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Tops und Flops > Gewinner und Verlierer

Tops & Flops KW 08/2026: Moderna, Heidelberg Materials, Brenntag und flatexDEGIRO im Fokus

| Thomas Behnke

Schriftzug „Tops & Flops“ zur Kennzeichnung der wöchentlichen Übersicht über auffällige Gewinner und Verlierer bei Aktien.
Tops & Flops KW 08/2026: Starke Ausblicke und regulatorische Fortschritte treiben einzelne Werte, während andere an wichtigen Unterstützungen unter Druck geraten. Die entscheidenden Kursmarken im Überblick.

Tops & Flops KW 08/2026: Moderna profitiert von regulatorischen Fortschritten, Global Payments überzeugt mit Ausblick und Rückkäufen. Brenntag, flatexDEGIRO und Palo Alto Networks stehen charttechnisch unter Druck.

Ausblicke, Zulassungsfragen und Chartmarken bewegen Einzelwerte

Bei den Tops und Flops der Börsenwoche 08/2026 sorgten positive Geschäftsausblicke, regulatorische Fortschritte und angekündigte Kapitalmaßnahmen für kräftige Aufwärtsbewegungen bei einigen Aktien. Gleichzeitig führten vorsichtige Prognosen und charttechnische Belastungsproben bei anderen zu deutlichem Abgabedruck. Mehrere Werte ringen nun an zentralen Unterstützungen oder Trendlinien um die weitere Richtung.

+++ Tops der Börsenwoche 08/2026 +++

Moderna-Aktie mit kräftigem Wochenplus nach akzeptiertem Zulassungsantrag für mRNA-1010

Die Aktie des Biotechkonzerns Moderna (ISIN: US60770K1079) zählte zu den größten Wochengewinnern im S&P 500. Nachdem das Papier nach dem markanten Erholungshoch im Januar dieses Jahres zunächst eine deutlichere Korrektur gezeigt hatte, glich es mit dem jüngsten Aufwärtsimpuls einen großen Teil dieser Rückwärtsbewegung wieder aus. Unterstützend dürften weiterhin die am Freitag der Vorwoche vorgelegten Geschäftszahlen gewirkt haben. Zudem hat die FDA, die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde, die unter anderem für die Zulassung und Überwachung von Medikamenten zuständig ist, eine geänderte Zulassungsanmeldung für den mRNA-Grippeimpfstoff mRNA-1010 zur Prüfung angenommen. Die FDA will bis zum 5. August eine Entscheidung vorlegen. In der Vorwoche war die Moderna-Aktie noch unter Druck geraten, nachdem die FDA einen Ablehnungsbescheid zur Prüfung des Wirkstoffs mRNA-1010 erteilt und dies mit einer fehlenden „angemessenen und gut kontrollierten“ Studie begründet hatte.

Moderna

Heidelberg Materials: Aktie mit Gegenbewegung wieder über 200-Tage-Linie

In der Vorwoche zählte die Aktie von Heidelberg Materials (ISIN: DE0006047004) zu den größten Verlierern im DAX, diesmal gehörte sie zu den größten Gewinnern. Nachrichten vom Baustoffkonzern gab es nicht. Charttechnisch gelang es dem Kurs, in den Bereich seiner 150-Tage- und 200-Tage-Durchschnittslinien vorzustoßen, die in der Vorwoche unterschritten worden waren. Der 200-Tage-GD konnte dabei sogar wieder überschritten werden. Offen bleibt, ob die beiden Indikatoren für den langfristigen Trend nun nachhaltig zurückerobert werden können. Gelingt dies, wäre das ein Signal neu gewonnener Stärke; die Korrektur seit dem Allzeithoch im Januar dieses Jahres könnte damit beendet sein. Erweist sich die jüngste Erholung hingegen lediglich als technische Gegenbewegung bis an die Durchschnittslinien und dreht der Kurs dort wieder nach unten ab, ist von einem fortgesetzten Rückgang auszugehen.

Heidelberg Materials

Global Payments mit dynamischem Kurssprung nach starkem Ausblick und Aktienrückkaufprogramm

Die Aktie des Zahlungsdienstleisters Global Payments (ISIN: US37940X1028) verzeichnete in der vergangenen Woche eine sehr dynamische Aufwärtsbewegung und zählte damit zu den größten Gewinnern im S&P 500. Auslöser für das positive Momentum dürfte ein robuster Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 gewesen sein, der im Zuge der vorgelegten Geschäftszahlen für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2025 präsentiert wurde. Das Unternehmen übertraf mit seinen Prognosen die durchschnittlichen Markterwartungen. Zudem kündigte es weitere Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar an.

Der US-Konzern bietet technologiegetriebene Zahlungsverkehrslösungen und stellt Händlern, Finanzinstituten sowie Softwareanbietern integrierte Payment-Processing-, Acquiring- und Mehrwertdienste bereit, darunter Kartenakzeptanz, digitale Wallets, E-Commerce-Gateways, Betrugsprävention sowie Embedded-Payment-Lösungen. Ein wesentlicher Fokus liegt auf branchenspezifischen Softwareplattformen für Handel, Gastronomie und Gesundheitswesen. Strukturelle Wachstumstreiber sind die fortschreitende Verlagerung von Bargeld zu elektronischen und mobilen Zahlungen, die Expansion des Onlinehandels sowie die Integration von Zahlungsfunktionen in Unternehmenssoftware.

Mit dem jüngsten Kursanstieg, der aus charttechnischer Sicht zunächst als technische Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend einzuordnen ist, könnte die Aktie dennoch wieder stärker in den Fokus von Value-Investoren rücken. Seit einiger Zeit deuten Kennziffern wie das KCV auf eine vergleichsweise attraktive Bewertung hin. Damit könnte Global Payments ein Kandidat für eine vertiefte Analyse sein. Dabei ist jedoch besonders die Wettbewerbssituation im Bereich Zahlungsdienstleistungen zu berücksichtigen. Neben etablierten Anbietern drängen FinTechs, BigTechs und spezialisierte Softwareanbieter mit integrierten Payment-Lösungen in den Markt. Langfristig wird entscheidend sein, ob Global Payments die Transformation vom reinen Transaktionsabwickler zu einem integrierten Software- und Plattformanbieter mit höherem Anteil wiederkehrender, margenstärkerer Erlöse konsequent umsetzen kann.

Global Payments

+++ Flops der Börsenwoche 08/2026 +++

Brenntag-Aktie mit starken Kursverlusten: Charttechnik signalisiert Trendbruch mit Bewährungsprobe

Zu den größten Verlierern im DAX in der vergangenen Woche zählt die Aktie des Chemikalienhändlers Brenntag (ISIN: DE000A1DAHH0). Unternehmensnachrichten, die den Kursrückgang begünstigt haben könnten, gab es nicht.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert seit einiger Zeit in einem intakten Abwärtstrend. Im November 2025 bildete er dabei ein Korrekturtief aus, von dem sich eine Gegenbewegung entwickelte. Der Anstieg gewann dabei zuletzt an Dynamik, wodurch der DAX-Wert über seine 150- und 200-Tage-Linie kletterte. Gleichzeitig wurden die Zwischenhochs von Januar 2026 und Oktober 2025 bei 52,25 und 53,86 Euro überwunden, sodass zunächst ein Bruch des Abwärtstrends festzustellen war. Ob sich daraus mehr entwickelt, bleibt offen. In den vergangenen Monaten hatte die Brenntag-Aktie bereits mehrfach ähnliche Konstellationen gezeigt, die sich letztlich als Fehlausbrüche erwiesen. Entscheidend ist nun, ob die jüngste Korrektur lediglich ein Pullback an die Ausbruchszone im Bereich von 52,25 bis 53,86 Euro darstellt. Hält diese potenzielle Unterstützung, könnte daraus ein neuer Aufwärtsimpuls entstehen. Ein nachhaltiger Bruch wäre dagegen ein Indiz dafür, dass auch die Erholung seit November lediglich eine Gegenbewegung war und weitere Abgaben folgen könnten.

Brenntag

flatexDEGIRO-Aktie: MDAX-Wert trotz starker Zahlen mit über 30 Prozent Minus seit Allzeithoch

Der europaweit tätige Online-Broker flatexDEGIRO (ISIN: DE000FTG1111) bietet den Handel mit Aktien, ETFs, Anleihen, Derivaten und Fonds über eigene digitale Plattformen an und kombiniert Brokerage mit Bankdienstleistungen wie Einlagen- und Cash-Management. Kernmärkte sind Deutschland und weitere EU-Länder, adressiert werden vor allem selbstentscheidende Retail-Investoren. Strukturelle Treiber sind die anhaltende Verlagerung des Vermögensaufbaus in kapitalmarktnahe Produkte, die Digitalisierung der Finanzdienstleistungen sowie eine steigende Aktienkultur in Europa. Die in der vergangenen Woche vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 unterstreichen das positive Umfeld. FlatexDEGIRO hatte damit die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Nach 0,04 Euro Dividende je Aktie für 2024 sollen nun 0,30 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Außerdem hat das Unternehmen angekündigt, künftig 20 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner ausschütten zu wollen.

Die Aktie konnte von diesen Nachrichten jedoch nicht profitieren. Stattdessen setzte sie ihre Korrektur seit dem Allzeithoch von Anfang Februar 2026 bei 43,24 Euro fort, was Marktbeobachter mit enttäuschten Prognosen begründeten. Mit dem dynamischen Rückgang der vergangenen Tage gehörte der MDAX-Wert zu den größten Wochenverlierern auf dem deutschen Kurszettel. Das Minus seit dem Allzeithoch beträgt inzwischen mehr als 30 Prozent und hinterlässt deutliche Spuren im Chart. Allerdings ist der Rückgang auch im Kontext der sehr positiven Entwicklung in den vergangenen Monaten zu betrachten. Möglicherweise gelingt im Bereich der nun erreichten Kurszone von etwa 29 bis 30 Euro, die ein ehemaliges Ausbruchsniveau und damit eine potenzielle Unterstützung darstellt, eine Stabilisierung. Sollte dieser Bereich jedoch nachhaltig gebrochen werden, drohen weitere Abgaben.

flatexDEGIRO

Palo Alto Networks: Aktie nach Zahlen unter Druck, Unterstützung bei 142 bis 153 US-Dollar im Fokus

Die Aktie von Palo Alto Networks (ISIN: US6974351057, Symbol: PANW) befindet sich seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 bei 223,61 US-Dollar im Rückwärtsgang. In der vergangenen Woche zählte sie zu den größten Verlierern im NASDAQ-100 und S&P 500 und setzte damit ihren übergeordneten Abwärtstrend fort, den sie mit neuen Verlaufstiefs bestätigte. Deutlicher Abgabedruck folgte insbesondere auf die am Dienstag nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen. Zwar konnte der Cybersicherheitskonzern mit den präsentierten Ergebnissen positiv überraschen. Ein vorsichtiger Ausblick sowie hohe Integrationskosten aus Übernahmen wie CyberArk und Koi dürften jedoch stärkeren Verkaufsdruck ausgelöst haben.

Charttechnisch hat die PANW-Aktie erneut ihre potenzielle Unterstützungszone von rund 142 bis 153 US-Dollar erreicht, die aus den markanten Tiefpunkten von August 2024 und April 2025 resultiert. In diesem Bereich ist eine Stabilisierung möglich. Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone dürfte hingegen weitere Abgaben nach sich ziehen.

Palo Alto Networks ist ein globaler Anbieter von Cybersicherheitslösungen mit Schwerpunkt auf netzwerkbasierter, cloudnativer und KI-gestützter Sicherheitsarchitektur. Das Portfolio umfasst Next-Generation Firewalls, Cloud-Security-Plattformen, Security Operations sowie SASE- und Zero-Trust-Lösungen. Zu den Kunden zählen Unternehmen, öffentliche Institutionen und Serviceprovider, die komplexe IT- und Multi-Cloud-Umgebungen absichern. Strukturelle Wachstumstreiber sind die zunehmende Verlagerung von Workloads in die Cloud, steigende Cyberbedrohungen, regulatorische Anforderungen sowie die Konsolidierung fragmentierter Sicherheitslösungen auf integrierten Plattformen.

Palo Alto Networks

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