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Tops & Flops KW 49: Bayer, Moore Threads Technology und Eli Lilly

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 49
Tops & Flops der Börsenwoche 49: im Fokus stehen unter anderem Bayer, Moore Threads Technology und Eli Lilly

Starke Kursausschläge prägen die Börsenwoche 49. Bayer mit Hoffnung im Glyphosat-Streit, „Chinas NVIDIA“ Moore Threads Technology glänzt beim Börsendebüt. Eli Lilly und Alexandria Real Estate standen dagegen unter Abgabedruck.

Börsenwoche 49 im Rückblick: deutliche Kursausschläge und starkes Anlegerinteresse

Die Handelswoche 49 war von einigen starken Kursbewegungen und markanten Entwicklungen auf Unternehmensseite geprägt. Während einige Aktien durch gute Nachrichten, überzeugende Chartstrukturen oder außergewöhnliche Ereignisse deutlich zulegen konnten, standen andere Werte unter Druck und verzeichneten spürbare Rückgänge.

Der Blick auf die Tops und Flops der Börsenwoche 49/2025 zeigt, welche Titel mit klarer Stärke beeindruckten und welche Aktien durch belastende Faktoren, Gewinnmitnahmen oder neue Risiken in die Verlustzone rutschten.

+++ Tops der Börsenwoche 49/2025 +++

Bayer-Aktie macht nächsten Kurssprung: Hoffnung im Glyphosat-Rechtsstreit

Auffällig am deutschen Aktienmarkt war in der vergangenen Woche die erneute Stärke des Pharma- und Agrarkonzerns Bayer (ISIN: DE000BAY0017). Das DAX-Mitglied war der größte Gewinner aus dem Leitindex. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der Kurssprung am Dienstag, der auf die Nachrichten im Zusammenhang mit den langwierigen Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA erfolgte. Demnach hat sich der oberste Anwalt der US-Regierung dafür ausgesprochen, dass der Supreme Court als höchstes US-Gericht ein Glyphosat-Urteil gegen Bayer zur Prüfung annehmen soll. Bayer erhofft sich davon ein Grundsatzurteil, was dazu führen könnte, dass die Rechtsgrundlage für die meisten verbleibenden Klagen verloren geht. An der Börse scheint man diese Zuversicht zu teilen, wie die positive Kursentwicklung nahelegt.

Aus charttechnischer Sicht ist die Bayer-Aktie mit den Gewinnen der vergangenen Woche über die Marke von 31,03 Euro geklettert, die aus dem markanten Zwischenhoch von Anfang Oktober 2024 resultiert. Mit dem Ausbruch könnte nun der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen worden sein und für eine abgeschlossene Bodenbildung sprechen. Der jüngste Kurssprung folgt damit auf den kräftigen Kursanstieg im November, mit dem die Hochs von Juli und Anfang Oktober bei 29,78 und 29,93 Euro überschritten wurden.

Bayer

Microchip Technology zählt zu den stärksten US-Aktien der Woche

Am US-Aktienmarkt fällt in der vergangenen Woche die Stärke von Microchip Technology (ISIN: US5950171042, Symbol: MCHP) auf. Der Technologiekonzern hatte am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Geschäftsquartal angehoben. Das sorgte an der Börse offenbar für Begeisterung und mit einem Kursplus von über 20 Prozent gehörte die Aktie zu den größten Wochengewinnern im S&P 500 und NASDAQ 100. Mit dem jüngsten Anstieg setzte sich die Erholung fort, die sich seit dem Korrekturtief am 21. November gebildet hat. Seither hat die MCHP-Aktie rund 35 Prozent an Wert zugelegt.

Aus charttechnischer Sicht wurden nun die wichtigen gleitenden Durchschnittslinien 21-, 50- und 150-Tage zurückerobert. Damit hat sich das technische Bild deutlich gebessert. Für die weitere Entwicklung könnte nun entscheidend sein, ob es gelingt, den potenziellen Widerstandsbereich von 66,60 bis 70,70 US-Dollar zu überwinden, der nun in greifbare Nähe gerückt ist.

Microchip Technology entwickelt Mikrocontroller, Analog- und Mixed-Signal-Chips sowie Speicher- und Konnektivitätslösungen. Die Bauteile werden unter anderem in den Bereichen Automotive, Industrie, Kommunikation, Datacenter und KI-Systeme eingesetzt.

Microchip Technology

Moore Threads Technology: „Chinas NVIDIA“ geht beim IPO durch die Decke

In den vergangenen Wochen wurde des Öfteren darüber diskutiert, ob wir gerade eine KI-Blase erleben. Ist vielleicht das fulminante Börsendebüt des chinesischen Unternehmens Moore Threads Technology (Code: 688795) Teil der Antwort. Es hatte am Freitag, 5. Dezember 2025 das Parkett in Shanghai betreten. Der Emissionspreis lag bei 114,28 chinesische Yuan (CNY) pro Aktie. Der Eröffnungskurs wurde dann bei 650 CNY festgestellt, zum Tageshoch wurden sogar stolze 688 CNY erreicht. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Ausgabepreis von über 500 Prozent. Das Tageshoch konnte aber nicht gehalten werden und am Ende beendete die Moore-Aktie mit 600,50 CNY den Handel.

Ausgegeben wurden insgesamt 70 Millionen neue Aktien, wodurch der Gesellschaft ein Emissionserlös von umgerechnet rund 971 Millionen Euro brutto zugeflossen ist. Er soll für die Entwicklung neuer Chips verwendet werden. Moore Threads Technology entwickelt beispielsweise GPUs und AI-SoCs, die Computer deutlich schneller machen, damit sie große KI-Modelle trainieren können. Für kleinere Geräte baut das Unternehmen kompakte AI-System-Chips, die KI-Modelle in Echtzeit ausführen. Dazu liefert das Unternehmen passende Software wie Treiber und Tools, damit Cloud-Server, Rechenzentren und Gerätehersteller die Chips einfach nutzen können. Insgesamt ähnelt das Geschäftsmodell dem von NVIDIA (ISIN: US67066G1040), was nicht verwundert, weil die chinesische Firma 2020 vom ehemaligen Nvidia-Manager Zhang Jianzhong gegründet wurde. Das erklärt auch, dass Moore Threads häufig als „Chinas NVIDIA“ bezeichnet wird.

In dem fulminanten Börsendebüt steckt wohl die Spekulation, dass das Unternehmen von Pekings Bestrebungen zur Förderung der heimischen Chip-Produktion profitieren dürfte. Das erklärt auch, dass die Marktkapitalisierung am IPO-Tag in der Spitze umgerechnet über 39 Milliarden Euro erreicht hat. Das ist beträchtlich angesichts der noch vergleichsweise geringen Umsätze. Im ersten Halbjahr 2025 lagen diese bei umgerechnet ca. 85 Millionen Euro, für das Gesamtjahr werden rund 182 Millionen Euro angestrebt.

+++ Flops der Börsenwoche 49/2025 +++

Eli Lilly mit Verschnaufpause: wie lange wird die Korrektur andauern

Aus der Gruppe der US-Schwergewichte gehörte die Aktie von Eli Lilly (ISIN: US5324571083) in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern. Nach dem fulminanten Anstieg seit dem Korrekturtief Anfang August bis zum neuen Allzeithoch Ende November von über 75 Prozent war wohl eine Verschnaufpause nötig. Bislang verläuft die Korrektur vor dem Hintergrund der vorangegangenen Kurs-Rallye im Rahmen, auch wenn der Kurs inzwischen vom Rekordhoch bereits mehr als 9 Prozent nachgegeben hat. Man darf jedoch gespannt sein, wie umfangreich der Rücksetzer letztendlich ausfallen wird. Aus charttechnischer Sicht hat der Kurs dabei gerade seine 21-Tage-Linie erreicht und zunächst unterschritten. Vielleicht ist hier noch eine schnelle Zurückeroberung möglich. Ein nachhaltiger Bruch könnte jedoch für eine ausgedehntere Pause sprechen.

Eli Lilly

Exelon setzt Korrektur fort und fällt unter 150-Tage-Linie

Versorger-Aktien insbesondere die aus dem Stromsegment bildeten in der vergangenen Woche den schwächsten Sektor am US-Aktienmarkt. Beispielhaft für diese Entwicklung ist die Aktie von Exelon (ISIN: US30161N1019). Das Unternehmen firmiert als regulierte Energie-Holding, die selbst keinen Strom erzeugt. Sie kauft stattdessen Strom und Gas ein, betreibt Übertragungs- und Verteilnetze und vertreibt die Energie über seine regionalen Netzgesellschaften an Endkunden. Bis auf die Nachricht über eine Anleiheemission zur Refinanzierung bestehender Schulden gab es von Exelon jedoch keine Nachrichten. Möglicherweise stand die gesamte Branche unter Druck, weil in der nächsten Woche der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank ansteht. Es wird zwar mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinssenkung erwartet, entscheidend könnten jedoch die Aussagen zur weiteren Geldpolitik sein. In dieser Hinsicht besteht womöglich Unsicherheit, die derzeit das Kaufinteresse beim zinssensitiven Versorgersektor bremst.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Exelon-Aktie seit dem Zwischenhoch Mitte Oktober in einem kurzfristigen Abwärtstrend, der in der vergangenen Woche mit neuen Verlaufstiefs bestätigt wurde. Dabei wurde nun auch der 150-Tage-Durchschnitt als Indikation für den langfristigen Trend verletzt.

Exelon

Alexandria Real Estate Equities setzt mit Dividendenkürzung Kurstalfahrt fort

Die Aktien von REITs, also börsennotierten Gesellschaften, die Immobilien besitzen oder finanzieren und gesetzlich verpflichtet sind, den Großteil ihrer Gewinne auszuschütten, erfreuen sich bei vielen Dividenden-Investoren großer Beliebtheit. Der Branchenvertreter Alexandria Real Estate Equities (ISIN: US0152711091) zeigte dabei in der vergangenen Woche, dass stabile oder steigende Ausschüttungen keineswegs garantiert sind. Das Unternehmen hatte seine Quartalsdividende um 45,5 Prozent von 1,32 auf 0,72 US-Dollar je Aktie gekürzt. Der Vorstand erklärte dazu, dass die Kürzung das Bekenntnis des Unternehmens widerspiegele, seine bereits starke Bilanz zu festigen, die finanzielle Flexibilität zu verbessern und die Liquidität von etwa 410 Millionen US-Dollar auf Jahresbasis zu erhalten. An der Börse kam der Schritt dennoch nicht gut an. Die Aktie verlor deutlich und setzte damit ihren markanten Abwärtstrend fort, der sich seit dem Allzeithoch im Dezember 2021 gebildet hat. Seither ist der Kurs um rund 80 Prozent eingebrochen.

Der Immobilieninvestmentfonds besitzt, betreibt und entwickelt Immobilien für Life-Science-Unternehmen. Er hat sich auf die Entwicklung und Bereitstellung von Lösungen für Mieter aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Pharmazie, Agrartechnologie, akademische und medizinische Forschung sowie staatliche Forschungsbehörden spezialisiert.

Alexandria Real Estate Equities

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