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Tops und Flops > Tops & Flops der Woche

Quartalszahlen bewegen: Diese Aktien prägten die Börsenwoche 30

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Übersicht der stärksten und schwächsten Aktien der Börsenwoche 30
Tops & Flops der Börsenwoche 30 im Fokus: u. a. Deutsche Bank, Infineon und ATOSS Software.

Starke Quartalszahlen trieben Deutsche Bank, Baker Hughes und West Pharmaceutical. Dagegen verloren Infineon, ATOSS Software und Chipotle deutlich. Das sind die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche 30.

Börsenwoche 30 im Rückblick: Quartalszahlen als Kurstreiber und Kursbremse

In der 30. Kalenderwoche standen zahlreiche Unternehmen im Fokus, die ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. Die Auswirkungen auf die Kursentwicklung fielen deutlich aus. Einige Titel überzeugten mit starken Ergebnissen und markierten neue Hochs. Andere gerieten unter Druck, da Erwartungen verfehlt oder Ausblicke zurückgenommen wurden. Unser Wochenrückblick stellt drei Gewinner und drei Verlierer vor und ordnet die Hintergründe ein.

+++ Tops +++

Deutsche Bank erreicht neues 52-Wochenhoch und führt den DAX an

In der vergangenen Woche zählte die Aktie der Deutschen Bank (ISIN: DE0005140008) zu den stärksten Performern im DAX, obwohl sie am Freitag leichte Verluste verzeichnete. Besonders deutlich fiel der Kursanstieg am Donnerstag aus, nachdem das Unternehmen seine Geschäftszahlen veröffentlicht hatte. Im zweiten Quartal erzielte die Deutsche Bank den höchsten Gewinn seit 2007: Unter dem Strich stand ein Überschuss von knapp 1,5 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Institut noch einen Verlust von 143 Millionen Euro ausgewiesen – unter anderem bedingt durch milliardenschwere Rückstellungen im Zusammenhang mit der Postbank-Übernahme. Das starke Ergebnis wurde durch höhere Erträge, gesunkene Kosten und geringere Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle begünstigt. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalrendite von 10,1 Prozent. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert sogar bei 11 Prozent und damit über dem Ziel von 10 Prozent, das der Vorstand für das laufende Jahr ausgegeben hat.

Auch charttechnisch überzeugt die Aktie: Mit dem jüngsten Kursanstieg wurde der übergeordnete Aufwärtstrend bestätigt und ein neues 52-Wochenhoch markiert. Damit zählt die Deutsche-Bank-Aktie aktuell zu den stärksten Titeln im deutschen Leitindex.

Welche weiteren Aktien aktuell neue Hochs erreichen und mit klarer Bullenstärke überzeugen, lesen Sie im Bericht „Starke Aktien #9: Diese Titel erreichen neue Hochs und zeigen Bullenpower”.

Deutsche Bank

Baker Hughes springt nach Quartalszahlen über 200-Tage-Linie

Unter den Werten aus dem NASDAQ-100 stach in der vergangenen Woche die Aktie von Baker Hughes (ISIN: US05722G1004) deutlich hervor. Sie zählte zu den größten Gewinnern und profitierte spürbar von den veröffentlichten Quartalszahlen, die insbesondere am Mittwoch einen kräftigen Kurssprung auslösten. Das Unternehmen, das auch im S&P 500 enthalten ist, hatte im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertroffen. Treiber der positiven Entwicklung war ein starkes Wachstum bei den Aufträgen für Rechenzentrumsausrüstung und Erdgasinfrastruktur. Baker Hughes ist ein weltweit tätiges Energietechnologie-Unternehmen mit Schwerpunkt auf Dienstleistungen und Lösungen für die Öl- und Gasindustrie sowie den Energiesektor insgesamt. Das Portfolio umfasst Bohr- und Fördertechnik, Ölfeldchemikalien, Subsea-Systeme sowie Mess- und Steuerungstechnik. Ergänzt wird das Angebot durch industrielle Energie- und Digitalisierungslösungen wie Gasturbinen, Kompressoren und CO₂-Abscheidungstechnologien sowie Hardwareinfrastruktur für Datenzentren (z. B. Gasturbinen, Stromgeneratoren, Steuerungssysteme, Energieverteilung). Charttechnisch betrachtet ist die Aktie infolge des jüngsten Kurssprungs über die 200-Tage-Linie gestiegen und befindet sich damit wieder in einem langfristigen Aufwärtstrend.

Baker Hughes

West Pharmaceutical Services: Aktie hebt nach Prognoseanhebung deutlich ab

Mit einem Kursplus von über 30 Prozent führt die Aktie von West Pharmaceutical Services (ISIN: US9553061055) in dieser Woche die Gewinnerliste im S&P 500 an. Für den größten Impuls sorgte der Donnerstag, nachdem das Unternehmen starke Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und gleichzeitig die Jahresprognose angehoben hatte. CEO Eric M. Green begründete das starke Abschneiden mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach GLP-1-Elastomerprodukten, einer weiterhin dynamischen Umstellung auf hochwertige Verpackungslösungen (HVP) – insbesondere im Zusammenhang mit Annex-1-Projekten – sowie einer Normalisierung der Kundenbestellungen. Charttechnisch interessant: Mit dem jüngsten Kurssprung ist die WST-Aktie in das Abwärts-Gap zurückgelaufen, das im Februar dieses Jahres im Zuge der damaligen Quartalszahlen entstanden war.

West Pharmaceutical Services

+++ Flops +++

Infineon-Aktie scheitert erneut an langfristigem Widerstand

Die Aktie von Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004) hat sich seit dem Korrekturtief im April deutlich erholt. Bis zum Wochenbeginn stieg der Kurs um über 67 Prozent, bevor eine dynamische Gegenbewegung einsetzte. In der Folge zählte das Papier zu den größten Wochenverlierern im DAX. Erneut scheiterte es an der langfristigen Widerstandszone zwischen rund 37 und 40,30 Euro. In diesem Bereich befinden sich mehrere markante Verlaufshochs der vergangenen Jahre. Mit dem Rücksetzer wurden zudem wichtige gleitende Durchschnitte unterschritten – sowohl die 21-Tage-Linie als auch die 50-Tage-Linie fielen dem Abwärtsdruck zum Opfer. Damit wurden sowohl kurz- als auch mittelfristige Aufwärtstrends vorerst beendet. Sollte auch die 150-Tage- oder gar die 200-Tage-Linie unterschritten werden, droht eine weitere Korrektur.

Unternehmensseitig gab es in der vergangenen Woche keine neuen Nachrichten. Die nächsten Quartalszahlen werden am 5. August erwartet. Belastend wirkten anscheinend die jüngsten Geschäftszahlen von Wettbewerbern wie STMicroelectronics (ISIN: NL0000226223) und Texas Instruments (ISIN: US8825081040). Diese mussten nach der Veröffentlichung Kursverluste hinnehmen. Die schwachen Branchensignale dürften wiederum auch die Infineon-Aktie in Mitleidenschaft gezogen haben.

Infineon Technologies

ATOSS Software: Gewinnmitnahmen nach vorsichtigen Tönen

Die Aktie von ATOSS Software (ISIN: DE0005104400), gelistet im SDAX und TecDAX, hatte am 17. Juli mit 147,60 Euro das bisherige Allzeithoch von September 2024 bei 146,40 Euro übertroffen und damit eine neue Bestmarke erreicht. Ein nachhaltiger Ausbruch blieb jedoch aus. Stattdessen setzte eine Korrektur ein, die sich in der vergangenen Woche nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen dynamisch fortsetzte. Der Softwareanbieter äußerte sich dabei zurückhaltend. Er spürt eine Eintrübung der wirtschaftlichen Lage und berichtete von insgesamt verhaltener Nachfrage im ersten Halbjahr. Die Auftragseingänge lagen unter dem Vorjahresniveau. Der Vorstand bestätigte zwar die Jahresprognose, doch das konnte den Kursrückgang nicht verhindern. Es deutet vieles auf Gewinnmitnahmen hin.Aus charttechnischer Sicht wurden die 21-Tage- und 50-Tage-Linie unterschritten, wodurch kurz- und mittelfristig keine Aufwärtstrends mehr vorliegen. Gleichzeitig wurden die 150-Tage- und 200-Tage-Linie als Indikatoren für den langfristigen Trend bereits erreicht. Bislang konnte sich die Aktie darüber halten. Sollte es jedoch zu einem Bruch dieser Linien kommen, wären weitere Kursverluste wahrscheinlich.

ATOSS Software bietet Lösungen für professionelles Workforce Management und bedarfsoptimierten Personaleinsatz. Das Spektrum reicht von Zeitwirtschaft und mobilen Anwendungen bis zur strategischen Einsatzplanung, sowohl in der Cloud als auch On Premises. Rund 18.300 Kunden vertrauen auf die modularen, plattformunabhängigen Systeme, die Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit verbessern, darunter ALDI SÜD, Deutsche Bahn und Lufthansa.

ATOSS Software

Chipotle Mexican Grill wieder am Apriltief – hält die potenzielle Unterstützung?

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Aktie des Restaurantbetreibers Chipotle Mexican Grill (ISIN: US1696561059) hatte seit dem Korrekturtief im April eine Erholungsbewegung verzeichnet, die bis Anfang Juli andauerte. Seither ist jedoch eine Korrektur zu erkennen, die in der vergangenen Woche mit einem dynamischen Kursverlust fortgesetzt wurde. Damit hat der Kurs den Bereich von 44,46 bis 45,21 US-Dollar erreicht, der sich aus den beiden Tiefpunkten im April ergibt. Sollte diese potenzielle Unterstützung verletzt werden, würde damit der übergeordnete Abwärtstrend bestätigt, den der Kurs seit seinem Allzeithoch von Juni 2024 bei 69,26 US-Dollar gebildet hat. Auslöser des jüngsten Kursrutsches, durch den die Aktie zu den größten Wochenverlierern im S&P 500 zählte, war die Veröffentlichung der Geschäftszahlen. Beobachter sprachen insbesondere von einer Enttäuschung beim Umsatz, der unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen lag.

Chipotle Mexican Grill

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