamik bestimmen das Geschehen

In der 32. Kalenderwoche standen erneut Unternehmenszahlen im Fokus und sorgten für teils kräftige Kursbewegungen. Vor allem Quartalsberichte sowie begleitende Ausblicke beeinflussten die Entwicklung vieler Einzelwerte deutlich. Während einige Aktien von starken Ergebnissen, optimistischen Prognosen oder marktweiten Trends profitieren konnten, sorgten verfehlte Erwartungen oder strukturelle Belastungen bei anderen für deutliche Rücksetzer. Unser Rückblick stellt drei Tops und drei Flops der Woche vor und beleuchtet die wichtigsten Hintergründe.

+++ Tops der Börsenwoche 32/2025 +++

Allianz bester DAX-Wert in dieser Börsenwoche – Abwärtstrend gebrochen

In der vergangenen Woche stach bei der Wochenperformance der Aktien aus dem DAX die Allianz (ISIN: DE0008404005) heraus. Neben anderen Finanzwerten wie der Deutschen Bank (ISIN: DE0005140008) und der Münchener Rück (ISIN: DE0008430026) gehörte sie zu den größten Gewinnern des Leitindex. Rückenwind verzeichnete der Versicherer insbesondere am Donnerstag nach der Veröffentlichung von Ergebnissen. Nach einem überraschend guten Abschneiden im zweiten Quartal sowie im ersten Halbjahr und geringeren Katastrophenschäden sieht er sich auf einem guten Weg, die Ergebnisziele für das Gesamtjahr 2025 zu erreichen. Die positive Kursentwicklung seit dem Korrekturtief von Anfang August hat das charttechnische Bild nun aufgehellt. Der Kurs kletterte über das Zwischenhoch von Anfang Juli bei 359,10 Euro und beendete damit den Abwärtstrend, der sich seit dem markanten Mehrjahreshoch von Mai dieses Jahres bei 378,50 Euro gebildet hatte. Diese Marke stellt bei einer fortgesetzten Aufwärtsbewegung das nächste Ziel dar und ist gleichzeitig ein potenzielles Hindernis. Es wird sich zeigen, ob die derzeitige Aufwärtsdynamik ausreicht, um es nachhaltig zu überwinden.

Allianz

Palantir-Aktie behauptet Spitzenposition mit neuen Rekorden: KI-Fantasie bleibt Zugpferd

Zu den größten Gewinnern der vergangenen Woche aus S&P 500 und NASDAQ-100 zählt die Aktie von Palantir Technologies (ISIN: US69608A1088). Mit dem jüngsten Kursanstieg wurde eine weitere runde Marke bei der Marktkapitalisierung überschritten. Das Unternehmen bringt inzwischen mehr als 400 Milliarden US-Dollar auf die Börsenwaage. Die am Montag nach Handelsschluss veröffentlichten Quartalszahlen sorgten am Dienstag für eine starke Kursreaktion. Die Ergebnisse für das zweite Quartal sowie der Ausblick lagen über den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Diese Entwicklung könnte die Markterwartung stützen, dass die Nachfrage nach der KI-Produktsuite des Unternehmens weiterhin stark wächst und die praktische Phase der KI-Revolution bereits begonnen hat.

Aus charttechnischer Sicht bildete sich am Dienstag ein Aufwärts-Gap, das bislang nicht geschlossen wurde. In allen Zeitebenen liegen intakte Aufwärtstrends vor. Die Palantir-Aktie, die derzeit auf einem Allzeithoch notiert, gehört aktuell klar zu den stärksten Werten im Markt. Das zeigt sich auch daran, dass sie mit einem Kursplus von über 140 Prozent sowohl im S&P 500 als auch im NASDAQ-100 der größte Gewinner im bisherigen Jahresverlauf 2025 ist.

Palantir Technologies

Newmont profitiert von Goldpreisschub: Neue Verlaufshochs bestätigen Aufwärtstrend

Seit dem kleinen Korrekturtief Ende Juli hat der Goldpreis einen neuen kurzfristigen Aufwärtsimpuls ausgebildet. An der Terminbörse COMEX kletterte der Gold-Future am Freitag sogar auf ein neues Rekordhoch, nachdem bekannt wurde, dass die Vereinigten Staaten Zölle auf die Einfuhr von 1-Kilogramm-Goldbarren verhängt hatten. Die zuletzt positive Entwicklung des Edelmetalls macht sich auch bei den Goldaktien bemerkbar. Stellvertretend dafür steht die Performance des weltgrößten Goldproduzenten Newmont (ISIN: US6516391066), der als einziger Goldwert im S&P 500 gelistet ist. In der vergangenen Woche gehörte er mit einem Plus von über zehn Prozent zu den größten Gewinnern des Index. Der Kurs befindet sich bereits seit einiger Zeit in einem intakten, übergeordneten Aufwärtstrend, der nun mit neuen Verlaufshochs bestätigt wurde. Zugleich markierte die Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch, was derzeit für technische Stärke spricht.

Newmont

+++ Flops der Börsenwoche 32/2025 +++

Fortinet-Aktie mit massiven Kurseinbruch: Firewall-Erneuerungszyklus im Fokus

Unter den Flops des NASDAQ-100 und des S&P 500 der vergangenen Woche fällt insbesondere die Fortinet-Aktie (ISIN: US34959E1091) auf. Sie verzeichnete einen Kursverlust von über 20 Prozent. Besonders am Donnerstag kam es zu starkem Verkaufsdruck, nachdem der Spezialist für Cybersecurity am Mittwoch nach Handelsschluss seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Fortinet entwickelt Sicherheitslösungen in Form von Hard- und Software für die gesamte IT-Infrastruktur. Das Unternehmen ist vor allem für seine Next-Generation-Firewalls (NGFWs) bekannt, insbesondere die Produktlinie FortiGate. Diese bildet den Hauptanteil des Hardware-Umsatzes und spielt eine zentrale Rolle im Gesamtgeschäft. Next-Gen-Firewalls blockieren nicht nur Datenverkehr, sondern erkennen auch Angriffe, kontrollieren Anwendungen und analysieren verschlüsselten Traffic. 

Obwohl Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertrafen, rückte bei der Bewertung der Ergebnisse ein anderer Aspekt in den Fokus: Der sogenannte Firewall-Refresh-Zyklus ist offenbar weiter fortgeschritten als angenommen. Viele Upgrades wurden bereits durchgeführt, was die künftig erwarteten Umsätze belastet. Ohne diesen Effekt zeigt das Kerngeschäft nur wenig Wachstum. Dies hat offenbar zu einer Neubewertung der künftigen Wachstumsperspektiven geführt und damit auch die Frage aufgeworfen, ob die bisherige, stark überzogene Bewertung der Aktie noch gerechtfertigt ist.

Fortinet

Bayer setzt Korrektur nach Zahlen fort: Hält die 150-Tage-Linie?

Zu den größten Verlierern im DAX in der vergangenen Woche zählte die Aktie des deutschen Pharma- und Agrarkonzerns Bayer (ISIN: DE000BAY0017). Der Kurs setzte damit die Korrektur seit dem Zwischenhoch von Ende Juli bei 29,78 Euro fort. Er reagierte damit negativ auf die vorgelegten endgültigen Quartalszahlen und die in diesem Zusammenhang getätigten Aussagen zur aktuellen und künftigen Geschäftsentwicklung. So blieb etwa die Gewinnentwicklung in der Pharmasparte aufgrund höherer Investitionen und eines ungünstigen Produktmixes hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich belasteten Wechselkurseffekte, insbesondere durch die Abwertung des US-Dollars sowie schwächere Währungen in Brasilien und China. Dieser negative Einfluss dürfte sich auch in den kommenden Quartalen fortsetzen. Bayer zeigte sich daher bei der Umsatzprognose für das Gesamtjahr etwas vorsichtiger.

Aus charttechnischer Sicht ist hervorzuheben, dass die Bayer-Aktie nun beinahe ihre 150-Tage-Linie als Gradmesser für den übergeordneten Trend erreicht hat. Diese Durchschnittslinie wurde im März und April schon einmal getestet, es kam jedoch nicht zu einem nachhaltigen Bruch bzw. diese potenzielle Unterstützung konnte schnell wieder zurückerobert werden. Ob dies auch diesmal der Fall sein wird, ist noch offen.

Bayer

Beiersdorf mit neuem Mehrjahrestief: Zahlen und Chart im Blick

Die Beiersdorf-Aktie (ISIN: DE0005200000) ist zwar nicht der schlechteste DAX-Wert im bisherigen Börsenjahr 2025, mit einem Verlust von derzeit rund 19 Prozent zählt sie jedoch zu den größten Verlierern. Damit hat sich das Papier deutlich schwächer entwickelt als der Leitindex, der aktuell mehr als 21 Prozent im Plus liegt.

In der vergangenen Woche gehörte Beiersdorf erneut zu den größten Verlierern. Auslöser war eine negative Kursreaktion auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal. Der Konsumgüterkonzern hatte in der Berichtsperiode eine spürbare Abschwächung der Nachfrage im Hautpflegegeschäft verzeichnet. In der Folge senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Jahr, was eine weitere schlechte Nachricht für die Aktionäre darstellt. Beiersdorf leidet bereits seit einiger Zeit unter der Konsumflaute, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelt.

Seit dem Allzeithoch im Mai 2024 bei 147,80 Euro hat sich ein Abwärtstrend ausgebildet, der in der vergangenen Woche mit einem neuen Verlaufs- und gleichzeitig Mehrjahrestief bei 92,52 Euro bestätigt wurde. Das Chartbild ist damit eindeutig negativ. Ein kleiner Lichtblick zeigte sich am Mittwoch in Form eines Hammers im Kerzenchart, der an den beiden Folgetagen durch steigende Kurse bestätigt wurde. Dies könnte zumindest kurzfristig für eine Erholung sprechen, wäre jedoch zunächst nur als technische Gegenbewegung zu werten.

Beiersdorf

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