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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 50: Siemens Energy, WBD, Newmont und Oracle

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 50
Tops & Flops der Börsenwoche 50: im Fokus stehen unter anderem Siemens Energy Aktie, Warner Bros Discovery Aktie und Oracle

Tops & Flops der Börsenwoche 50: DAX und Siemens Energy mit neuen Rekorden, Übernahmepoker bei Warner Bros. Discovery und deutliche Verluste bei Einzelwerten wie Oracle. Diese Aktien standen im Fokus der Anleger.

Tops und Flops der Woche: Rekorde, Übernahmefantasie und wachsende Nervosität

Die Börsenwoche 50/2025 bot Anlegern ein dynamisches Wechselspiel aus neuen Rekorden, spekulativen Impulsen und spürbaren Rücksetzern. Während der DAX seine Erholung fortsetzte und einzelne Titel mit frischen Allzeithochs überzeugten, sorgten in den USA Übernahmefantasie und branchenspezifische Trends für deutliche Kursbewegungen. Gleichzeitig rückten bei einigen Aktien hohe Bewertungen, Zinserwartungen und verhaltene Marktreaktionen auf Unternehmenszahlen in den Fokus. Welche Werte in der vergangenen Woche besonders glänzten und welche deutlich unter Druck gerieten, zeigt der Überblick mit einigen Tops und Flops.

+++ Tops der Börsenwoche 50/2025 +++

Siemens Energy: US-Konkurrent GE Vernova untermauert Wachstumsfantasie

Der DAX setzte in der vergangenen Woche seine Erholung fort und näherte sich damit weiter seinem Allzeithoch vom Oktober bei 24.771 Punkten an. Bereits neue Rekordstände gab es allerdings schon bei zwei Indexmitgliedern. Neben Heidelberg Materials (ISIN: DE0006047004) gelang dies auch Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0). Letzterer profitierte dabei offenbar von positiven Impulsen des US-Konkurrenten GE Vernova (ISIN: US36828A1016). Dieser hatte im Rahmen eines Investorentags seine mittelfristigen Prognosen angehoben. Weiterführende Informationen sowie eine Einschätzung zur Bewertung der Aktie liefert der Bericht „GE Vernova und der KI-Stromhunger: Investmentchance, aber mit Haken“.

Siemens Energy verfügt über ein vergleichbares Geschäftsmodell und dürfte ebenfalls vom weltweit steigenden Stromverbrauch profitieren. Treiber sind dabei die zunehmende Elektrifizierung, die fortschreitende Digitalisierung sowie die Ausweitung von KI-Anwendungen. Diese strukturellen Wachstumskräfte stützen den Kursverlauf der Aktie bereits seit geraumer Zeit. Zudem wird die Aktie des deutschen Konzerns weiterhin mit einem Bewertungsabschlag gegenüber GE Vernova gehandelt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob sich daraus zusätzlicher Kursspielraum für Siemens Energy ergeben könnte. Zusammen mit dem positiven Chartbild könnten daraus weiterhin Chancen für trendfolgende Handelsansätze bestehen.

Siemens Energy

Übernahmespekulationen treiben Warner Bros. Discovery an

Die Aktie des Medien- und Unterhaltungskonzerns Warner Bros. Discovery (ISIN: US9344231041, Symbol: WBD) zählte in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern im S&P 500 und im NASDAQ-100. Damit setzte das Papier seinen Aufwärtstrend der vergangenen Monate konsequent fort. Hintergrund ist das zunehmende Interesse potenzieller Käufer an dem Konzern.

Mit Paramount Skydance (ISIN: US69932A2042) ist nun ein weiterer Interessent aufgetreten, der eine Übernahme anstrebt. Das Unternehmen legte am Montag ein feindliches Übernahmeangebot für den gesamten WBD-Konzern vor. Dieser Schritt folgte auf die Ankündigung von Netflix (ISIN: US64110L1061) in der Vorwoche. Damit zeichnet sich ein möglicher Bieterkampf ab, der sich laut einem Bericht von Bloomberg bis ins Jahr 2026 hinziehen könnte. Demnach plant der Vorstand von Warner Bros. Discovery derzeit nicht, die in der vergangenen Woche mit Netflix unterzeichnete Fusionsvereinbarung aufzukündigen.

Das jüngste Angebot von Paramount Skydance beläuft sich auf rund 108,4 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden für den gesamten WBD-Konzern. Netflix bietet dagegen etwa 82,7 Milliarden US-Dollar in einer Kombination aus Bargeld und Aktien, allerdings ausschließlich für die Warner Bros.-Studios und das Streaming-Geschäft. Am Ende dürften die Aktionäre über den weiteren Verlauf entscheiden, wobei der angebotene Preis eine zentrale Rolle spielen wird. Bemerkenswert ist dabei, dass die marktbasierte Vorhersageplattform Polymarket inzwischen höhere Chancen für eine Übernahme durch Paramount Skydance sieht als durch Netflix.

Warner Bros. Discovery

Newmont-Aktie auf Rekordkurs nach Ausbruch über Allzeithoch

Der Sektor Grundstoffe gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Bereichen am US-Aktienmarkt und führte die Gewinnerliste an. Bereits seit einiger Zeit zeigt er eine ausgeprägte relative Stärke und liegt sowohl auf Monatssicht als auch im Performancevergleich seit Jahresbeginn an der Spitze. Getragen wird diese Entwicklung vor allem von den Aktien aus dem Edelmetallbereich, die von steigenden Gold- und Silberpreisen profitieren. Auch in der vergangenen Woche erwies sich dieser Trend als zentrale Triebfeder der Sektorstärke.

Ein besonders anschauliches Beispiel liefert der weltgrößte Goldproduzent Newmont (ISIN: US6516391066, Symbol: NEM), der als einziger Goldwert im S&P 500 vertreten ist. Die Newmont-Aktie zählte zu den größten Wochengewinnern im US-Leitindex. Aus charttechnischer Sicht ist bemerkenswert, dass der Kurs das bisherige Allzeithoch vom Oktober bei 98,58 US-Dollar überwunden hat. Mit dem Ausbruch über diese Marke wurde der übergeordnete Aufwärtstrend bestätigt. Damit rückt die Aktie verstärkt in den Fokus von Anlegern, die ihre Entscheidungen an technischen Signalen ausrichten. Für klassische Trendfolgestrategien können sich in diesem Umfeld weiterhin interessante Trading-Chancen ergeben.

Newmont

+++ Flops der Börsenwoche 50/2025 +++

Oracle-Aktie unter Druck nach Quartalszahlen

Die Oracle-Aktie (ISIN: US68389X1054) zählte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern unter den US-Schwergewichten und bestätigte damit das zuletzt deutlich eingetrübte Chartbild. Bereits im November war der Kurs unter den 150-Tage-Durchschnitt gefallen. Inzwischen deutet vieles auf einen nachhaltigen Bruch dieser Linie hin, die als wichtiger Indikator für den längerfristigen Trend gilt.

Ein wesentliches Argument dafür liefert die jüngste Kursentwicklung. Die Erholung seit dem Korrekturtief vom 25. November bei 185,63 US-Dollar wurde durch den kräftigen Kursrückgang am Donnerstag nahezu vollständig ausgelöscht. Sollte sich das Novembertief nicht als tragfähige Unterstützung erweisen und ebenfalls unterschritten werden, droht eine Fortsetzung der Korrektur. Diese hatte sich bereits seit dem Allzeithoch im September bei 345,72 US-Dollar aufgebaut.

Auslöser für den jüngsten deutlichen Kursverlust waren die am Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalszahlen. Der Spezialist für cloudbasierte Firmensoftware, Datenbanken und Cloud-Infrastrukturen meldete weiterhin ein dynamisches Wachstum bei neuen Aufträgen und konnte sowohl Umsatz als auch Gewinn spürbar steigern. Dennoch reichten diese positiven operativen Entwicklungen offenbar nicht aus, um der Oracle-Aktie neuen Rückenwind zu verleihen.

Oracle

SCHOTT Pharma auf Rekordtief und mögliche Value-Chance

Unter den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche fiel besonders die anhaltende Schwäche des SDAX-Wertes SCHOTT Pharma (ISIN: DE000A3ENQ51) auf. Mit einem Kursverlust von mehr als 11 Prozent gegenüber der Vorwoche setzte die Aktie ihren übergeordneten Abwärtstrend fort. Das Papier, das erst seit September 2023 an der Börse notiert ist, markierte bei 14,94 Euro ein neues Allzeittief. Zum Vergleich lag der Emissionspreis bei 27 Euro, während das bisherige Allzeithoch im Februar 2024 bei 43,40 Euro erreicht wurde.

Der Pharmazulieferer stellt Aufbewahrungs- und Verabreichungssysteme für Medikamente her. Dazu zählen vorfüllbare Spritzen aus Glas und Polymer, Karpulen, Fläschchen und Ampullen. In der vergangenen Woche legte das Unternehmen die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2024/25 vor. Gleichzeitig gab der Vorstand Einblicke in die weitere strategische Ausrichtung. SCHOTT Pharma erwägt demnach den Ausbau zusätzlicher Produktionskapazitäten in Asien und den USA und verweist dabei auf weiterhin intakte zentrale Wachstumstreiber. Die derzeitige Nachfrageschwäche stuft das Management hingegen als vorübergehend ein.

Eine wichtige Rolle in den Wachstumserwartungen spielen aktuell auch sogenannte Autoinjektoren für die Selbstmedikation. SCHOTT Pharma liefert hierfür die eingesetzten Spritzen und Karpulen. Ein erstes Medikament mit eigener Beteiligung wird für das Jahr 2026 erwartet. Das langfristige Potenzial dürfte jedoch deutlich größer sein. Nach Angaben des Vorstands befinden sich derzeit rund 180 Arzneimittel, überwiegend zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten, in der Entwicklung.

An der Börse fiel die Reaktion auf diese Aussagen bislang verhalten aus und neue Impulse für die Aktie blieben zunächst aus. Ein Blick auf die Bewertung zeigt jedoch, dass die Überbewertung seit dem Börsengang deutlich abgebaut wurde. Erste Anzeichen für eine mögliche Unterbewertung lassen sich inzwischen erkennen. Besonders das Kurs Cashflow Verhältnis erscheint mit einem Wert von 12 attraktiv. Damit rückt SCHOTT Pharma als möglicher Kandidat für ein Value-Investment in den Fokus einer vertieften Analyse.

SCHOTT Pharma

Welltower korrigiert: Hohe Bewertung und Zinserwartungen im Fokus

Der Immobilienkonzern Welltower (ISIN: US95040Q1040, Symbol: WELL) zählt zu den US-REITs und damit zu börsennotierten Gesellschaften, die Immobilien besitzen oder finanzieren und gesetzlich verpflichtet sind, den Großteil ihrer Gewinne an die Aktionäre auszuschütten. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 130 Milliarden US-Dollar ist die WELL-Aktie weiterhin der größte Vertreter der Branche. In der vergangenen Woche verringerte sich jedoch der Abstand zum zweitgrößten Wettbewerber, da die Aktie erneut unter Druck geriet. Welltower war der schwächste Wert im S&P 500 und setzte damit die Korrektur fort, die sich seit dem Allzeithoch Ende November bei 209,05 US-Dollar entwickelt hat. Unternehmensspezifische Nachrichten, die den Kursrückgang erklären könnten, lagen zuletzt nicht vor.

Zuvor hatte die Aktie über mehrere Monate deutlich zugelegt und eine sehr ambitionierte Bewertung erreicht. Die aktuelle Schwäche lässt sich daher vor allem als Phase von Gewinnmitnahmen einordnen. Zusätzlich könnte der gesamte Immobiliensektor durch die Entwicklung der Zinserwartungen belastet sein. Zwar senkte die US-Notenbank in der vergangenen Woche erneut die Leitzinsen, stellte jedoch nur begrenzte weitere Zinsschritte in Aussicht. Da REITs wie Welltower besonders zinssensibel reagieren, könnte die Erwartung eines weniger stark sinkenden Zinsniveaus als bislang angenommen auf den Kurs drücken.

Welltower ist auf Gesundheitsimmobilien spezialisiert. Das Unternehmen investiert unter anderem in Seniorenwohnanlagen, Pflegeheime, betreutes Wohnen, Reha-Zentren und ambulante Gesundheitszentren. Diese Immobilien werden langfristig an Betreiber und Gesundheitssysteme vermietet. Die Einnahmen stammen überwiegend aus Mieterträgen und werden durch Portfolioumschichtungen sowie Projektentwicklungen ergänzt.

Welltower

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