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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 51: Zalando, Tesla, Strategy und Broadcom

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 51
Tops & Flops der Börsenwoche 51: im Fokus stehen unter anderem Tesla, Zalando und Strategy.

Tops & Flops der Börsenwoche 51: Zalando mit Gegenbewegung, Tesla auf Rekordhoch, thyssenkrupp nucera erholt. Strategy, Broadcom und SMA Solar unter Druck. Der Wochenüberblick von Börse am Sonntag.

Tops und Flops der Woche: Technische Erholungen, neue Rekorde und zunehmender Gegenwind

Die Börsenwoche 51/2025 stand im Zeichen stark divergierender Kursentwicklungen. Während einzelne Aktien von charttechnischen Gegenbewegungen, neuen Allzeithochs oder operativen Fortschritten profitieren konnten, gerieten andere Werte weiter unter Druck und setzten bestehende Korrekturen fort. Welche Titel in der vergangenen Woche zu den Gewinnern zählten und welche Aktien als klare Verlierer auffielen, zeigt der Überblick über die Tops und Flops der Börsenwoche.

+++ Tops der Börsenwoche 51/2025 +++

Tesla-Aktie markiert neues Allzeithoch und profitiert von Robotaxi-Fantasie sowie Musk-Effekt

Vor nahezu genau einem Jahr hatte die Tesla-Aktie (ISIN: US88160R1014, Symbol: TSLA) bei 488,54 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Im Anschluss folgte eine Phase hoher Volatilität. Zunächst fiel der Kurs bis zum Tief im April um mehr als 50 Prozent, danach kam es zu einer Kursverdopplung, sodass die Verluste wieder ausgeglichen werden konnten. In der vergangenen Woche wurde das Rekordhoch schließlich übertroffen und mit 495,28 US-Dollar ein neuer Bestwert erreicht. Ein möglicher Treiber ist derzeit die Euphorie rund um Robotaxis und autonomes Fahren. Elon Musk bestätigte Tests vollständig fahrerloser Robotaxis in Austin. Im Fokus steht dabei FSD („Full Self-Driving“), Teslas Softwarepaket für weitgehend automatisiertes Fahren, das mittelfristig Robotaxi-Dienste ermöglichen soll. Zudem wird das Unternehmen an der Börse zunehmend nicht nur als Elektroautohersteller wahrgenommen, sondern verstärkt als KI- und Software-Plattform, was offenbar zu einer Neubewertung beiträgt.

Ein weiterer möglicher Kurstreiber ist die Spekulation um einen Mega-Börsengang von SpaceX im Jahr 2026. Tesla gilt an der Börse als wichtigster börsennotierter Zugang zum Musk-Ökosystem aus Raumfahrt, KI und Robotik. Viele Anleger setzen daher auf einen sogenannten Musk-Halo-Effekt, also einen Image- und Bewertungsbonus für Tesla, der aus Erfolgen und Zukunftsfantasien rund um andere Musk-Projekte entsteht und zusätzliche Erwartungen an gemeinsame Technologie- und Plattformstrategien weckt.

Tesla

Zalando-Aktie mit Gegenbewegung, doch der Abwärtstrend bleibt intakt

Die Aktie des Online-Modehändlers Zalando (ISIN: DE000ZAL1111) hat im bisherigen Jahresverlauf 2025 deutlich enttäuscht. Mit einem Kursverlust von mehr als 35 Prozent ist sie aktuell der schwächste Wert im DAX. In der vergangenen Woche zeigte das Papier jedoch relative Stärke und führte die Gewinnerliste im deutschen Leitindex an. Unternehmensspezifische Nachrichten als Auslöser dieser Bewegung lagen nicht vor.

Aus charttechnischer Sicht wurde mit dem Kursanstieg in der vergangenen Woche die Erholungsbewegung fortgesetzt, die sich seit dem Jahrestief im November bei 21,09 Euro entwickelt hat. Daraus hat sich ein kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet. Der übergeordnete Abwärtstrend seit dem markanten Zwischenhoch im Februar dieses Jahres bei 40,08 Euro ist jedoch weiterhin intakt. Positiv zu werten ist, dass sich die Aktie dem 150-Tage-Durchschnitt angenähert hat, der derzeit bei 25,94 Euro verläuft. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über diesen langfristig relevanten Indikator, könnte sich der aktuelle Aufwärtsimpuls fortsetzen. In diesem Fall würde das Zwischenhoch aus dem Oktober bei 28,28 Euro als nächste potenzielle Zielmarke in den Fokus rücken.

Zalando

thyssenkrupp nucera: SDAX-Absteiger mit Kurserholung

Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche zählte der Elektrolysespezialist thyssenkrupp nucera (ISIN: DE000NCA0001). Die Aktie setzte ihren Erholungsimpuls seit dem Zwischentief Ende November dynamisch fort und legte seither um rund 25 Prozent zu. Rückenwind kam zuletzt offenbar von den am Mittwoch vorgelegten Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2024/25 bis Ende September. In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld kehrte das Unternehmen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in die Gewinnzone zurück und konnte den Cashflow deutlich verbessern. Besonders positiv hervorgehoben wurde die Entwicklung im Chlor-Alkali-Geschäft, also im Anlagen- und Technologiegeschäft für Elektrolyseanlagen, mit denen aus Salzlauge industriell Chlor, Natronlauge und Wasserstoff hergestellt werden, etwa für die Chemie-, Kunststoff- und Papierindustrie. Dieser Bereich sei derzeit der Stabilitätsanker des Unternehmens, betonte Vorstandschef Werner Ponikwar, und stellte in Aussicht, dass sich das Segment im neuen Geschäftsjahr 2025/26 erneut gut entwickelt und damit die anhaltenden Herausforderungen im Bereich grüner Wasserstoff zumindest ansatzweise ausgleichen kann, in dem weiterhin Verluste anfallen werden.

Trotz des jüngsten Kursanstiegs bleibt das charttechnische Gesamtbild jedoch angeschlagen. Bislang ist lediglich von einem Erholungsimpuls innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends auszugehen. Kurzfristig könnte zudem der anstehende Abstieg aus dem SDAX als Belastungsfaktor wirken, der am kommenden Montag, dem 22. Dezember 2025, offiziell vollzogen wird.

thyssenkrupp nucera

+++ Flops der Börsenwoche 51/2025 +++

Strategy-Aktie weiter auf Talfahrt: mNAV-Problematik bleibt im Fokus

Der Bitcoin (BTC) konnte in der vergangenen Woche keine neue Aufwärtsdynamik entwickeln und verzeichnete zwischenzeitlich Kursverluste. Davon wurden erneut Aktien aus dem Krypto-Sektor belastet, darunter auch das Bitcoin-Vehikel Strategy (ISIN: US5949724083, Symbol: MSTR). Das Unternehmen fungiert de facto als gehebelter Bitcoin-Proxy. Entsprechend wirken sich Bewegungen beim Bitcoin überproportional auf den Aktienkurs aus. Aus charttechnischer Sicht näherte sich die Aktie zuletzt erneut dem Zwischentief vom 1. Dezember bei 155,61 US-Dollar an. Ein Unterschreiten dieser Marke würde den bestehenden Abwärtstrend bestätigen.

Die anhaltende Kursschwäche und die im Vergleich zum Bitcoin deutlich schlechtere Performance der MSTR-Aktie in den vergangenen Monaten stehen auch im Zusammenhang mit der sogenannten mNAV-Problematik. In der Vergangenheit wurde MicroStrategy zeitweise mit einem mNAV (market-implied Net Asset Value) von rund 2,5 bis 3,0x des Bitcoin-NAV bewertet. Dieses vom Markt implizierte Vielfache des reinen Nettovermögens in Bitcoin beschreibt, wie stark der Börsenwert über dem Wert der gehaltenen BTC-Bestände liegt. Dieser Aufschlag ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, die vorsieht, bei einem mNAV von mehr als 1 neue Aktien auszugeben, um mit dem Erlös zusätzliche Bitcoin zu erwerben und so den BTC-Anteil pro Aktie für bestehende Aktionäre zu erhöhen.

Aktuell liegt dieser Aufschlag jedoch nur noch bei etwa 1x und ist zeitweise sogar unter 1,0x gefallen. Ein mNAV unter 1 bedeutet, dass der Markt das Unternehmen unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet. Dies schürt Befürchtungen, dass bei anhaltender Schwäche möglicherweise Bitcoin verkauft werden müssten, um finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Zwar verfügt Strategy über ein solides Cash-Polster, die Dividenden auf Vorzugsaktien gelten kurzfristig als gut abgesichert und in den kommenden Monaten stehen keine Anleihefälligkeiten an, sodass ein mNAV unter 1 derzeit kein akutes Liquiditätsrisiko darstellt. Dennoch interpretiert der Markt diesen Zustand als Warnsignal. Er stellt das Geschäftsmodell eines Bitcoin-Hebels über Eigenkapital infrage, erhöht die wahrgenommene Gefahr zukünftiger Zwangsmaßnahmen und trägt damit wesentlich zum anhaltenden Verkaufsdruck auf die Aktie bei.

Strategy

Broadcom setzt Korrektur seit dem Allzeithoch fort

Bei den US-Schwergewichten fiel in der vergangenen Woche insbesondere die relative Schwäche von Broadcom (ISIN: US11135F1012, Symbol: AVGO) auf. Nachdem der Kurs bereits in der Vorwoche im Anschluss an die Veröffentlichung der Quartalszahlen deutlich nachgegeben hatte, setzte sich die Abwärtsbewegung nun weiter fort. Unternehmensseitige Neuigkeiten als Auslöser dieser Entwicklung lagen nicht vor.

Spannend ist nun der Blick auf die charttechnische Konstellation. Der Kurs der AVGO-Aktie ist nachhaltig unter die 21- und 50-Tage-Durchschnittslinie gefallen und hat damit zwei wichtige Indikatoren zur Bestimmung des kurz- und mittelfristigen Trends unterschritten. Zeitweise rutschte die Aktie zudem unter ihre potenzielle Unterstützungszone im Bereich von etwa 324 bis 332 US-Dollar, konnte sich bislang jedoch darüber halten. Sollte dieser Bereich nachhaltig unterschritten werden, dürfte sich die laufende Korrektur weiter fortsetzen. Seit dem Allzeithoch bei 414,61 US-Dollar hat die Broadcom-Aktie bereits rund 20 Prozent an Wert verloren. Absolut betrachtet ist dies ein deutlicher Rückgang, im Kontext der kräftigen Aufwärtsbewegung seit dem Tief im April bewegt sich die Korrektur bislang jedoch noch im normalen Rahmen.

Broadcom

SMA Solar Technology: Top-Performer legt Verschnaufpause ein

Mit einem Plus von mehr als 140 Prozent im bisherigen Jahresverlauf ist die Aktie des SDAX- und TecDAX-Wertes SMA Solar Technology (ISIN: DE000A0DJ6J9) einer der Top-Performer am deutschen Aktienmarkt. In der vergangenen Woche gehörte sie jedoch zu den schwächsten Werten. Benötigte der Kurs nach dem kräftigen Anstieg in den vergangenen Monaten vielleicht eine Verschnaufpause? Neuigkeiten vom Spezialisten für Photovoltaik- und Speichersystemtechnik, darunter Solar- und Batteriewechselrichter, Speichersysteme und Ladelösungen für Elektrofahrzeuge, lagen zuletzt nicht vor und liefern daher keine unmittelbare Erklärung für die aktuelle Schwäche. Bislang handelt es sich jedoch lediglich um eine normale Gegenbewegung, die im Kontext des zuvor dynamischen Aufwärtstrends zu betrachten ist.

SMA Solar Technology

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