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Zertifikate > Krypto als Einstieg

CMC Securities betritt den Zertifikatemarkt: Neuer Emittent setzt auf Krypto

| Redaktion Börse am Sonntag | Lesezeit: 3 Min.

Eine Hand hält ein Smartphone mit dem CMC Markets Logo auf dem Display, im Hintergrund ist ein Monitor mit der CMC-Handelsplattform zu sehen.
CMC Markets auf einem Smartphone-Display, im Hintergrund die Handelsplattform des Unternehmens. CMC Securities hat Mitte Mai seine ersten Zertifikate und Optionsscheine in Deutschland emittiert. (Foto: Shutterstock)

CMC Securities emittiert erste Zertifikate und Optionsscheine in Deutschland. Der Online-Broker setzt auf Kryptowährungen und zielt damit auf ein Segment, das im deutschen Zertifikatemarkt bislang kaum eine Rolle spielt.

104 Milliarden Euro. So viel Kapital steckte zum Ende des ersten Quartals 2026 in strukturierten Wertpapieren, die von den Mitgliedsemittenten des Bundesverbands für strukturierte Wertpapiere (BSW) ausgegeben wurden. Vor drei Jahren, im März 2023, waren es noch 87,8 Milliarden Euro. Ein Markt, der wächst, und der bislang von einer Gruppe von 15 Emittenten bedient wird. Den Ton geben dabei vor allem die deutschen Häuser an: DZ Bank, LBBW und DekaBank zählen zu den führenden Anbietern strukturierter Produkte für Privatanleger. Nun drängt ein neuer Emittent in den Markt.

Neuer Anbieter im Markt für strukturierte Produkte

CMC Securities, eine Tochter der in London börsennotierten CMC Markets PLC, hat Mitte Mai ihre ersten börsennotierten verbrieften Derivate emittiert und steigt damit in den deutschen und österreichischen Markt für Zertifikate und Optionsscheine ein. Die Produkte sind an der Börse Stuttgart im Segment Easy Euwax notiert und über die meisten Online-Broker handelbar.

CMC Markets ist im deutschen Markt kein Unbekannter. Das Unternehmen betreibt seit Jahren eine Handelsplattform für CFDs, Aktien, Optionen und Kryptowährungen und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Online-Trading. Das Neugeschäft mit Zertifikaten und Optionsscheinen fügt sich damit in eine bestehende Infrastruktur ein, die CMC bereits in Deutschland betreibt.

Krypto als Einstiegssegment: Bewusste Lücke im Markt

Bemerkenswert ist die Wahl der Basiswerte zum Start. Während der deutsche Zertifikatemarkt traditionell von Produkten auf Aktien und Indizes dominiert wird, setzt CMC Securities zunächst ausschließlich auf Kryptowährungen: Hebelprodukte auf sieben Coins, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und Ripple, sowie Tracker-Zertifikate auf 23 Kryptowährungen. Krypto ist im deutschen Zertifikatemarkt bislang ein Randthema. Die BSW-Statistik weist für Hebelprodukte auf Kryptowährungen keinen eigenen Posten aus, was darauf hindeutet, dass das Segment bislang kaum ins Gewicht fällt.

CMC Securities positioniert sich hier bewusst als Pionier. Richard Freeman, der als Head of CMC Securities für das neue Angebot verantwortlich ist und zuvor bei Morgan Stanley das paneuropäische Optionsscheingeschäft aufgebaut hat, formuliert den Anspruch klar: Man wolle immer die Ersten bei der Emission von Hebelprodukten auf aktuelle Trends sein.

Keine Managementgebühren: Was steckt hinter dem Preismodell?

Ein weiteres Merkmal des Startsortiments ist die Preisgestaltung. Für die Tracker-Zertifikate auf Kryptowährungen fallen keine Managementgebühren an. Der Käufer partizipiert damit eins zu eins an der Kursentwicklung der zugrunde liegenden Kryptowährung, ohne laufende Kosten tragen zu müssen. Ob das dauerhaft so bleibt oder ein Einstiegsangebot ist, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, bleibt abzuwarten.

Das Angebot soll im Laufe des Jahres schrittweise ausgebaut werden. Geplant ist eine Erweiterung um Knock-out-Zertifikate auf weitere Kryptowährungen sowie, mit Blick auf die jahrelange Erfahrung im Hebelhandel, um entsprechende verbriefte Wertpapiere auf andere Basiswerte.

Kann CMC Securities im etablierten Markt bestehen?

Ob CMC Securities im deutschen Zertifikatemarkt dauerhaft Fuß fassen kann, wird sich zeigen. Der Markt ist etabliert, die Platzhirsche gut vernetzt, und das Geschäft mit strukturierten Produkten lebt nicht zuletzt von Vertriebsbeziehungen, die über Jahre gewachsen sind. Die Wette auf Krypto als Einstiegssegment ist mutig: Die Zielgruppe ist risikoaffin genug für Hebelprodukte, hält sich aber von klassischen Bankprodukten traditionell fern. Ob das die richtige Zielgruppe für einen Neustart im Zertifikatemarkt ist, oder ob CMC schnell über Krypto hinaus muss, um relevant zu werden, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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