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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 06/2026: KI treibt Telekom, Walmart auf Rekord – Oracle und PayPal fallen

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Börsenwoche 06/2026: Deutsche Telekom mit KI-Fantasie und Trendbruch, Walmart auf Rekordniveau – während Oracle, PayPal und Zalando deutliche charttechnische Schwächesignale senden.

Börsenwoche 06/2026: Deutsche Telekom durchbricht Abwärtstrend dank KI-Fabrik, Walmart über 1.000 Mrd. Dollar Börsenwert –Oracle, PayPal und Zalando senden mit massiven Kursverlusten Schwächesignale.

Überblick über die Börsenwoche 06/2026: KI-Fantasie, Rekordbewertungen und charttechnische Warnsignale

Die vergangene Börsenwoche war geprägt von starken Einzelbewegungen, deutlichen Sektorunterschieden und einer hohen Sensibilität gegenüber fundamentalen Impulsen. Während einige Titel mit neuen Rekordmarken, Trendbrüchen oder positiven Ausblicken überzeugten, gerieten andere Aktien trotz teils ambitionierter Wachstumspläne oder wegen enttäuschender Geschäftszahlen massiv unter Druck. Welche Werte in der vergangenen Woche mit relativer Stärke herausstachen und welche Aktien klare Schwächesignale sendeten, zeigt der Überblick über die Tops und Flops der Börsenwoche 06/2026.

+++ Tops der Börsenwoche 06/2026 +++

Deutsche Telekom startet KI-Fabrik: T-Aktie durchbricht Abwärtstrend

Unter den Gewinnern im DAX in der vergangenen Woche sticht die Aktie der Deutschen Telekom (ISIN: DE0005557508) hervor. Bereits seit dem letzten Verlaufstief am 21. Januar dieses Jahres zeigt sie ein starkes Aufwärtsmomentum. Damals hatte sie beinahe das markante Tief von Anfang November 2025 bei 26 Euro erreicht. Allerdings drehte der Kurs knapp davor wieder nach oben und bildete damit ein höheres Tief aus. Der seitherige Anstieg verläuft vergleichsweise dynamisch und signalisiert ein verstärktes Kaufinteresse der Anleger. 

Möglicherweise lieferte jüngst auch die Nachricht Impulse, dass die Deutsche Telekom ihre erste große KI-Fabrik in Betrieb genommen hat. Die Anlage in München, die als Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Chipkonzern NVIDIA (ISIN: US67066G1040) und dem Softwarekonzern SAP (ISIN: DE0007164600) errichtet wurde, soll als Basis für innovative Geschäftsmodelle für die Industrie, Start-ups und den Staat dienen. „Wir beweisen hier, dass Europa auch Künstliche Intelligenz kann", sagte Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges. Wurde damit nun auch bei dem deutschen Telekommunikationsriesen die KI-Fantasie entfacht? Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung nachhaltig als Kurstreiber erweist.

Aus charttechnischer Sicht bemerkenswert ist jedoch bereits, dass die T-Aktie mit dem Überschreiten des Januar-Hochs bei 28,90 Euro ihren übergeordneten Abwärtstrend gebrochen hat, der sich seit März 2025 ausgebildet hatte.

Deutsche Telekom

Walmart-Aktie knackt 1.000 Mrd. US-Dollar Börsenwert und setzt Rekordlauf fort

In einem insgesamt etwas schwächeren US-Marktumfeld zählten Aktien aus dem Bereich der Basiskonsumgüter zu den stärksten Werten im S&P 500. Der Sektor war in der vergangenen Woche der größte Gewinner. Bereits seit Jahresbeginn zeigt er eine überdurchschnittliche Performance, was sich auch bei einzelnen Titeln widerspiegelt. Hervorzuheben ist die Aktie des Einzelhändlers Walmart (ISIN: US9311421039, Symbol: WMT), die zu den größten Wochengewinnern unter den US-Schwergewichten gehörte. Die WMT-Aktie überschritt dabei erstmals die Marke von 1.000 Mrd. US-Dollar Börsenwert und setzte ihre Rekordrally der vergangenen Monate mit neuen Bestmarken fort. Unternehmensneuigkeiten gab es keine. Die nächsten Quartalszahlen werden erst am 19. Februar veröffentlicht.

Ein möglicher Katalysator für die zuletzt starke Performance liegt darin, dass Walmart zunehmend nicht mehr nur als klassischer Händler, sondern wie ein Technologie- und Plattformunternehmen bewertet wird, vergleichbar mit Amazon. Treiber sind das wachsende E-Commerce-Geschäft, das Marktplatzmodell, Werbeaktivitäten sowie der verstärkte Einsatz von KI. So bestehen beispielsweise Partnerschaften mit OpenAI/ChatGPT und Google Gemini, über die Kunden per Chat Rezepte planen, Warenkörbe zusammenstellen und direkt aus dem Dialog heraus einkaufen können.

Walmart

Old Dominion Freight Line stärkster NASDAQ-100-Wert: Zyklische Bodenbildung gewinnt charttechnisch an Kontur

Während der NASDAQ-100 in der vergangenen Woche unter Druck stand und sich das charttechnische Bild dadurch eintrübte, wie im Beitrag „NASDAQ-100 mit Schwächesignalen: Technologiewerte hinken dem S&P 500 hinterher“ dargestellt wurde, präsentierte sich der Transportsektor robust. So zählte etwa der NASDAQ-100-Wert Old Dominion Freight Line (ISIN: US6795801009) zu den größten Wochengewinnern im Index. Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie seit dem markanten Tief im November 2025 in einer dynamischen Erholungsbewegung, die sich in der vergangenen Woche bei anziehendem Handelsvolumen weiter beschleunigte. Eine besonders positive Kursreaktion folgte dabei auf die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen.

Old Dominion Freight Line hatte zum Jahresende 2025 zwar rückläufige Ergebnisse ausgewiesen, sich beim Ausblick jedoch vorsichtig optimistisch gezeigt und damit Hoffnungen auf eine Belebung der Frachtnachfrage genährt. Seit dem Allzeithoch im November 2024 hatte die Aktie unter dem eingetrübten Branchenumfeld gelitten. Nun zeichnet sich eine zyklische Bodenbildung ab.

Old Dominion Freight Line zählt zu den größten nordamerikanischen Spediteuren für Stückgut und bietet regionale, überregionale sowie nationale Lkw-Transporte an. Das Unternehmen ist auf den sogenannten Teilladungsverkehr (LTL, Less Than Truckload) spezialisiert, bei dem mehrere Teilladungen gebündelt und gemeinsam auf einem Transportmittel befördert werden.

Old Dominion Freight Line

+++ Flops der Börsenwoche 06/2026 +++

Zalando-Aktie unter Druck: DAX-Verlierer testet Novembertief bei 21,09 Euro

Die Aktie des Online-Modehändlers Zalando (ISIN: DE000ZAL1111) gehörte 2025 zu den größten Verlierern im DAX, hatte zum Jahresende jedoch eine Erholungsbewegung gezeigt. Diese setzte sich im neuen Börsenjahr bis Mitte Januar fort, bevor der Kurs wieder in einen Abwärtstrend überging. In der vergangenen Woche beschleunigte sich die Talfahrt deutlich. Unternehmensneuigkeiten gab es keine. Möglicherweise haben Warnungen von Morgan Stanley den Abgabedruck verstärkt. Die Analysten verwiesen in einer Studie auf die zunehmende Konkurrenz durch globale Social-Media-Netzwerke und stellten dabei insbesondere die Videoplattform TikTok heraus. Deren Expansion in den USA verlaufe derzeit erfolgreicher als der Markteintritt in Großbritannien im Jahr 2021, sodass eine Ausweitung nach Europa nach diesen Erfahrungen schneller voranschreiten dürfte.

Aus charttechnischer Sicht hat der Zalando-Kurs mit dem jüngsten Rückgang sein Novembertief bei 21,09 Euro erreicht und getestet. Kurzzeitig unterschritten, konnte sich die Aktie bislang jedoch darüber behaupten. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke würde den Abwärtstrend bestätigen, der sich seit dem markanten Mehrjahreshoch im Februar 2025 ausgebildet hatte. Allerdings besteht die Chance, dass sich der nun erreichte Bereich von rund 20 bis 21 Euro als Unterstützung herausstellt. Neben dem Novembertief von 2025 liegen hier auch markante Tiefpunkte aus Juni, August und September 2024.

Zalando

Oracle-Aktie im Tannenbaum-Chart: Nach KI-Hype folgen massive Kursverluste

Aktien mit ausgeprägtem Hype zeigen häufig ein Chartbild, das an die Silhouette eines Tannenbaums erinnert. Zunächst verläuft der Kurs sehr dynamisch und steil nach oben, bevor er ähnlich rasant wieder in sich zusammenfällt. Zu dieser Gruppe zählt auch Oracle (ISIN: US68389X1054). Vom markanten Tief im März 2025 bei 118,86 US-Dollar war die Aktie bis zum Hoch im September 2025 um nahezu 200 Prozent gestiegen. Seither ging es um mehr als 60 Prozent abwärts, sodass ein Großteil der zwischenzeitlichen Gewinne wieder aufgezehrt wurde. Zwar kam es von Mitte Dezember bis Mitte Januar 2026 zu einer Erholungsbewegung, doch davon ist inzwischen nichts mehr übrig. Das Chartbild präsentiert sich damit deutlich eingetrübt. Auffällig ist die hohe Abwärtsdynamik in den vergangenen Wochen, die zudem von vergleichsweise hohen Handelsumsätzen begleitet wurde. Diese Entwicklung setzte sich in der vergangenen Woche fort. Die Oracle-Aktie war der größte Verlierer unter den US-Schwergewichten.

Oracle hatte am vergangenen Sonntag mitgeteilt, dass im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich 45 bis 50 Mrd. US-Dollar neues Fremd- und Eigenkapital aufgenommen werden sollen, um zusätzliche Kapazitäten für das Cloud-Infrastrukturgeschäft zu schaffen. Geplant ist dabei unter anderem eine erstmalige Emission obligatorisch wandlungs­pflichtiger Vorzugsaktien sowie die kontinuierliche Ausgabe von neuen Aktien im Rahmen des neu genehmigten At‑the‑market‑Programms über bis zu 20 Mrd. US‑Dollar.

Oracle ist ein Spezialist für cloudbasierte Unternehmenssoftware, Datenbanken und Cloud-Infrastrukturen und zählte zeitweise zu den stark gehypten KI-Profiteuren.

Oracle

PayPal-Aktie massiv unter Druck: Geschäftsmodell im Fokus, Kurs fällt auf Tief seit 2017

Die Zahlungsplattform PayPal Holdings (ISIN: US70450Y1038) verfügte in einigen Märkten wie den USA oder Deutschland über eine besonders starke Marktstellung. Seit geraumer Zeit wird an dieser Position jedoch durch neue Zahlungs- und Fintech-Anbieter deutlich gerüttelt. Der weltweit zunehmende Wettbewerbsdruck dämpft die Wachstumserwartungen und stellt das Geschäftsmodell von PayPal zunehmend infrage. Das ist auch an der Börse klar erkennbar. Der massive Kursverlust seit dem Allzeithoch im Juli 2021 bei über 310 US-Dollar spricht eine deutliche Sprache.

Die in dieser Woche vorgelegten Quartalszahlen haben nun einen weiteren Kursrutsch ausgelöst, sodass die Aktie auf den niedrigsten Stand seit 2017 gefallen ist. Offenbar fehlt weiterhin ein Katalysator, der das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell zurückbringt. Dazu trägt auch bei, dass PayPal in der jüngeren Vergangenheit keine nennenswerten strategischen Weichenstellungen vorgenommen hat, um sich angesichts der veränderten Marktverhältnisse neu auszurichten und klar zu positionieren. Damit fehlt dem Markt ein wesentlicher Faktor, um weiterhin von einem tragfähigen Geschäftsmodell auszugehen. 

Das Unternehmen hat inzwischen den bisherigen Firmenchef Alex Chriss entlassen, der die Geschäfte seit September 2023 geführt hatte. Ab März übernimmt der bisherige HP-Chef Enrique Lores die Führung. An der Börse konnte diese Personalie bislang jedoch keine Impulse setzen. Sollte auch er keine raschen Fortschritte aufzeigen, wie PayPal künftig wieder wachsen will, dürfte sich die Bewertungsanpassung fortsetzen. Auch wenn die Aktie gemessen an einigen Bewertungskennziffern derzeit günstig erscheinen mag und damit wie ein vermeintliches Value-Schnäppchen wirkt, sprechen der aktuelle Kursverlauf und fehlende fundamentale Katalysatoren gegen ein Investment.

PayPal Holdings

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