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NASDAQ-100 mit Schwächesignalen: Technologiewerte hinken dem S&P 500 hinterher

| Thomas Behnke

NASDAQ-Logo an der Fassade des MarketSite-Gebäudes
Das NASDAQ-Logo ist an der Fassade des MarketSite-Gebäudes in New York zu sehen. Der NASDAQ-100 steht derzeit im Fokus technischer Analysen. (Foto: Shutterstock)

Der NASDAQ-100 kommt seit dem Allzeithoch Ende Oktober 2025 kaum voran. Nun ist der Aufwärtstrend gebrochen, die Marktbreite lässt nach, und bei mehreren Tech-Schwergewichten zeigen sich angeschlagene Chartbilder.

Der NASDAQ-100 hatte sich 2025 etwas besser entwickelt als der breiter gefasste S&P 500. Im neuen Börsenjahr 2026 hinkt das Kursbarometer für die Technologiewerte dem US-Leitindex jedoch hinterher. Und mehr noch: Der NDX zeigt derzeit einige Schwächesignale, die für eine fortgesetzte Korrektur sprechen könnten. Anleger sollten die weitere Entwicklung daher im Blick behalten und sie bei ihrem Positions- und Risikomanagement berücksichtigen.

Begrenzter Fortschritt seit dem Allzeithoch

Der Blick auf den längerfristigen Kursverlauf zeigt, dass der NASDAQ-100 (NDX) seit dem Allzeithoch von Ende Oktober 2025 bei 26.182 Punkten keinen nennenswerten Raumgewinn verzeichnen konnte. Die damals folgende Korrektur von rund neun Prozent konnte zwar größtenteils wieder aufgeholt werden, ein nachhaltiges Aufwärtsmomentum entwickelte sich jedoch nicht. Zwar bildete sich seit dem Korrekturtief im November ein kurzfristiger Aufwärtstrend, insgesamt zeigt das Chartbild nun aber Entwicklungen, die zwar vorerst keinen Anlass zur Sorge geben, jedoch weiterhin zeitnah beobachtet werden.

NASDAQ-100: Aufwärtstrend und 21-Wochendurchschnitt unterschritten

Zunächst ist festzustellen, dass der Aufwärtstrend seit November gebrochen wurde, als am 4. Februar das Zwischentief von Januar dieses Jahres bei 24.954 Punkten unterschritten wurde. Damit einher ging ein Bruch des 21-Wochendurchschnitts als objektiver Gradmesser für den übergeordneten Trend. Begleitet wurde dieses Unterschreiten von anziehendem Handelsvolumen. Aktuell erhält der Bruch zusätzlich dadurch Bedeutung, dass die Korrekturen im November, Dezember und Januar jeweils an oder kurz vor dieser potenziellen Unterstützung Halt gemacht hatten und anschließend neue Aufwärtsimpulse folgten.

Vorstellbar ist nun, dass der 21-Wochendurchschnitt, der aktuell bei 25.121 Punkten verläuft, noch einmal von unten getestet wird. Entscheidend ist dann, ob er schnell wieder zurückerobert werden kann und sich das jüngste Unterschreiten als Fehlsignal erweist oder ob es lediglich zu einem technischen Pullback kommt, der den Bruch bestätigen würde.

Was im aktuellen Chartbild ebenfalls berücksichtigt werden sollte, ist die Tatsache, dass mit dem Verlaufshoch am 28. Januar bei 26.165 Punkten das bisherige Allzeithoch, wenn auch nur knapp, nicht erreicht wurde. Die Bullen hatten somit nicht die Kraft, den bisherigen Rekord zu übertreffen. Damit hat sich zunächst ein tieferes Hoch gebildet. Dieses Signal sollte zwar nicht überbewertet werden, ist aber ein weiterer Baustein, der derzeit für ein angeschlagenes Bild beim NASDAQ-100 spricht.

Schwache Marktbreite: Advance-Decline-Linie sendet Warnsignal

Ein weiteres Puzzlestück in diesem Zusammenhang ist die fehlende Marktbreite, gemessen an der Advance-Decline-Linie (AD-Linie). Während diese beim S&P 500 zuletzt kontinuierlich gestiegen ist und gerade erst wieder ein neues Allzeithoch erreicht hat, zeigt sie beim NASDAQ-100 seit dem Zwischenhoch Ende Januar nach unten. Das ist ein Schwächesignal. Es bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass nun größere Rückgänge folgen müssen. Dennoch sollte eine solche Entwicklung nicht ignoriert, sondern im Gesamtkontext der eigenen Markteinschätzung berücksichtigt werden.

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf das Verhältnis von neuen 52-Wochen-Hochs zu neuen 52-Wochen-Tiefs sämtlicher an der Nasdaq gehandelter Aktien. Hier zeigt sich seit einigen Tagen, dass mehr neue Tiefs als neue Hochs markiert wurden.

Magnificent 7 unter Druck: angeschlagene Chartbilder bei Microsoft, NVIDIA und Tesla

In dieses Gesamtbild passt, dass auch bei mehreren Schwergewichten aus dem Technologiesektor deutlich angeschlagene Chartbilder zu beobachten sind. Aus der Gruppe der sogenannten Magnificent 7 betrifft das insbesondere Microsoft, NVIDIA, Tesla und Meta Platforms. Microsoft befindet sich bereits seit Ende Oktober in einem Abwärtstrend. NVIDIA hat zuletzt seinen 21-Wochendurchschnitt verletzt und sich den Verlaufstiefs von November und Dezember im Bereich von rund 170 US-Dollar genähert. Sollte auch diese potenzielle Unterstützung brechen, sind weitere Abgaben möglich.

Bei Tesla war ebenfalls vor Kurzem ein Bruch des 21-Wochendurchschnitts zu verzeichnen. Die Aktie von Meta Platforms stand bereits seit dem Allzeithoch von August 2025 unter Druck, konnte sich jedoch vom Korrekturtief im November erholen. Im Januar folgte ein kräftiger Aufwärtsimpuls, und nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Januar sprang die Aktie deutlich an. Allerdings setzte unmittelbar darauf ein Abverkauf ein. Die roten Kerzen der vergangenen Handelstage deuten darauf hin, dass auch hier die Aufwärtsdynamik bereits wieder beendet sein könnte.

Zuletzt zeigte auch die Amazon-Aktie Schwäche, wenn auch weniger ausgeprägt als bei den zuvor genannten Werten. Der E-Commerce-Konzern wird heute, am 5. Februar, nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegen. Innerhalb der Gruppe der Magnificent-7-Aktien konnten sich zuletzt lediglich Apple und Alphabet vergleichsweise stabil halten.

NASDAQ-100: Warnsignale mehren sich, aber kein Grund zur Panik

Derzeit gibt es beim NASDAQ-100 eine Reihe von Schwächesignalen. Ob sie der Vorbote für eine ausgedehntere Korrektur sind, lässt sich nicht vorhersagen. In ihrer Gesamtheit stellen sie jedoch eine Warnung dar, die nicht ignoriert werden sollte. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, jetzt alle Long-Positionen zu liquidieren oder auf fallende Kurse zu setzen. Die aktuelle Gemengelage kann jedoch ein Ansatzpunkt sein, sei bei geplanten neuen Investments zu berücksichtigen und das bestehende Risikomanagement zu überprüfen.

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