Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 31/2026: Adidas fällt trotz Rekordumsatz

| Thomas Behnke | Lesezeit: 7 Min.

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops und Flops der Börsenwoche 31/2026: Während Daimler Truck ein neues Allzeithoch markiert und Microsoft über die 200-Tage-Linie klettert, werden Adidas und C.H. Robinson trotz starker Quartalszahlen abgestraft. SpaceX steuert derweil auf richtungsweisende Zahlen zu.

Adidas und C.H. Robinson enttäuschen trotz starker Zahlen, Daimler Truck und Microsoft bauen ihre Aufwärtstrends aus, und SpaceX steuert auf entscheidende Quartalszahlen zu: die Tops und Flops der Börsenwoche 31/2026.

Warum bestrafte die Börse Adidas und C.H. Robinson trotz starker Zahlen?

Die Tops und Flops der Börsenwoche 31/2026 zeigen, dass Kennzahlen allein selten die ganze Geschichte erzählen. Bei Adidas sorgte ein Umsatzrekord nicht für Kursfantasie, und auch C.H. Robinson wurde trotz übertroffener Erwartungen abgestraft. Auf der anderen Seite bauen Daimler Truck und Microsoft ihre Aufwärtstrends aus. Bei SpaceX rückt mit den anstehenden Quartalszahlen eine Woche näher, die über Wohl und Wehe der Aktie entscheiden dürfte.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 31/2026 im Überblick

  • Daimler Truck: Ausbruch über Widerstandszone bestätigt, neues Allzeithoch bei 47,64 Euro übertroffen, KCV von 10,4 deutlich unter historischem Durchschnitt
  • Microsoft: Kurs nach starken Quartalszahlen über 200-Tage-Linie geklettert, nächste Hürde bei 458,27 US-Dollar
  • Chipotle Mexican Grill: Nach Quartalszahlen mehr als 20 Prozent im Plus, Bodenbildung nach fast 60-prozentigem Kursrückgang seit 2024
  • Adidas: Umsatzrekord dank Fußball-WM, Aktie trotzdem im Minus wegen bestätigter statt erhöhter Gewinnprognose
  • SpaceX: Kurs seit Höchststand im Juni mehr als halbiert, Quartalszahlen am 4. August könnten zusätzlichen Verkaufsdruck durch auslaufende Haltefristen auslösen
  • C.H. Robinson: Trotz übertroffener Erwartungen mehr als 20 Prozent Kursverlust, belastet von Gerichtsrisiko und schwachem Branchenausblick

+++ Tops der Börsenwoche 31/2026 +++

Bei Daimler Truck, Microsoft und Chipotle Mexican Grill fiel der Ausbruch über wichtige Chartmarken diese Woche besonders deutlich aus.

Daimler Truck mit relativer Stärke und neuem Allzeithoch

Die deutschen PKW-Hersteller BMW (ISIN: DE0005190003), Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000) und Volkswagen (ISIN: DE0007664039) verzeichneten in der vergangenen Woche zwar Zuwächse, ihre übergeordneten Abwärtstrends sind aber nach wie vor intakt. Die DAX-Mitglieder gehören zudem weiterhin zu den schlechtesten Performern im bisherigen Jahresverlauf im deutschen Leitindex.

Dass Hersteller von Fahrzeugen nicht per se an der Börse gemieden werden, zeigt die Aktie des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck Holding (ISIN: DE000DTR0CK8). Nachdem sie in der Vorwoche über die Widerstandszone 44,78 bis 44,95 Euro geklettert war, bestätigte sie diesen Ausbruch an den vergangenen Handelstagen mit weiteren Zuwächsen. Dabei stieg der Kurs außerdem über das bisherige Allzeithoch von März 2024 bei 47,64 Euro. Der DAX-Wert zeigt damit relative Stärke. Diese könnte sich fortsetzen, wenn sich der gerade erfolgte Ausbruch als nachhaltig erweisen sollte. Trotz neuer Rekorde interessant: Mit einem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) von aktuell 10,4 wirkt die Aktie auf absoluter Basis sowie im Vergleich zum historischen Durchschnitt von über 27 attraktiv bewertet.

Microsoft: Ausbruch über 200-Tage-Linie eröffnet weiteres Kurspotenzial

Aus der Gruppe der Schwergewichte am US-Aktienmarkt sticht in der vergangenen Woche der kräftige Zuwachs von Microsoft (ISIN: US5949181045, Symbol: MSFT) heraus. Die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen zogen eine sehr positive Kursreaktion nach sich. Details zur geschäftlichen Entwicklung und eine fundamentale Beurteilung der MSFT-Aktie finden Sie im Beitrag Microsoft übertrifft Erwartungen, Zahlen beflügeln die Aktie.

Aus charttechnischer Sicht hat die positive Entwicklung des Microsoft-Papiers in der vergangenen Woche zu einer interessanten Konstellation geführt. Der Kurs ist über seine 200-Tage-Linie geklettert. Offen ist, ob es sich dabei um einen nachhaltigen Ausbruch handelt. Ein weiteres positives Signal wäre es, wenn es der Aktie nun gelänge, das Zwischenhoch von Anfang Juni bei 458,27 US-Dollar zu überschreiten. Damit wäre eine Bodenformation komplettiert, aus der sich ein erstes Kurspotenzial bis in den Bereich des Allzeithochs von 555 US-Dollar ableiten ließe.

Chipotle Mexican Grill: Bodenbildung nach kräftigem Kurssprung

Anfang Juni dieses Jahres hatte die Aktie des Restaurantbetreibers Chipotle Mexican Grill (ISIN: US1696561059, Symbol: CMG) mit 28,04 US-Dollar das bisherige Tief der inzwischen mehrjährigen Abwärtsbewegung markiert. Seit dem Allzeithoch von Juni 2024 bei 69,26 US-Dollar ging es damit um fast 60 Prozent abwärts. Seit dem Junitief hat sich jedoch ein kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet, der mit den kräftigen Zuwächsen in der vergangenen Woche bestätigt wurde. Die CMG-Aktie legte um mehr als 20 Prozent zu und gehörte damit zu den größten Wochengewinnern im S&P 500. Aus charttechnischer Sicht deutet das Überschreiten der Zwischenhochs von April und Juli dieses Jahres auf eine abgeschlossene Bodenbildung hin.

Rückenwind lieferten in der vergangenen Woche die vorgelegten Quartalszahlen. Der Umsatz verfehlte zwar die Erwartungen, und auch die Margen standen in der Berichtsperiode unter Druck. Der Markt zeigte sich aber offenbar von der besser als erwarteten Entwicklung der vergleichbaren Umsätze, also ohne Neueröffnungen, ermutigt. Der Vorstand hob in diesem Zusammenhang die Fortschritte bei der Menüinnovation, bei „Chipotle Rewards“, bei Initiativen zur Verbesserung der Gastfreundschaft sowie beim Ausbau des Geschäfts mit Gruppenanlässen hervor. Das führte zu einer Zunahme des durchschnittlichen Rechnungsbetrags. Das Unternehmen erhöhte daher außerdem die Jahresprognose für die vergleichbaren Umsätze.

+++ Flops der Börsenwoche 31/2026 +++

Bei Adidas und C.H. Robinson zeigte sich diese Woche, dass selbst solide Geschäftszahlen an der Börse keine Garantie für steigende Kurse sind, während SpaceX bereits vor den eigenen Quartalszahlen weiter unter Druck geriet.

Adidas enttäuscht Börse trotz Umsatzrekord

Der Sportartikelhersteller (ISIN: DE000A1EWWW0) hat in der vergangenen Woche seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Er freute sich über einen neuen Umsatzrekord, der auf das Geschäft im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zurückzuführen ist. Dem standen jedoch steigende Kosten, insbesondere für Marketing, gegenüber. Das spiegelt sich in den Prognosen wider. Während Adidas sein Umsatzziel für das Gesamtjahr leicht erhöhte, bestätigte der Konzern lediglich die Gewinnprognose. Das reichte dem Markt aber offenbar nicht aus, wie die negative Kursreaktion der Aktie nahelegt.

Konzernchef Björn Gulden reagierte mit Unverständnis. Er werde nicht versuchen, noch profitabler zu werden, nur um Leute zu beeindrucken, gab er in einer Telefonkonferenz zum Besten. Er selbst zeigte sich mit der Entwicklung in den vergangenen Monaten zufrieden, verteidigte die groß angelegte Marketingkampagne anlässlich der WM und verwies in diesem Zusammenhang auf die Rekordeinnahmen. In den kommenden Quartalen sollen sich die Werbekosten aber wieder normalisieren.

SpaceX vor Quartalszahlen und zusätzlichem Verkaufsdruck

Kaum besser könnte ein Chart die Ernüchterung zeigen, die auf eine Phase der Euphorie folgt, als der des Börsenneulings SpaceX (ISIN: US84615Q1031, Symbol: SPCX). Ausgegeben am 12. Juni zu 135 US-Dollar, schoss die Aktie bis zum 16. Juni auf 225,64 US-Dollar in die Höhe. Seither taumelt der Kurs und markierte in der vergangenen Woche mit 107,01 US-Dollar sein bisheriges Tief.

In der nächsten Woche, am 4. August, stehen nun Quartalszahlen an. Offen ist, wie diese aufgenommen werden. Dabei werden nicht nur Ergebnisse und Ausblick relevant sein. Zwei Tage nach Veröffentlichung der Ergebnisse können zudem einige Altaktionäre damit beginnen, Kasse zu machen. Für Aktien, die der normalen 180-Tage-Verkaufssperre (Look-up) unterliegen, erlaubt der Prospekt ab dem zweiten vollständigen Handelstag nach den Q2-Zahlen den Verkauf von bis zu 20 Prozent der jeweils gesperrten Aktien jedes betroffenen Aktionärs. Die übrigen 80 Prozent bleiben zunächst gesperrt und werden nach einem gestaffelten Zeitplan freigegeben. Die Frage ist, ob diese Aktionäre angesichts des schlechten Chartbildes nun auch erste Stücke verkaufen. Das könnte den Druck auf die Aktie weiter erhöhen.

Denn insgesamt könnten damit bis zu rund 911,5 Millionen Aktien zusätzlich für den Verkauf freigegeben werden. Das entspricht knapp sieben Prozent der rund 13,08 Milliarden nach dem Börsengang ausstehenden Aktien und wäre mehr als das Volumen von 555,6 Millionen neuen Aktien, das SpaceX beim IPO ausgegeben hat.

C.H. Robinson: Ausblick belastet Aktie, Top-Bildung möglich

Der Logistiker C.H. Robinson Worldwide (ISIN: US12541W2098, Symbol: CHRW) gehörte in der vergangenen Woche mit einem Minus von mehr als 20 Prozent zu den größten Verlierern im S&P 500. In der Vorwoche hatte die CHRW-Aktie mit 210,33 US-Dollar noch ein Allzeithoch markiert. Seither ist der Kurs um mehr als 30 Prozent eingebrochen. In der Vorwoche könnte neben den steigenden Ölpreisen ein Gerichtsurteil belastet haben. Dem Unternehmen könnten demnach im Zusammenhang mit einem Unfall Schadensersatzzahlungen von bis zu 604 Mio. US-Dollar drohen. Am Mittwoch dieser Woche legte der Konzern zudem Quartalszahlen vor. Dabei erreichte er die eigenen Ziele, verzeichnete kräftige Steigerungen bei Umsatz und Profitabilität und übertraf auch die durchschnittlichen Analystenerwartungen. An der Börse folgte dennoch eine deutlich negative Kursreaktion. Das könnte auf die Warnung des Logistikers vor einem nachlassenden Volumenwachstum in der Branche in den nächsten Monaten zurückzuführen sein.

Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie mit dem jüngsten Kurssturz ihre markanten Zwischentiefs von Februar und Mai dieses Jahres bei 149,36 und 150,40 US-Dollar unterschritten. Können diese Marken nicht schnell wieder zurückerobert werden und erweist sich der Bruch stattdessen als nachhaltig, könnte damit eine Top-Bildung abgeschlossen worden sein.

Nichts verpassen: Der kostenlose Newsletter der BÖRSE am Sonntag liefert Ihnen wöchentlich Marktanalysen, Unternehmensnews und Anlagestrategien direkt ins Postfach.
Jetzt kostenlos abonnieren!

bevorzugte Quelle 

Börse am Sonntag als bevorzugte Quelle festlegen

Sie möchten Finanz- und Wirtschaftsnachrichten von Börse am Sonntag häufiger bei Google sehen?

Bei Google bevorzugen

Ähnliche Artikel