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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 18/2026: adidas, thyssenkrupp und Meta im Fokus

| Thomas Behnke | Lesezeit: 5 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 18/2026: Quartalszahlen, Prognosen und KI-Ausgaben sorgten für deutliche Kursausschläge. Im Fokus standen adidas, thyssenkrupp, Centene, Meta, Qiagen und Teradyne.

Börsenwoche 18/2026: adidas, thyssenkrupp und Centene profitieren, während Meta, Qiagen und Teradyne trotz Zahlen und KI-Fantasie unter Druck geraten.

Quartalszahlen, Prognosen und KI-Ausgaben prägen die stärksten Kursreaktionen bei einzelnen Aktien

Die Tops und Flops der Börsenwoche 18/2026 standen klar im Zeichen der Berichtssaison. Besser als befürchtete Zahlen, angehobene Ausblicke und neue Bewertungsimpulse trieben einzelne Aktien an. Belastet wurden andere Titel durch steigende KI-Ausgaben, gesenkte Erwartungen, Zweifel an der Nachfrage und Gewinnmitnahmen nach starken Läufen.

+++ Tops der Börsenwoche 18/2026 +++

Adidas-Aktie legt nach Quartalszahlen deutlich zu

Die adidas-Aktie (ISIN: DE000A1EWWW0) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern im DAX. Offenbar honorierte der Markt die vorgelegten Geschäftszahlen zum ersten Quartal. Es gab zwar Gegenwind durch Zölle und einen starken Euro, dennoch schnitt der Sportartikelhersteller besser ab als befürchtet. Währungsbereinigt legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig verbesserte sich der operative Gewinn um 16 Prozent auf 705 Mio. Euro. Die entsprechende Marge stieg von 9,9 auf 10,7 Prozent. Außerdem bestätigte der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr.

Trotz der positiven Kursreaktion gibt es noch keine charttechnische Entwarnung. Zwar hat sich seit dem bisherigen Verlaufstief im Bereich von rund 130 Euro ein kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet, ein finaler Befreiungsschlag zeichnet sich jedoch noch nicht ab. Der übergeordnete Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Aus aktueller Sicht wäre erst dann ein Bruch festzustellen, wenn es gelingt, das markante Zwischenhoch von Ende Februar dieses Jahres bei 163,65 Euro zu überwinden.

adidas

thyssenkrupp-Kurs profitiert von Milliarden-Deal bei TK Elevator

In der vergangenen Woche gehörte die Aktie von thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001) zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Auslöser ist ein Milliarden-Deal. Der finnische Aufzughersteller Kone (ISIN: FI0009013403) übernimmt den bisherigen Konkurrenten TK Elevator (TKE) von einem Konsortium um die Finanzinvestoren Cinven und Advent. Für thyssenkrupp ist das deshalb interessant, weil damit eine aktuelle Bewertung der ehemaligen Aufzugsparte vorliegt: 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden. Der Essener Industriekonzern hatte 2020 die Mehrheit am Aufzugsgeschäft an Cinven und Advent verkauft, ist daran aber weiterhin beteiligt. Deshalb gilt er als Profiteur des Deals.

Allerdings wollte sich thyssenkrupp zu den Auswirkungen der geplanten Übernahme noch nicht äußern. „Wir prüfen derzeit die genauen Implikationen auf unseren Anteil an TK Elevator", hieß es aus dem Unternehmen. Mit einem Abschluss wird frühestens im zweiten Quartal 2027 gerechnet. Die zuständigen Behörden müssen dem Deal noch zustimmen.

thyssenkrupp

Centene-Aktie steigt nach angehobener Jahresprognose

Gemessen an der positiven Performance gehörte die Aktie des US-Krankenversicherers zu den auffälligsten Werten des S&P 500 in der vergangenen Woche. Centene (ISIN: US15135B1017) befindet sich bereits seit dem Korrekturtief Ende März in einer Erholungsbewegung, die sich nun dynamisch fortsetzte. Dabei kletterte der Kurs über das Zwischenhoch von Januar dieses Jahres, wodurch sich das charttechnische Bild weiter verbesserte.

Kurstreiber war die am Dienstag bei Vorlage der Quartalszahlen angehobene Gesamtjahresprognose, nachdem das Unternehmen dank eines Rückgangs seiner Kostenquote – einer viel beachteten Branchenkennzahl, die angibt, welchen Anteil der medizinischen Kosten ein Krankenversicherer trägt – besser als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal 2026 gemeldet hatte.

Centene ist einer der führenden US-Anbieter im Managed-Care-Bereich mit Schwerpunkt auf staatlich finanzierten und regulierten Gesundheitsprogrammen. Der Konzern betreibt vor allem Medicaid-Pläne für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, Medicare-Angebote einschließlich Prescription Drug Plans sowie Marketplace-/ACA-Pläne für Einzelpersonen und Familien. Damit positioniert sich Centene als Versicherer für Bevölkerungsgruppen, die über öffentliche Programme oder subventionierte Marktplätze Zugang zur Krankenversicherung erhalten.

Centene

+++ Flops der Börsenwoche 18/2026 +++

Meta-Aktie unter Druck trotz starker Quartalszahlen

Die Berichtssaison läuft derzeit auf Hochtouren. Eine deutliche negative Kursreaktion auf die vorgelegten Geschäftszahlen gab es bei der Aktie des Social-Media-Konzerns Meta Platforms (ISIN: US30303M1027, Symbol: META). Sie gehörte damit in der vergangenen Woche unter den US-Börsenschwergewichten zu den schwächsten Titeln. Dabei hatte das Unternehmen eigentlich starke Ergebnisse vorgelegt und die durchschnittlichen Markterwartungen deutlich übertroffen. Umsatz und Gewinn hatten im ersten Quartal kräftig zugelegt. Dabei hatte das Unternehmen auch von einem Steuervorteil profitiert. Allerdings liegt bei den Anlegern derzeit offenbar ein anderer Fokus. Sie gewichten die massiv steigenden KI-Ausgaben und den unklaren Return on Investment offenbar höher als die operative Stärke.

Charttechnisch betrachtet hat die META-Aktie ihren kurzfristigen Aufwärtstrend gebrochen, der sich seit dem Korrekturtief Ende März dieses Jahres zeigt. Gleichzeitig könnte sich damit in der Abwärtsbewegung, die sich seit dem Allzeithoch im August 2025 gebildet hat, ein weiteres tieferes Hoch ausgebildet haben.

Meta Platforms

Qiagen weiter unter Druck nach gesenkten Erwartungen

Seit dem Zwischenhoch im Januar dieses Jahres steht die Aktie des niederländischen Laborausrüsters Qiagen (ISIN: NL0015002CX3) unter starkem Abgabedruck. Diese Entwicklung setzte sich in der vergangenen Woche fort, und das DAX-Mitglied gehörte zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits um mehr als 26 Prozent an Wert eingebüßt und ist damit der zweitschlechteste Wert nach SAP. Mit den jüngsten Kursverlusten näherte sich das Qiagen-Papier weiter seinem markanten Tief von Oktober 2019 bei 25,16 Euro.

Auslöser für den anhaltenden Kursverfall waren enttäuschende Nachrichten. Der Labordienstleister und Diagnostikanbieter blickte bei der Vorlage vorläufiger Quartalszahlen pessimistischer auf das laufende Jahr und senkte seine Erwartungen. Begründet wurde dies mit einer schwächeren Nachfrage nach seinem Diagnostikprodukt QuantiFERON zum Nachweis einer Tuberkulose-Infektion, vorsichtigen Life-Sciences-Kunden im wichtigen Absatzmarkt USA sowie geopolitischen Unsicherheiten.

Qiagen

Teradyne-Aktie korrigiert nach Allzeithoch und starken Quartalszahlen

Zum Ende der Vorwoche hatte die Aktie des Halbleiterausrüsters Teradyne (ISIN: US8807701029) ihre starke Performance der vergangenen Monate mit einem weiteren Allzeithoch gekrönt. In der vergangenen Woche zeigte sie nun eine deutlichere Korrektur. Der S&P-500-Wert gehörte damit zu den schwächsten Titeln im US-Leitindex. Waren das die obligatorischen Gewinnmitnahmen nach der Vorlage von Quartalszahlen? Teradyne hatte in der Berichtsperiode von einer starken Nachfrage nach seinen Halbleiter-Testsystemen für KI-Anwendungen profitiert und damit die durchschnittlichen Markterwartungen übertroffen. Möglicherweise belasteten jedoch zunehmende Sorgen über die Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage und das zweite Halbjahr. Das könnte einige Anleger dazu bewogen haben, Kasse zu machen, nachdem der Kurs allein seit Jahresbeginn zwischenzeitlich um mehr als 100 Prozent zugelegt hatte.

Teradyne entwickelt und liefert automatisierte Testsysteme für Halbleiter, elektronische Produkte und zunehmend automatisierte Fertigungsprozesse. Das Kerngeschäft liegt bei Testlösungen für System-on-Chip-, Speicher-, RF-, Analog-, Power- und Mixed-Signal-Bausteine. Ergänzend bietet das Unternehmen Produkt-Testsysteme sowie kollaborative und mobile Roboter für Industrie- und Lageranwendungen. Adressiert werden vor allem Halbleiterhersteller, Elektronikfertiger und Automatisierungskunden. Strukturelle Treiber sind KI-Rechenzentren, komplexere Chips, steigende Testintensität, Advanced Packaging, Speicherwachstum und der Bedarf an flexibler Automatisierung. Risiken sind die hohe Zyklik des Halbleiterausrüstungsmarkts, kundenseitige Investitionsschwankungen und ein anspruchsvolles Wettbewerbs- und Profitabilitätsprofil im Robotikgeschäft.

Teradyne

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