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Zertifikate > Ausreißer im Abverkauf

Microsoft gegen den Trend: Chance für Zertifikate-Anleger?

| Thomas Behnke | Lesezeit: 4 Min.

Das vierfarbige Microsoft-Logo auf einem Bildschirm, durch eine schwarze Lupe fotografiert.
Das Microsoft-Logo auf einem Computerbildschirm, fotografiert durch eine Lupe. Microsoft sticht am vergangenen Freitag mit einem kräftigen Kursanstieg heraus, während andere große Technologiewerte schwächeln. (Foto: picture alliance / NurPhoto | Samuel Boivin)

Microsoft gegen den Trend: Während der NASDAQ-100 schwächelt und Tech-Schwergewichte korrigieren, sticht MSFT heraus. Charttechnik, Unterstützungszone und Produktwahl für Zertifikate-Anleger im Überblick.

Während große Technologiewerte wie NVIDIA, Broadcom, Alphabet und Oracle zuletzt deutlichere Verluste verbuchten und der NASDAQ-100 neue Schwächesignale sendete, legte ausgerechnet Microsoft am vergangenen Freitag zu. Kräftig, mit hohem Volumen und ohne erkennbare Nachrichten. Ein Ausreißer, der Fragen aufwirft.

NASDAQ-100 zeigt erste Schwächesignale

Beim aktuellen Blick auf den NASDAQ-100 könnte sich der eine oder andere Anleger derzeit die Frage stellen, ob sich dort gerade ein vorläufiges Top ausbildet. Am vergangenen Freitag verzeichnete der Index einen Verlust von 1,1 Prozent und beendete damit die Börsenwoche nahezu auf dem Wochentief. Insgesamt ging es um 4,2 Prozent im Vergleich zur Vorwoche abwärts. Damit hat sich in den letzten vier Wochen eine zweite rote und relativ große Kerze im Wochenchart gebildet. Das allein ist zwar kein Verkaufssignal. Die Konstellation zeugt jedoch von einer nachlassenden Stärke der Bullen und gleichzeitig stärker werdenden Bären.

Keilformation und tieferes Hoch: Was der Chart verrät

Und auch das charttechnische Bild mahnt zur Vorsicht. So gelang es dem NASDAQ-100 in der vergangenen Woche nicht, sein Hoch aus der Vorwoche zu überwinden. Das wäre jedoch Voraussetzung gewesen, um das Allzeithoch von Anfang Juni bei 30.762 Punkten zu erreichen. Stattdessen hat sich dadurch erst einmal ein tieferes Hoch geformt und der Index scheint eine Konsolidierung in Form eines Keils auszubilden. Nach dem dynamischen Anstieg seit dem Apriltief ist eine solche Verschnaufpause nicht verwunderlich, und es besteht die Möglichkeit, dass die Konsolidierung nach oben aufgelöst wird und sich damit der Aufwärtstrend fortsetzt. Allerdings besteht auch die Gefahr eines Ausbruchs nach unten, was dann für eine ausgeprägtere Korrektur sprechen könnte. Für dieses Szenario könnte die Marke bei 28.197 Punkten relevant sein, die aus dem Zwischentief von Anfang Juni resultiert und eine potenzielle Unterstützung darstellt. Ein nachhaltiger Bruch wäre ein bärisches Signal.

Microsoft sticht mit kräftigem Anstieg heraus

Angesichts dieser charttechnischen Lage kann es nicht schaden, einen Blick auf einige der Schwergewichte aus dem NASDAQ-100 zu werfen. Hier gab es zuletzt bei einigen Werten Schwächesignale, etwa bei NVIDIA, Broadcom, Alphabet und Oracle, die in der vergangenen Woche relativ deutliche Verluste verzeichneten und damit ihre Korrekturen der letzten Wochen fortsetzten.

Vor diesem Hintergrund sticht das kräftige Plus bei Microsoft (ISIN: US5949181045, Symbol: MSFT) vom vergangenen Freitag heraus. Der Anstieg reichte zwar nicht aus, um den Wochenverlust in einen Gewinn umzuwandeln. Dennoch ist die Entwicklung vor dem Wochenende bemerkenswert. Sie wurde von einem enorm hohen Handelsvolumen begleitet, ohne dass es neue Nachrichten gab.

Unterstützungszone erreicht: Ist die Talfahrt bei der MSFT-Aktie vorerst gestoppt?

Über die Hintergründe für das starke Momentum am Freitag lässt sich daher nur spekulieren. Vielleicht haben einige Akteure die inzwischen relativ günstige Bewertung als Einstiegsgelegenheit wahrgenommen und diese höher gewichtet als die Sorgen vor der KI-Disruption, die in den letzten Monaten viele Werte aus dem Softwaresektor belastet hatten. Aber auch Short-Eindeckungen könnten eine Rolle gespielt haben. Und auch die Charttechnik bietet einen Erklärungsansatz. 

Die MSFT-Aktie hatte zuletzt wieder ihre potenzielle Unterstützungszone von rund 356 bis 344 US-Dollar erreicht, die aus den markanten Tiefpunkten von April 2025 und März 2026 resultiert. Erst einmal hat dieser Bereich gehalten. Ob damit nun die übergeordnete Talfahrt beendet ist, ist zwar offen. Eine größere Erholungsbewegung scheint jedoch möglich.

Optionsscheine oder Knock-outs: Welches Produkt passt zur Lage?

Anleger, die auf eine solche Erholungsbewegung setzen möchten, ohne die Aktie direkt zu kaufen, finden auf den Basiswert Microsoft eine breite Auswahl an strukturierten Produkten. Mehrere tausend Call-Optionsscheine und Call-Knock-outs von verschiedenen Emittenten stehen zur Verfügung und bieten damit ein breites Spektrum für die unterschiedlichsten Erwartungen. Wer mit einem klassischen Call-Optionsschein agiert, profitiert gehebelt von steigenden Kursen, trägt dabei aber neben dem Kursrisiko auch das Zeitwertrisiko: Je kürzer die Restlaufzeit, desto stärker frisst der Zeitwertverlust am Scheinpreis. Hinzu kommt, dass die implizite Volatilität bei Microsoft derzeit auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegt, was Optionsscheine zusätzlich verteuert, da die Volatilität direkt in die Preisbildung einfließt.

Wer diesen Effekt umgehen möchte, greift zu einem Knock-out-Produkt, das den Hebel weitgehend ohne Volatilitäts- und Zeitwerteinflüsse abbildet. Der Preis dafür ist die Knock-out-Barriere: Wird sie berührt, droht der Totalverlust. Anleger können diese Schwelle über die Produktauswahl selbst steuern, ein größerer Abstand bedeutet weniger Hebel, aber auch mehr Puffer. Die Unterstützungszone bei Microsoft hat zwar erst einmal gehalten, ein erneuter Test ist jedoch nicht ausgeschlossen. Der Puffer zur Knock-out-Barriere sollte daher großzügig gewählt werden. 

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