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Tops und Flops >

Kalenderwoche 21 mit NVIDIA, First Solar und Porsche

Nach überzeugenden Geschäftszahlen durchbrach die NVIDIA-Aktie die 1.000-Dollar-Marke und markierte neue Rekordhochs. Gefragt war auch der US-Solartechnikspezialist First Solar. Porsche näherte sich dagegen seinem Allzeittief.

+++ Tops +++

NVIDIA knackt 1.000er-Marke

Im März dieses Jahres hatte NVIDIA (WKN: 918422) zweimal fast die Marke von 1.000 US-Dollar erreicht, biss sich aber zunächst die Zähne daran aus. Die Aktie musste wohl noch einmal Anlauf nehmen und korrigierte zunächst bis in die zweite Aprilhälfte. Dann startete ein neuer Aufwärtsimpuls in Richtung der runden 1.000er-Marke, die in der vergangenen Woche geknackt wurde. Am Donnerstag reagierte der Börsenliebling sehr positiv auf die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen, die über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lagen, und einen offenbar ebenfalls überzeugenden Ausblick. Auch Firmenchef Jensen Huang nutzte die Gelegenheit, um die KI-Fantasie am Kochen zu halten und schwärmte. „Die nächste industrielle Revolution hat begonnen. Unternehmen und Länder arbeiten mit NVIDIA zusammen, um die Billionen Dollar teuren traditionellen Rechenzentren auf beschleunigtes Computing umzustellen und eine neue Art von Rechenzentren, KI-Fabriken, zu bauen, um einen neuen Rohstoff zu produzieren: künstliche Intelligenz“. Der Spezialist für Hochleistungs-Grafikprozessoren und Chipsätze, die Spielkonsolen, PCs, Server und Hochleistungsrechner am Laufen halten, kommt mit den jüngsten Kursrekorden auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,595 Mrd. US-Dollar und belegt damit nach Microsoft und Apple den 3. Platz.

NVIDIA

First Solar: höchster Stand seit 2008

Die Aktie von First Solar (WKN: A0LEKM) war in der vergangenen Woche mit einem Kursplus von über 25 % der größte Gewinner im S&P 500. Insbesondere am Mittwoch ging es kräftig nach oben, nachdem das wichtigste Gremium der chinesischen Solarindustrie ein Ende des Preiskampfes gefordert hatte. So kündigte der chinesische Photovoltaik-Industrieverband an, gegen die in den vergangenen Jahren auch von der Regierung forcierte Praxis des Verkaufs von Solaranlagen und -materialien zu Niedrigpreisen vorgehen zu wollen. Chinesische Unternehmen kontrollieren weltweit mehr als 80 % der Produktion in jeder Stufe der solaren Wertschöpfungskette. In den letzten Jahren haben sie ihre Kapazitäten stark ausgebaut, was zu einem Überangebot und damit zu sinkenden Preisen und Margen geführt hat. Neben den jüngsten Berichten über ein mögliches Ende des Preisdumpings durch chinesische Hersteller dürfte First Solar von zwei strukturellen Entwicklungen profitieren, die in den vergangenen Monaten immer wieder als kurstreibende Katalysatoren im Fokus standen: KI-getriebenes Wachstum der Stromnachfrage und zunehmender Protektionismus in den USA.

First Solar

Moderna setzt Aufwärtstrend nach Ausbruch fort

Die Aktien von Impfstoffherstellern waren in der vergangenen Woche stark gefragt. Moderna (WKN: A2N9D9) beispielsweise legte um mehr als 20 % zu und war damit der Top-Performer im NASDAQ-100. Charttechnisch befindet sich das Biotech-Unternehmen seit dem Ausbruch über die Widerstandszone im Bereich von rund 112,80 bis 116 US-Dollar Anfang Mai dieses Jahres in einem Aufwärtstrend. Rückenwind dürfte jüngst von den Meldungen im Zusammenhang mit der Vogelgrippe gekommen sein, nachdem ein erster Fall bei einem Menschen in Australien und ein zweiter Fall in den USA gemeldet wurden. Solche Nachrichten heizen, in Erinnerung an die Corona-Zeit, offenbar die Kauflaune der Investoren an. Zumal Moderna die Gunst der Stunde nutzte, um sich marketingtechnisch geschickt als Lösungsanbieter ins Spiel zu bringen. Gegenüber dem Magazin Barron's teilte das Unternehmen mit, dass es einen Impfstoff in Phase 2 der Entwicklung habe, der auf ein Vogelgrippevirus abziele, das zur gleichen Familie gehöre wie jenes, das am aktuellen Ausbruch beteiligt sei, hieß es. Moderna bestätigte auch Gespräche mit der US-Regierung über ein mögliches Impfprogramm gegen die Vogelgrippe.

Moderna

+++ Flops +++

Porsche: Kurs nähert sich Allzeittief

Die Aktie des Luxus-Sportwagenherstellers Porsche (PAG911) war in der vergangenen Woche der größte Verlierer unter den DAX-Werten. Sie setzte damit ihre seit Anfang April andauernde Korrektur fort und nähert sich weiter dem Allzeittief vom Januar dieses Jahres bei 72,12 Euro. Unternehmensseitig gab es keine Neuigkeiten. Spekulationen über mögliche chinesische Zölle auf hochmotorisierte Autos scheinen jedoch die Annahme zu verstärken, dass sich das ohnehin eingetrübte Geschäftsumfeld weiter verschlechtern könnte. Porsche hatte im 1. Quartal unter anderem auf dem wichtigen Automarkt China einen Rückgang der Auslieferungen um 24 % verzeichnet, wozu auch die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage des Marktes beitrug. Sollte China nun die von Insidern kolportierten Zölle von bis zu 25 % aus der EU und den USA erheben, dürfte Porsche besonders darunter leiden, da der deutsche Hersteller nicht vor Ort produziert. Die aktuell diskutierten chinesischen Zölle sind als Reaktion auf die kürzlich von den USA deutlich erhöhten Zölle auf Elektroautos aus China sowie die in der EU debattierten Zölle auf chinesische Autos zu sehen.

Porsche

lululemon athletica: Hält die 300er-Marke?

Die Aktie des Sportartikelherstellers (WKN: A0MXBY) befindet sich seit dem Allzeithoch im Dezember 2023 bei 516,39 US-Dollar in einer ausgeprägten Korrektur und verbuchte bislang einen Kursrückgang von mehr als 40 %. In der vergangenen Woche gab die Aktie deutlich nach und gehörte zu den größten Verlierern im S&P 500. Dabei wurde das Zwischentief vom April dieses Jahres unterschritten und der Abwärtstrend damit bestätigt. Lululemon athletica hatte Änderungen in seinem Produktteam angekündigt, darunter das Ausscheiden von Chief Product Officer Sun Choe. Seine Position werde nicht neu besetzt, da die Kernaufgaben im Rahmen einer neuen Organisationsstruktur auf das aktuelle Führungsteam verteilt würden, hieß es in der Mitteilung. Das an der NASDAQ notierte Unternehmen mit Sitz in Kanada entwirft und vertreibt spezielle Sportbekleidung, Schuhe und Zubehör für Yoga, Laufen, Training und andere sportliche Aktivitäten. Aus charttechnischer Sicht stellt sich die Frage, ob der Kurs in der nun erreichten potenziellen Unterstützungszone um 300 US-Dollar seine Talfahrt verlangsamen und vielleicht sogar beenden kann. Zumindest eine vorübergehende technische Gegenbewegung erscheint wahrscheinlich.

lululemon athletica

Target: schleppende Geschäfte

Der US-Einzelhändler, der als Vollsortimenter in fast 2.000 Filialen Lebensmittel, Grundnahrungsmittel, Haushalts- und Körperpflegeprodukte, Saisonartikel, aber auch Einrichtungsgegenstände, Elektronik, Spielwaren und Bekleidung verkauft, hat in der vergangenen Woche Quartalszahlen vorgelegt. Diese konnten die Börse offenbar nicht überzeugen, wie die negative Kursreaktion vermuten lässt. Das Geschäft läuft derzeit schleppend und in der Berichtsperiode musste Target (WKN: 856243) in einigen Kategorien der Nicht-Basiskonsumgüter Umsatzrückgänge hinnehmen. Auch der Blick in die Zukunft schien nicht zu überzeugen. Die Prognosen lagen unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Mit dem jüngsten Kursrückgang setzte die Target-Aktie die Korrektur fort, die sich seit dem Zwischenhoch Anfang April dieses Jahres gebildet hatte.

 

Target

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